Bachelorarbeit, 2013
43 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Baal als dionysischer (Lebens-)Künstler
3 Übermensch Baal?
4 Das Nichts. Verlorenheit oder Überwindung?
5 Baals Tod. Versagen oder Vollendung?
Diese Bachelorarbeit untersucht die philosophischen Verbindungen zwischen Bertolt Brechts Theaterstück „Baal“ und der Philosophie Friedrich Nietzsches. Das primäre Ziel ist es, hermeneutisch aufzuzeigen, wie Baals Charakterstruktur, seine Kunstauffassung sowie sein Umgang mit Nihilismus und Tod in der Tradition nietzscheanischer Denkansätze stehen.
2 Baal als dionysischer (Lebens-)Künstler
Die Kunsttheorie Nietzsches, die er in seiner ersten bedeutenden Schrift, der „Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ entwirft, gleicht mehr einer ästhetischen Metaphysik denn einer Behandlung der Kunst als Gegenstandsbereich der Philosophie. Ästhetische Metaphysik deshalb, weil Nietzsche die Kunst in einer nie da gewesenen Radikalität zum Dreh- und Angelpunkt des Daseins macht: wie das obige Zitat aus der Geburt der Tragödie besagt, ist die Welt und das Dasein für Nietzsche nichts Anderes als ein ästhetisches Phänomen und der Mensch nichts Anderes als ein Künstler, der mehr oder weniger unbewusst die Welt und sein Leben als Kunstobjekt gestaltet und als Teil dieser Welt somit auch selbst dem Kunstwerk angehört. Die Theorie unterscheidet zwei antagonistische Prinzipien der Kunst: Das Apollinische Prinzip verkörpert alles Schöne, das Maß, die Harmonie, den Traum und den Schein. Demgegenüber steht das Dionysische. Rauschvolle Wirklichkeit, Verschmelzung, Chaos und das Zerbrechen von geordneten Individualitätsprinzipien sind seine Merkmale. Während dem Apollinischen eher die bildnerische Kunst zugeordnet wird, gehört die Musik, also die unbildnerische Kunst in den Bereich des Dionysischen Prinzips. Dennoch durchwirken die beiden Pole nicht nur die Kunst, sondern auch das menschliche Leben selbst.
1 Einleitung: Die Einleitung etabliert die Forschungshypothese einer tiefen Verbundenheit von Brechts „Baal“ mit der Philosophie Nietzsches und erläutert die hermeneutische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Baal als dionysischer (Lebens-)Künstler: Dieses Kapitel analysiert Baals Kunstauffassung und seinen Lebensstil als gelebte dionysische Prinzipien, die das Dasein jenseits traditioneller Moral ästhetisieren.
3 Übermensch Baal?: Hier wird untersucht, inwieweit die Figur Baals als mythisches, von menschlichen Kategorien losgelöstes Wesen Züge des nietzscheanischen Übermenschen trägt.
4 Das Nichts. Verlorenheit oder Überwindung?: Das Kapitel diskutiert das Spannungsfeld zwischen Nihilismus und einer bejahenden Lebenshaltung bei Brecht, wobei Baal als Überwinder des passiven Nihilismus positioniert wird.
5 Baals Tod. Versagen oder Vollendung?: Die abschließende Analyse zeigt auf, dass Baals Tod kein moralisches Scheitern darstellt, sondern die letzte Konsequenz seines vitalistischen Lebensprogramms im Einklang mit der Natur ist.
Bertolt Brecht, Friedrich Nietzsche, Baal, Nihilismus, Übermensch, Dionysisch, Kunsttheorie, Vitalismus, Lebensbejahung, Existenzialismus, Amor Fati, Moderne, Mythos, Ästhetik, Tod.
Die Arbeit untersucht die philosophischen Parallelen zwischen Bertolt Brechts Frühwerk „Baal“ und den zentralen Lehren Friedrich Nietzsches, insbesondere im Hinblick auf Lebensführung und Kunstauffassung.
Die zentralen Themen sind das dionysische Prinzip, der Übermensch, die Überwindung des Nihilismus nach dem Tod Gottes und die Frage nach der Deutung des eigenen Todes.
Ziel ist es, nachzuweisen, dass Brechts „Baal“ in seiner Konzeption stark von nietzscheanischen Ideen beeinflusst ist und diese in einer „anti-idealistischen Poetik“ widerspiegelt.
Die Arbeit nutzt eine hermeneutische, texthermeneutische und intertextuelle Perspektive, um die philosophischen Ansätze Nietzsches mit Baals Charakterstrukturen zu vergleichen.
Der Hauptteil analysiert die Kunstauffassung Baals, seine Nähe zum Übermensch-Konzept, seine Haltung gegenüber dem Nichts sowie seinen Umgang mit dem eigenen Sterben.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Brecht, Nietzsche, Baal, Vitalismus, Nihilismus und Ästhetik charakterisiert.
Die Autorin deutet den Tod Baals nicht als Versagen, sondern als konsequente Vollendung eines Lebens, das den „Zyklus von Werden und Vergehen“ bejaht.
Die Autorin sieht in Baal eine mythische Figur, die übermenschliche Prinzipien verinnerlicht hat, betont jedoch, dass die Unschärfe des Übermensch-Begriffs bei Nietzsche einen exakten Vergleich erschwert.
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