Examensarbeit, 2012
76 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Vorüberlegungen und Begründung des Themas
2.1 Themenwahl, Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
2.2 Einordnung des Themas in den Lehrplan und Lernziele
2.3 Diskussion theoretischer Erkenntnisse
2.4 Empirische Gesamtplanung und experimentelle Fragestellungen
2.5 Variantendiskussion des methodischen Vorgehens
3 Darstellung der empirischen Untersuchung
3.1 Beschreibung und Eingrenzung der Lerninhalte
3.2 Beschreibung der Lerngruppe
3.3 Begründung, Darstellung und Reflexion einer ausgewählten Unterrichtssequenz
4 Zusammenfassung
4.1 Vergleich von Zielsetzung und Ergebnissen
4.2 Theoretische Reflexion und Aussagen zur Untersuchung
4.3 Eignung der angewandten Methoden
4.4 Auswertung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen
4.5 Konsequenzen und Ausblick
5 Bibliographie
5.1 Theoretische Erkenntnisse
5.2 Materialien für den Unterrichtsversuch
6 Anhang
Diese Arbeit untersucht die Perspektivübernahme als essenziellen Bestandteil historischen Denkens bei Schülern der neunten Klassenstufe am Beispiel der Unterrichtseinheit „Nationalsozialismus“. Ziel ist es, durch eine empirische Untersuchung zu prüfen, inwieweit multiperspektivische Unterrichtsmaterialien und historische Fallbeispiele die Fähigkeit der Schüler fördern, sich in die Lebenswelt anderer Personen hineinzuversetzen und deren Handlungen tolerant und sachlich auf Basis der damaligen Rahmenbedingungen zu reflektieren.
Perspektivübernahme als eine Kompetenz Historischen Denkens
Als theoretische Grundlage für die Einordnung der Perspektivübernahme in den Rahmen des Historischen Denkens wird das Modell von Michael Sauer herangezogen, welches auch für den Verband der Geschichtslehrer als Basis für das Erstellen der Bildungsstandards diente. Michael Sauer unterscheidet drei Kompetenzbereiche im Geschichtsunterricht: Die Sachkompetenz, die Deutungs- und Reflexionskompetenz und die Medien- und Methodenkompetenz. Der Begriff der Historischen Kompetenz findet sich dabei vor allem in der zweiten Kompetenz wieder. Diese zweite Kompetenz (Deutungs- und Reflexionskompetenz) wird von Michael Sauer nochmals in unterschiedliche Teilkompetenzen unterteilt, welche wiederum mehrere Unterkompetenzen besitzen. Bei der Deutungs- und Reflexionskompetenz handelt es sich, laut Michael Sauer, um „[...] den schwierigsten und anspruchsvollsten der drei Kompetenzbereiche.“ Folgende – für den Unterrichtsversuch entscheidende – Teilkompetenzen listet Michael Sauer auf: „Mit Perspektivität in der Geschichte umgehen“ und „Fremdverstehen leisten“. „Mit Perspektivität in der Geschichte umgehen“ bedeutet in diesem Fall, Perspektivität in Quellen zu erkennen (1), sich in unterschiedliche Perspektiven hineinzuversetzen (2) und historische Situationen und Ereignisse parallel aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten (3). Ein großer qualitativer Sprung bestehe hier zwischen den Unterkompetenzen zwei und drei. Die Schüler müssten erkennen, dass historische Quellen durch unterschiedliche Perspektiven geprägt seien, welche sich aus der Situation des Urhebers der Quelle ergäbe (u.a. kulturelle, religiöse, nationale, soziale, politische, wirtschaftliche Aspekte). Im Geschichtsunterricht müssten die Schüler deshalb einerseits mit möglichst vielen Quellen unterschiedlicher Perspektiven konfrontiert werden und andererseits dazu angehalten werden, selbst verschiedene Perspektiven einzunehmen.
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Perspektivübernahme im Geschichtsunterricht und Darlegung der Zielsetzung des Unterrichtsversuchs in einer 9. Klasse.
2 Vorüberlegungen und Begründung des Themas: Theoretische Fundierung des Vorhabens durch Einordnung in Lehrpläne sowie Diskussion der Fachdidaktik und Entwicklungspsychologie.
3 Darstellung der empirischen Untersuchung: Detaillierte Dokumentation des Unterrichtsverlaufs, der Lerninhalte sowie der methodischen Herangehensweisen wie Quellenarbeit und Gruppenpuzzle.
4 Zusammenfassung: Evaluation des Unterrichtsversuchs durch einen Abgleich der gesetzten Lernziele mit den tatsächlichen Ergebnissen sowie kritische Reflexion der angewandten Methoden.
5 Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten theoretischen Quellen und der Materialien für den Unterrichtsversuch.
6 Anhang: Kompendium aller verwendeten Arbeitsblätter, Quellen, Bilder und methodischen Ablaufpläne zur ergänzenden Information.
Perspektivübernahme, Historisches Denken, Geschichtsunterricht, Nationalsozialismus, Jugendorganisationen, Fremdverstehen, Michael Sauer, Robert L. Selman, Multiperspektivität, Ideologie, Zeitzeugen, Unterrichtsversuch, Urteilskompetenz, Sozialisation, Reflexion.
Die Arbeit untersucht, wie Schüler der neunten Klasse die Fähigkeit zur Perspektivübernahme im Kontext des Nationalsozialismus entwickeln und anwenden können.
Im Fokus stehen die Ideologie des Nationalsozialismus, die Struktur der Hitler-Jugend sowie die entwicklungspsychologischen und fachdidaktischen Voraussetzungen für das historische Fremdverstehen.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob und wie Schüler durch gezielte Quellenarbeit und emotionale Zugänge befähigt werden, historische Perspektiven – auch aus einer problematischen Zeit – sachlich nachzuvollziehen, ohne dabei die heutige Urteilsfähigkeit zu verlieren.
Es wird ein pädagogischer Unterrichtsversuch durchgeführt, der durch theoretische Fachliteratur gestützt und durch Fragebögen sowie schriftliche Schülerarbeiten empirisch ausgewertet wird.
Der Hauptteil beschreibt die didaktische Planung und Durchführung der Unterrichtseinheit, die Auseinandersetzung mit Zeitzeugenberichten und die Reflexion der Schüler über ihre Rolle als Jugendliche im NS-Staat.
Die zentralen Schlagworte sind Perspektivübernahme, historisches Denken, Multiperspektivität und Nationalsozialismus.
Die Klasse zeigte ein hohes Interesse, insbesondere durch den emotionalen Zugang über Musik und Bilder, und konnte die Anziehungskraft dieser Organisationen auf Jugendliche nachvollziehen, ohne die Ideologie selbst gutzuheißen.
Die fiktiven Antwortbriefe an Baldur von Schirach dienten als zentrales Messinstrument, um zu zeigen, dass die Schüler in der Lage sind, komplexe historische Standpunkte einzunehmen und diese in einer reflektierten Entscheidung zu begründen.
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