Diplomarbeit, 2004
108 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Vorgehensweise
2. Begriffsbestimmung und Erscheinungsformen
2.1 Definition von vergleichender Werbung
2.2 Arten von vergleichender Werbung
2.2.1 Vergleich mit eigenen Produkten
2.2.2 Brand X – Vergleich
2.2.3 Alleinstellungswerbung
2.2.4 Direkter Vergleich
2.2.5 Indirekter Vergleich
2.2.6 Kritisierende vergleichende Werbung
2.2.7 Anlehnende vergleichende Werbung
2.2.8 Persönlich vergleichende Werbung
2.2.9 Werbung mit Warentests
2.2.10 Mischformen
2.3 Gegenstand des Vergleichs
2.4 Fazit der Begriffsbestimmung
3. Marketingorientierte Betrachtung und empirische Befunde
3.1 Einordnung vergleichender Werbung in die Marketing-strategie
3.2 Verbreitung der vergleichenden Werbung
3.2.1 Branchen und Unternehmen der vergleichenden Werbung
3.2.2 Akzeptanz in der Werbepraxis
3.2.3 Medien der vergleichenden Werbung
3.3 Zielgruppen der vergleichenden Werbung
3.3.1 Einteilung nach soziodemographischen Merkmalen
3.3.2 Einteilung nach Produktloyalität
4. Historische Entwicklung der vergleichenden Werbung in der Praxis und Rechtsprechung
4.1 Historische Entwicklung in den USA
4.1.1 Rechtsgrundlagen zur vergleichenden Werbung vor 1971
4.1.2 Selbstregulierungsmechanismen der Wirtschaft
4.1.3 Vergleichende Werbung ab den Siebziger Jahren
4.2 Historische Entwicklung in Deutschland
4.2.1. Rechtsprechung des Reichsgerichts
4.2.1.1 Rechtsprechung bis 1927
4.2.1.2 Neue Rechtsauffassung nach 1927
4.2.1.3 Die Ausnahmetatbestände
4.2.2 Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes
4.2.3 Einfluss der europäischen Rechtsprechung auf die deutsche Entwicklung
4.2.4 Aktuelle Rechtslage in Deutschland
4.2.4.1 Die Richtlinie 97/55/EG
4.2.4.2 Umsetzung in deutsches Recht
5. Konsumentenverhalten und Werbewirkung
5.1 Der Kaufentscheidungsprozess
5.1.1 Einfluss des Involvement
5.1.2 Höherwertige Information
5.2 Modelle der Werbewirkung
5.2.1 Mechanistische Ansätze
5.2.2 Das Hierarchy-of-Effects-Modell
5.3.3 Das Modell der Wirkungspfade
6. Bisherige Forschung zur Wirkung vergleichender Werbung und Implikationen für ihren Gebrauch
6.1. Effekte von vergleichender Werbung
6.1.1 Einfluss auf die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung
6.1.1.1 Aufmerksamkeit durch Neuartigkeit oder Irritation
6.1.1.2 Aufmerksamkeit durch selektive Wahrnehmung
6.1.2 Einfluss auf die Erinnerung
6.1.3 Einfluss auf die Einstellung
6.1.4 Einfluss auf die Kaufabsicht
6.1.5 Einfluss auf die Glaubwürdigkeit
6.1.6 Einfluss auf den Informationsgehalt
6.2 Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit von vergleichender Werbung
6.2.1 Einfluss des Produktinvolvement
6.2.2 Einfluss des Marktanteils des beworbenen Produkts
6.2.3 Einfluss der Intensität des Vergleichs
6.2.4 Einfluss von Testergebnissen
7. Ableitung von Empfehlungen
7.1 Überprüfung von weiteren Beispielen
7.1.1 OKI
7.1.2 WEB.DE
7.1.3 AOL Online Werbung
7.2 Einsatzmöglichkeiten für vergleichende Werbung
7.3 Reaktionsmöglichkeiten auf vergleichende Werbung
7.3.1 Rechtliche Schritte
7.3.2 Ignoranz
7.3.3 Gegenattacke
8. Fazit und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Rahmenbedingungen und die Effektivität von vergleichender Werbung in Deutschland unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen sowie werbepsychologischer Wirkungsmodelle.
2.2.2 Brand X – Vergleich
Beim Brand-X-Vergleich wird die beworbene Marke mit einem nicht unmittelbar erkennbaren Wettbewerber verglichen. Die Benutzer eines solchen Vergleichs bezeichnen das Konkurrenzprodukt gern als „herkömmlich“, um es dann den innovativen Leistungen der eigenen Marke gegenüberzustellen. Ein klassisches Beispiel ist Calgon, wo in Spots seit Jahren dramatisch gezeigt wird, was passiert, wenn man einen „herkömmlichen“ Wasserenthärter und nicht die beworbene Marke verwendet: Der Wasserschlauch verkalkt und bricht, es kommt zum Wasserschaden. Der Experte rät deshalb, unbedingt Calgon zu verwenden, um ein solches Malheur zu vermeiden.
