Diplomarbeit, 2014
70 Seiten, Note: 16/20
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Einleitung
2. Über den Autor
3. Der Roman „Ich“
4. Deutsch lernen in Frankreich
4.1 Die Unter- und Mittelstufe: das Collège
4.2 Die Oberstufe: das Lycée
4.3 Abibac
5. Der nationale Lehrplan für den Erwerb von Fremdsprachen in Frankreich
6. Der Roman „Ich“ in einer Unterrichtseinheit
6.1 Die Übereinstimmung mit dem nationalen Lehrplan
6.2 Didaktische Überlegungen zu „Ich“
6.3 Die Auswahl der Grundlage zur Textarbeit im Unterricht
6.4 Die für die Unterrichtseinheit relevanten Informationen des Textes
6.4.1 Tabelle 1: Aspekte des Textausschnitts für die Arbeit im Plenum
6.4.2 Tabelle 2: Aspekte der Ausschnitte für die Gruppenarbeit
6.5 Tabellarische Darstellung der Lernziele
6.6 Erste und zweite Séance: Arbeit im Plenum mit dem ersten Textausschnitt
6.7 Dritte bis fünfte Séance: Bearbeitung der Ausschnitte in Gruppen
6.8 Die Abschluss-Stunde
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
8.1 Internet-Referenzen
Die vorliegende Arbeit untersucht das didaktische Potenzial des Romans „Ich“ von Wolfgang Hilbig für den Deutschunterricht in Frankreich. Das primäre Ziel ist es, den Roman als authentisches und literarisch anspruchsvolles Medium zu nutzen, um Schülern ein tieferes Verständnis für die Atmosphäre der DDR, die Mechanismen eines totalitären Überwachungsstaates und die historische Teilung Deutschlands zu vermitteln, ohne dabei die Schüler durch die Lektüre des Gesamtwerks zu überfordern.
Die Wirklichkeit dieses Apparats
Die Wirklichkeit dieses Apparats ist der Versuch, einen Staat von Mitarbeitern zu schaffen, dachte W.; er dachte es in den trägen, verworrenen Momenten, in denen er aus dem Halbschlaf auftauchte. Und wenn man die ganze Geschichte auf diesen Nenner bringt, dann klingt es überhaupt nicht besonders gefährlich.
Mit welcher Katastrophe hat es denn bei mir angefangen? – Entweder gab es bei ihm keine, oder es hatte noch wenig Veranlassung gegeben, dass er daran erinnert werden musste. Denn das hermetische Schweigen war natürlich unheimlich, je tiefer es wurde, um so mehr machte es den Anschein einer Ruhe vor dem Sturm; wenn man nicht spurte, konnte die Katastrophe jeden Augenblick wieder auftauchen ... aus dem Halbschlaf, und dann war sie sicherlich ausgebaut zur nicht wiedergutzumachenden Katastrophe. Diese Überraschung behielten sie sich immerhin vor. – Das bedeutete also in seinem Fall, daß er bisher gespurt hatte ... es war ein Lieblingsausdruck in der Firma: er hatte gespurt, er war gut gewesen in der Spur, ein guter Spürhund! – Wenn er seine Katastrophe also kennenlernen wollte, so musste er künftig ein bisschen gegensteuern, ein bisschen links und rechts der Spur schnüffeln, nicht immer nur blind und geil in Richtung Ziel stürzen, das wollten sie sowieso nicht, sie schwatzten doch ununterbrochen von Wachsamkeit ...
1. Einleitung: Erläutert die Relevanz authentischer Materialien im Fremdsprachenunterricht und stellt die Forschungsfrage nach der didaktischen Integration des Romans „Ich“ in Frankreich.
2. Über den Autor: Biographische Skizze von Wolfgang Hilbig, fokussiert auf seine Herkunft, seine Erfahrungen in der DDR und seinen Schreibprozess.
3. Der Roman „Ich“: Analysiert die Thematik der Unfähigkeit zur freien Meinungsäußerung und die Rolle der Staatssicherheit im Roman.
4. Deutsch lernen in Frankreich: Beschreibt den französischen schulischen Kontext von der Grundschule bis zum Abibac.
5. Der nationale Lehrplan für den Erwerb von Fremdsprachen in Frankreich: Erörtert die Anforderungen des Lehrplans und die Rolle von Literatur als authentischem Dokument.
6. Der Roman „Ich“ in einer Unterrichtseinheit: Detaillierte Planung und methodische Vorgehensweise für die Behandlung des Romans in der Schule.
7. Fazit: Fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und bestätigt die Eignung des Romans für den Deutschunterricht.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Internetquellen.
Wolfgang Hilbig, DDR, Stasi, Überwachung, Deutschunterricht, Fremdsprachenerwerb, Literaturdidaktik, Frankreich, Abibac, Republikflucht, Roman „Ich“, Erinnerungskultur, totalitäre Regime, Manipulation, interkulturelle Kompetenz.
Die Arbeit untersucht, wie der Roman „Ich“ von Wolfgang Hilbig didaktisch sinnvoll in den Deutschunterricht an französischen Schulen, insbesondere in Abibac-Klassen, eingebettet werden kann, um DDR-Geschichte zu vermitteln.
Die zentralen Themen sind die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit, die Funktionsweise des Stasi-Überwachungsapparates sowie die literarische Auseinandersetzung mit Identität und Manipulation.
Die Forschungsfrage lautet, wie ein sprachlich anspruchsvoller Roman über die DDR im französischen Deutschunterricht behandelt werden kann, ohne das Werk als Ganzes lesen zu müssen.
Es handelt sich um eine didaktische Analyse, die Lehrpläne mit literaturwissenschaftlichen Aspekten verknüpft und eine methodische Umsetzung in Form von „Séances“ (Unterrichtseinheiten) vorschlägt.
Der Hauptteil befasst sich mit der Biographie des Autors, der inhaltlichen Analyse des Romans, dem französischen Bildungssystem sowie dem konkreten Entwurf einer Unterrichtssequenz.
Wichtige Begriffe sind DDR, Stasi, Überwachung, Literaturdidaktik, Abibac, Manipulation und interkulturelle Kompetenz.
Um die Schüler im Teenageralter nicht durch einen komplexen 400-Seiten-Roman zu überfordern und ihre Motivation durch gezielte Textarbeit und Detektiv-Methodik zu steigern.
Die Stasi dient als zentrales Element, um Mechanismen totalitärer Kontrolle, Angst und psychologischer Manipulation am Beispiel der Romanfigur „W.“ zu veranschaulichen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

