Masterarbeit, 2015
68 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Steuerplanung im internationalen Kontext
2.1 Begriffseinordnung, Ziele und Instrumente der internationalen Steuerplanung
2.2 Wesentliche Konfliktfelder bei der Besteuerung grenzüberschreitender Sachverhalte
2.2.1 Fehlende Harmonisierung der Steuersysteme
2.2.2 Internationaler Steuerwettbewerb
2.2.3 Mangelhafte Besteuerung der Unternehmensgewinne
3. Base Erosion und Profit Shifting (BEPS) als Konsequenz aktueller internationaler steuerlicher Entwicklungen
3.1 Steuervermeidung – Alles ganz legal?
3.2 Typische Formen aggressiver Steuergestaltungen
3.2.1 Finanzierungsgestaltungen
3.2.2 Lizenzgestaltungen
3.2.3 Preisgestaltungen
3.2.4 Produktionsgestaltungen
3.2.5 Einsatz von Holdinggesellschaften
3.3 Maßnahmen zur Missbrauchsbekämpfung
3.3.1 OECD-Aktionsplan
3.3.2 EU-Maßnahmenpaket
3.3.3 Nationalstaatliche Maßnahmen
4. Kritische Analyse ausgewählter Handlungsvorschläge zur Bekämpfung internationaler aggressiver Steuergestaltungen
4.1 Besteuerung der digitalen Wirtschaft
4.2 Neutralisierung der Auswirkungen von hybriden Gestaltungen
4.3 Beschränkung der Abzugsfähigkeit von Zinsen und Lizenzen
4.4 Einführung einer gemeinsamen konsolidierten Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage (GKKB)
4.5 Verbesserung der Steuertransparenz
5. Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Gestaltungsmöglichkeiten multinationaler Unternehmen zur Steuervermeidung sowie die kritische Beurteilung aktueller Maßnahmen zur Missbrauchsbekämpfung im internationalen Kontext. Die zentrale Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwieweit die vorgeschlagenen Maßnahmen der OECD und der EU anwendungstauglich sind und welche Defizite sie im komplexen Gefüge der internationalen Besteuerung aufweisen.
3.2.2 Lizenzgestaltungen
Für die steueroptimierenden Modelle kann nicht nur Finanzkapital, sondern auch intellektuelles Kapital genutzt werden: So wie die Zinsaufwendungen die Steuerbemessungsgrundlage mindern, können auch die Kosten für die Nutzung von Patenten, Marken oder Urheberrechten als betriebliche Ausgaben geltend gemacht werden. Analog zu Finanzierungsgestaltungen erfolgt die Gewinnverlagerung hierbei durch die Vergabe von Lizenzen.
Entscheidend bei einem Lizenzmodell ist, dass die Aufwendungen, die in Forschung und Entwicklung anfallen, zu Lasten des forschenden Unternehmens gehen. Bei einer anschließenden Aktivierung der entwickelten Wirtschaftsgüter (sog. Verwertung) erhöhen dagegen die Erträge die steuerliche Bemessungsgrundlage des Lizenzgebers und unterliegen dort der Besteuerung. Dementsprechend ist es aus steuerlicher Sicht sinnvoll, die Lizenzvergabe in einem Niedrigsteuerland anzusiedeln. Die anfallenden Lizenzgebühren senken damit die Ertragsbelastung in den Hochsteuerländern, gleichzeitig werden aber die aus der Verwertung entstandenen Gewinne gering versteuert.
Voraussetzung für eine derartige Gewinnverlagerung ist die steuerliche Anerkennung der von der ausländischen Niederlassung in Rechnung gestellten Lizenzgebühren durch die inländische Finanzverwaltung. Beispielsweise muss nach den deutschen Verwaltungsgrundsätzen den Betriebsstätten der Teil des Gewinns zugeordnet werden, den sie nach den Grundsätzen des Fremdvergleichs erwirtschaftet haben. Demzufolge können missbräuchliche Lizenzgestaltungen zwischen Stammhaus und Betriebstätten nicht berücksichtigt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das wachsende öffentliche und wissenschaftliche Interesse an Steuerplanungsstrategien multinationaler Unternehmen und führt in die Problematik der "aggressiven" Steuerplanung ein.
2. Steuerplanung im internationalen Kontext: Dieses Kapitel definiert die Begriffe, Ziele und Instrumente der internationalen Steuerplanung und erörtert wesentliche Konfliktfelder wie fehlende Harmonisierung und den Steuerwettbewerb.
3. Base Erosion und Profit Shifting (BEPS) als Konsequenz aktueller internationaler steuerlicher Entwicklungen: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Formen der aggressiven Steuergestaltung und stellt die OECD- sowie EU-Maßnahmen zur Missbrauchsbekämpfung vor.
4. Kritische Analyse ausgewählter Handlungsvorschläge zur Bekämpfung internationaler aggressiver Steuergestaltungen: Hier werden die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Besteuerung der digitalen Wirtschaft, zur Neutralisierung hybrider Gestaltungen und zur Erhöhung der Transparenz kritisch auf ihre Anwendungstauglichkeit hin geprüft.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Würdigung der Problematik und der Bewertung der vorgestellten Lösungsansätze für die internationale Steuerpraxis.
Steuerplanung, Aggressive Steuerplanung, BEPS, Gewinnverlagerung, Steuerwettbewerb, OECD, EU-Maßnahmen, Internationale Besteuerung, Steuerbemessungsgrundlage, Finanzierungsgestaltungen, Lizenzgestaltungen, Transferpreise, Holdinggesellschaften, Steuertransparenz, Doppelbesteuerung
Die Arbeit untersucht kritisch die Steuerplanungsstrategien international agierender Konzerne und analysiert die geplanten Maßnahmen zur Eindämmung dieser aggressiven Steuergestaltungen.
Zu den Kernbereichen gehören die Mechanismen der Gewinnverlagerung, die Auswirkungen des internationalen Steuerwettbewerbs sowie die regulatorischen Ansätze der OECD und EU.
Das Ziel ist die kritische Beurteilung der Anwendbarkeit und der Defizite der aktuell vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bekämpfung von Base Erosion und Profit Shifting (BEPS).
Die Arbeit nutzt eine systematische theoretische Analyse und wertet empirische Studien sowie aktuelle regulatorische Vorschläge (OECD/EU) aus.
Der Hauptteil analysiert spezifische Gestaltungsmethoden wie Finanzierungs-, Lizenz- und Preisgestaltungen sowie den Einsatz von Holdinggesellschaften anhand prominenter Praxisbeispiele.
Die zentralen Schlagworte sind Steuerplanung, BEPS, Gewinnverlagerung, Steuerwettbewerb und Steuertransparenz.
Unternehmen verlagern geistiges Eigentum in Niedrigsteuerländer und lassen sich von ihren Tochtergesellschaften in Hochsteuerländern hohe Lizenzgebühren zahlen, um dort die Bemessungsgrundlage zu mindern.
Dieses Modell ermöglicht es Konzernen wie Google, ihre effektive Steuerbelastung massiv zu senken, was von der Arbeit als Beispiel für unfairen Steuerwettbewerb angeführt wird.
Die gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage (GKKB) birgt neben theoretischen Vorteilen erhebliche administrative Herausforderungen und Risiken für die nationale Steuersouveränität.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

