Masterarbeit, 2015
104 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Shitstorm: Erste Eingrenzung des Phänomens
2.1 Bekannte Beispiele
2.1.1 Nestlé
2.1.2 Deutsche Bahn
2.1.3 Pril
2.1.4 Amazon
2.1.5 Guido Barilla
2.2 Merkmale eines Shitstorms
3. Allgemeine Einführung in die Systemtheorie Luhmanns
3.1 Theorie sozialer Systeme
3.2 Kommunikation als dreistelliger Selektionsprozess
3.3 Funktional differenzierte Gesellschaft: Das Funktionssystem der Massenmedien
4. Der Shitstorm als Protestbewegung?
4.1 Definition Protest(-bewegungen)
4.2 Protestkommunikation im Shitstorm
5. Kommunikationsmedium Internet versus Massenmedien: Der Shitstorm als Social Media-Phänomen
5.1 Social Media und Interaktion
5.1.1 Allgemeine Definition von Web 2.0 und Social Media
5.1.2 Definition Interaktion
5.1.3 Social Media als Interaktionssystem
5.2 Medienbedingte Implikationen für das Phänomen Shitstorm
5.2.1 Fehlende Kontaktunterbrechung und neue Form von Öffentlichkeit
5.2.2 Niedrige Zugangsschwelle und Feedback in Echtzeit
5.3 Verhältnis von Shitstorm und Massenmedien
5.3.1 Massenmediale Inszenierung als Ausgangspunkt für Shitstorms
5.3.2 „Digitaler Spillover“: Shitstorms in der Berichterstattung der Massenmedien
6. Wenn das Interaktionssystem in Konflikt gerät: Der Shitstorm als Konflikt?
6.1 Definition Konflikt
6.2 Der Shitstorm: Konflikt als Gegnerschaft
6.3 Wenn der Konflikt eskaliert: Moralkommunikation im Shitstorm
6.3.1 Definition Moral
6.3.2 Eskalation auf persönlicher Ebene
6.4 Der Shitstorm als Immunsystem?
7. Der Shitstorm als digitaler Skandal?
7.1 Die Mechanismen der Skandalisierung nach Kepplinger
7.2 Shitstorm versus Skandal: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
7.2.1 Die Rolle des Kommunikationsmediums
7.2.2 Die Rolle der Moral
8. Fazit und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, das Phänomen „Shitstorm“ aus einer medientheoretischen Perspektive zu beleuchten, um es präzise zu definieren und seine gesellschaftliche Funktion einzuordnen. Dabei wird insbesondere untersucht, ob sich ein Shitstorm mit Protestbewegungen oder Skandalen im Sinne der Systemtheorie Niklas Luhmanns gleichsetzen lässt.
2.1.1 Nestlé
Am 17.03.2010 lancierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine (Social Media-)Kampagne gegen den weltgrößten Nahrungsmittelkonzern Nestlé „Ask Nestlé to give rainforests a break“. Der Vorwurf lautete, dass Nestlé für die Produktion seines Schokoriegels „KitKat“ Palmöl verwende. Für die Palmölgewinnung würde Regenwald in Indonesien abgeholzt und damit einer der letzten Lebensräume von Orang-Utans zerstört. Dieser Zusammenhang wurde mithilfe eines provokanten Videos demonstriert: Ein Büromitarbeiter schreddert Unterlagen und gönnt sich eine Pause – Have a Break, Have a KitKat – in der er einen Schokoriegel gedankenverloren auspackt. Nur die anderen Büromitarbeiter im Video und der Zuschauer sehen, dass es sich bei der vermeintlichen Süßigkeit um einen behaarten Finger eines Affen handelt. Als der Mitarbeiter abbeißt, fließt ihm Blut aus dem Mund und spritzt auf die Tastatur seines Rechners: „Give the Orang-utang a Break.“ Das Video wurde auf YouTube online gestellt und war gleichzeitig auf der Internetseite und der Facebook-Seite von Greenpeace abrufbar mit der Aufforderung, das Video via Facebook und Twitter zu verbreiten. Am Abend desselben Tages, unmittelbar nach Beginn der Kampagne, veranlasste das Unternehmen die Sperrung des Videos auf dem englischsprachigen YouTube-Kanal. Zahlreiche Internetnutzer luden daraufhin das Video erneut hoch – das Video verbreitete sich nun viral.