Als aktuelles Beispiel kann auch die TV-Werbung für die Küchenrolle Bounty herangezogen werden, die seit ca. Dezember 2003 bei Privatsendern zu sehen ist: Das nicht erkennbare, „gewöhnliche“ Küchenpapier schafft nicht den „Nässe-Test“, bei dem Bounty auch triefend nass noch reißfest ist. Diese Werbung ist zwar einerseits eindeutig als Brand X-Vergleich einzuordnen, andererseits finden sich in ihr auch durchaus Elemente von anlehnender und indirekt vergleichender Werbung.
Zum einen könnte die Werbung als indirekt vergleichend gesehen werden, da der einzige ernst zu nehmende Marken-Konkurrent in der Branche „Zewa Wisch & Weg“ ist, und somit im Vergleich wohl auf diesen angespielt wird. Zum anderen könnte man in ihr aber auch eine anlehnend vergleichende Werbung sehen. Wenn man den angestellten Vergleich
1. Einleitung: Beschreibt den Hintergrund der Reizüberflutung in der heutigen Medienlandschaft und leitet die Relevanz vergleichender Werbung ein.
2. Begriffsbestimmung und Erscheinungsformen: Definiert vergleichende Werbung und klassifiziert ihre verschiedenen Ausprägungen wie direkte, indirekte oder anlehnende Vergleiche.
3. Marketingorientierte Betrachtung und empirische Befunde: Ordnet vergleichende Werbung in den Marketing-Mix ein und untersucht Verbreitung sowie Zielgruppen.
4. Historische Entwicklung der vergleichenden Werbung in der Praxis und Rechtsprechung: Analysiert den historischen Wandel von einem prinzipiellen Verbot hin zur Liberalisierung durch europäische Richtlinien.
5. Konsumentenverhalten und Werbewirkung: Erklärt den Kaufentscheidungsprozess und stellt verschiedene psychologische Werbewirkungsmodelle vor.
6. Bisherige Forschung zur Wirkung vergleichender Werbung und Implikationen für ihren Gebrauch: Wertet Studien zur Wirksamkeit aus und untersucht Faktoren wie Aufmerksamkeit, Glaubwürdigkeit und Kaufabsicht.
7. Ableitung von Empfehlungen: Gibt praktische Handlungshinweise zum Einsatz vergleichender Werbung und zum Umgang mit gegnerischen Attacken.
8. Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert zukünftige Herausforderungen sowie den Bedarf an weiterer Forschung.
Vergleichende Werbung, Marketingstrategie, Kaufentscheidungsprozess, Werbewirkung, Wettbewerbsrecht, Konsumentenverhalten, Markenführung, Brand-X-Vergleich, Markenloyalität, Informationsüberlastung, Werbepsychologie, Markttransparenz, EU-Richtlinie, Markenkommunikation.
Die Arbeit untersucht die Einsatzmöglichkeiten, rechtlichen Rahmenbedingungen und die psychologische Effektivität vergleichender Werbung auf dem deutschen Markt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Werbeformen, der historischen Rechtsentwicklung, der Einordnung in Konsumentenmodelle und der praxisorientierten Ableitung von Empfehlungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen vergleichende Werbung werbepsychologisch sinnvoll ist und wie Unternehmen rechtssicher auf Konkurrenzattacken reagieren können.
Es erfolgt eine fundierte Literaturanalyse und theoretische Einordnung, ergänzt durch die Auswertung existierender empirischer Studien und Praxisbeispiele aus dem deutschen und amerikanischen Raum.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsbestimmung, eine marketingorientierte Analyse, die Darstellung der Rechtsgeschichte, eine werbepsychologische Fundierung sowie die Diskussion der bisherigen Forschung.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen vergleichende Werbung, Werbewirkung, Konsumentenverhalten, Wettbewerbsrecht und Markttransparenz.
Der Autor empfiehlt Marktführern in der Regel keine direkte vergleichende Werbung, da diese den Konkurrenten zu mehr Aufmerksamkeit verhilft und die Rolle des "Goliaths" in einem direkten Vergleich unvorteilhaft wirken kann.
Vergleichende Werbung leidet oft unter mangelnder Glaubwürdigkeit; der Autor betont, dass die Nutzung objektiver Testinstanzen wie der Stiftung Warentest essenziell ist, um diese Hürde zu überwinden und die Kaufabsicht zu fördern.
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