Bachelorarbeit, 2013
54 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Erklärungsstrategien Internationaler Beziehungen
2.1 Neorealismus
2.2 Konstruktivismus
3 Historischer Abriss des israelisch-palästinensischen Konflikts und Status Quo der Zwei-Staaten-Lösung
3.1 Land für Frieden? Israelischer Siedlungsbau im Westjordanland und Ost-Jerusalem
3.2 „Gespaltenes“ Palästina: Hamas in Gaza, PLO/Fatah im West-Jordanland
4 Neorealistische Analyse
4.1 Israel
4.2 Palästina
5 Konstruktivistische Analyse
5.1 Israel
5.2 Palästina
6 Auswertung der Analysen
7 Fazit
Die Arbeit untersucht die Gründe für das Ausbleiben der Umsetzung der Zwei-Staaten-Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt 65 Jahre nach dem UN-Teilungsplan. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, welche Interessen Israel und Palästina an der Zwei-Staaten-Lösung haben, unter Anwendung der theoretischen Rahmenbedingungen des Neorealismus und des Konstruktivismus.
2.2 Konstruktivismus
Ist der Neo-Realismus im zeitgeschichtlichen Kontext des Ost-West-Konfliktes zu verorten, liefert der Konstruktivismus für dessen Auflösung Ende der 1980er Jahre Erklärungsansätze, die das aktuelle Weltgeschehen reflektieren: Die machtpolitische Logik kann durch Lernprozesse durchbrochen werden, das Staatensystem selbst ist ein soziales Konstrukt bei dem Fremd- und Selbstwahrnehmung von Staaten eine zentrale Rolle zukommt.
Als wichtigster Vertreter des Konstruktivismus gilt Alexander Wendt, dessen wissenschaftlicher Beitrag aus dem Jahre 1992 bereits im Titel eine Kritik am Waltzschen Neorealismus formulierte und deutlich machte, dass das existierende Analyseinstrumentarium in den IB einer Erweiterung bedarf: „Anarchy is what states make of it: the social construction of power politics“.
Für Wendt ist Anarchie kein „Naturzustand“ per se mehr, sondern beruht darauf, welches kognitive und handlungsanleitende Verständnis Staaten von Anarchie haben. Das bei Waltz betonte Sicherheit-Dilemma und der damit einhergehende Zwang zur Selbsthilfe bzw. Aufrüstung der Staaten kommentiert WENDT wie folgt (1992, 402ff.):
“Self help is an institution, not a constitutive feature of anarchy. [...]… the meanings in terms of which action is organized arise out of interaction. “
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des langjährigen Nahostkonflikts ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Interessen der Konfliktparteien an der Zwei-Staaten-Lösung unter Rückgriff auf zwei politikwissenschaftliche Theorien.
2 Erklärungsstrategien Internationaler Beziehungen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Neorealismus und des Konstruktivismus als Paradigmen zur Analyse internationaler Politik.
3 Historischer Abriss des israelisch-palästinensischen Konflikts und Status Quo der Zwei-Staaten-Lösung: Es wird die historische Entwicklung des Konflikts bis zum gegenwärtigen Status quo nachgezeichnet, wobei Siedlungsbau und interne politische Spaltungen besonders hervorgehoben werden.
4 Neorealistische Analyse: Hier wird der Konflikt aus der neorealistischen Perspektive analysiert, wobei der Fokus auf Machtstreben, Sicherheit und der rationalen Nutzenkalkulation der Akteure liegt.
5 Konstruktivistische Analyse: Dieses Kapitel untersucht den Einfluss von Ideen, Normen, Identitäten sowie Selbst- und Fremdbildern auf das Verhalten von Israel und Palästina im Konflikt.
6 Auswertung der Analysen: In der Synthese werden die Ergebnisse der beiden theoretischen Analysen verglichen und hinsichtlich ihrer Erklärungskraft für die stockende Zwei-Staaten-Lösung bewertet.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit interdisziplinärer Ansätze für zukünftige Friedensforschung im israelisch-palästinensischen Kontext.
Israel, Palästina, Nahostkonflikt, Zwei-Staaten-Lösung, Neorealismus, Konstruktivismus, Siedlungspolitik, Sicherheitsdilemma, Identität, Friedensprozess, Anarchie, Machtpolitik, PLO, Hamas, Internationale Beziehungen
Die Arbeit analysiert, warum die seit langem angestrebte Zwei-Staaten-Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt bisher nicht umgesetzt werden konnte.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Konflikts, die Rolle der israelischen Siedlungspolitik sowie die innerpalästinensische politische Spaltung zwischen Fatah und Hamas.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage nach den Interessen beider Seiten an der Zwei-Staaten-Lösung unter Verwendung politikwissenschaftlicher Theorien.
Die Autorin verwendet einen theoretisch-analytischen Ansatz und vergleicht die Erklärungsmodelle des Neorealismus und des Konstruktivismus.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss, eine neorealistische Analyse und eine konstruktivistische Analyse beider Akteure, gefolgt von einer synthetisierenden Auswertung.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Sicherheitsdilemma, soziale Konstruktion von Identität, Anarchie, Machtressourcen und Friedensprozess geprägt.
Der Siedlungsbau wird aus neorealistischer Sicht als strategisches Mittel zur Macht- und Gebietsausweitung sowie zur Gewährleistung territorialer Sicherheit interpretiert.
Der Konstruktivismus erklärt, wie durch Ideologien, Feindbilder und religiöse Narrative eine dauerhafte Blockade entsteht, da das gegenseitige Vertrauen als notwendige Basis für Verhandlungen fehlt.
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