1. Einleitung: Hinführung zum Phänomen Shitstorm anhand aktueller Beispiele und Darlegung des Forschungsziels, das Phänomen medientheoretisch unter Rückgriff auf Niklas Luhmann zu untersuchen.
2. Der Shitstorm: Erste Eingrenzung des Phänomens: Vorstellung prominenter Fallbeispiele von Shitstorms und Ableitung erster charakteristischer Merkmale aus diesen Ereignissen.
3. Allgemeine Einführung in die Systemtheorie Luhmanns: Grundlagen der systemtheoretischen Perspektive, insbesondere die Definition von Kommunikation und sozialen Systemen als Basis für die weitere Analyse.
4. Der Shitstorm als Protestbewegung?: Überprüfung, inwiefern ein Shitstorm die Kriterien einer Protestbewegung nach Luhmann erfüllt oder sich grundlegend davon unterscheidet.
5. Kommunikationsmedium Internet versus Massenmedien: Der Shitstorm als Social Media-Phänomen: Gegenüberstellung der Kommunikationsgegebenheiten in sozialen Medien und Massenmedien sowie Analyse des Einflusses des Internets auf die Entstehung von Shitstorms.
6. Wenn das Interaktionssystem in Konflikt gerät: Der Shitstorm als Konflikt?: Analyse der Eskalationsdynamik von Shitstorms durch den Konfliktbegriff und die Rolle moralischer Kommunikation.
7. Der Shitstorm als digitaler Skandal?: Untersuchung der strukturellen Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Shitstorms und klassischen Medienskandalen sowie der Rolle von Moral und Skandalisierung.
8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf künftige Forschungsnotwendigkeiten sowie praktische Implikationen für den Umgang mit Shitstorms.
Shitstorm, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Soziale Medien, Massenmedien, Protestbewegung, digitale Kommunikation, Skandal, Konflikt, Moralkommunikation, Interaktionssystem, Web 2.0, Empörung, Krisenmanagement, Internet
Die Arbeit untersucht das Phänomen Shitstorm aus einer medien- und systemtheoretischen Perspektive, um zu klären, was ein Shitstorm ist, wie er funktioniert und welche Funktion er in der modernen Gesellschaft erfüllt.
Die Arbeit verknüpft die Systemtheorie von Niklas Luhmann mit den Kommunikationsrealitäten digitaler Medien, beleuchtet das Verhältnis zu Protestbewegungen und Medienskandalen und analysiert die Dynamik von Konflikten im Internet.
Das Ziel ist die theoretische Einordnung des Shitstorms. Es soll geklärt werden, ob es sich dabei um eine Protestbewegung, einen digitalen Skandal oder ein eigenständiges Konfliktphänomen handelt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Erörterung unter Heranziehung der Systemtheorie Niklas Luhmanns. Auf eine eigene empirische Analyse wird verzichtet; stattdessen werden bekannte Fallbeispiele aus den Medien genutzt, um die theoretischen Thesen zu illustrieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Luhmanns Systemtheorie, die Abgrenzung zu Protestbewegungen, die Untersuchung der spezifischen Kommunikationsbedingungen des Internets im Vergleich zu Massenmedien sowie die Analyse von Konflikteskalationen.
Zentrale Begriffe sind Shitstorm, Systemtheorie, soziale Systeme, Kommunikation, Protestbewegung, Internet, soziale Medien, Skandal, Konflikt und moralische Kommunikation.
Laut der Analyse ist ein Shitstorm aufgrund seines kurzlebigen Charakters und des fehlenden Commitments der Teilnehmer keine Protestbewegung. Ein Shitstorm weist keine längerfristige Systembildung auf, während Protestbewegungen auf Dauer angelegt sind.
Die Arbeit stellt fest, dass ein Shitstorm zwar moralische Züge annimmt, aber nicht von Anfang an ein moralisches Phänomen ist wie der klassische Medienskandal. Die Skandalisierung durch Massenmedien ist keine notwendige Bedingung für einen Shitstorm.
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