Bachelorarbeit, 2015
41 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Mehrsprachigkeit
3. Bilingualismus
3.1 Der bilinguale Erstspracherwerb
3.2 Spracheneinfluss
3.3 Das Drei-Phasen-Modell
3.4 Sprachentrennung ohne Spracheneinfluss
3.5 Sprachentrennung mit Spracheneinfluss
3.6 Sprachdominanz
4. Sprachliche Besonderheiten bei bilingualen Sprechern
4.1 Interferenz
4.2 Transfer
4.3 Entlehnung
4.4 Code-Switching
4.4.1 Two-Constraints-Modell
4.4.2 Matrix-Language-Frame-Modell
4.4.3 Soziolinguistische und pragmatische Beschränkungen
5. Kindliches Code-Switching
5.1 Bilingualer Erstspracherwerb und kindliches Code-Switching
5.2 Bilingual aufwachsen - Auswirkungen zweisprachiger Erziehung
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Mehrsprachigkeit und des bilingualen Erstspracherwerbs aus linguistischer Sicht. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf dem kindlichen Code-Switching, um zu analysieren, ob dieses auf bewussten Strategien basiert oder aus einer Überforderung resultiert und welche Faktoren – wie etwa die Wahl der Gesprächsstrategie – dieses Verhalten beeinflussen.
3.1 Der bilinguale Erstspracherwerb
Beim bilingualen Erstspracherwerb geht man von einem natürlichen Erwerb zweier Sprachen aus. Er unterschiedet sich somit vom sogenannten L1-Erwerb, der den Erwerb der ersten Sprache, im Normalfall der Muttersprache, im monolingualen Individuum beschreibt. Von L2-Erwerb spricht man, wenn ein Kind eine weitere Sprache erlernt, deren Erwerb ebenso wie beim L1-Erwerb nicht regelgeleitet verläuft. Der Erwerb erfolgt meist innerhalb der Familie und im direkten sozialen Umfeld eines Kindes und unterliegt somit im Gegensatz zum gelenkten Zweitspracherwerb keinen bestimmten Regeln (Claus 2008, 6).
Wie in Kapitel 3 erwähnt, wird beim bilingualen Erstspracherwerb zwischen simultanem und sukzessivem Erwerb unterschieden. Nach McLaughlin (1984, zit. nach Claus 2008, 6) spricht man von einem simultanen Spracherwerb, wenn beide Sprachen vor dem Alter von drei Jahren eingeführt werden, von sukzessivem Erwerb, wenn der Erwerb der zweiten Sprache nach dem Alter von drei Jahren erfolgt, jedoch noch vor dem Alter von sieben Jahren. Allerdings sind einige Autoren der Meinung, dass die Unterscheidung von simultanem und sukzessivem Erwerb nicht unbedingt immer eindeutig sein muss und unterscheiden daher des Öfteren grob zwischen kindlichem und erwachsenem Erwerbsbeginn (vgl. Müller et al. 32011, 16).
Beim bilingualen Erstspracherwerb ist der Anteil beider Sprachen im kindlichen Alltag beinahe ausgewogen, was dadurch bedingt ist, dass der gleichzeitige Input der beiden zu erwerbenden Sprachen von Anfang an in ähnlichem Umfang existiert (Claus 2008, 7).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Mehrsprachigkeit in einer globalisierten Welt ein und umreißt das Ziel, den bilingualen Erstspracherwerb sowie das Phänomen des Code-Switchings bei Kindern zu untersuchen.
2. Mehrsprachigkeit: Es wird definiert, dass Mehrsprachigkeit auf individueller Ebene die Beherrschung mehrerer Sprachen umfasst, wobei zwischen simultanem und sukzessivem Erwerb unterschieden wird.
3. Bilingualismus: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Definitionen von Bilingualismus und beleuchtet zentrale theoretische Erwerbsmodelle sowie Phänomene wie Spracheneinfluss und Sprachdominanz.
4. Sprachliche Besonderheiten bei bilingualen Sprechern: Hier werden Sprachkontaktphänomene wie Interferenz, Transfer und Entlehnung abgegrenzt und das Code-Switching als regelgeleiteter Sprachstil sowie dessen Beschränkungen analysiert.
5. Kindliches Code-Switching: Der Fokus liegt auf der Untersuchung, ob Kinder beim Sprachwechsel bereits ähnliche Strategien wie Erwachsene verfolgen und welche internen sowie externen Faktoren dieses Verhalten beeinflussen.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass individueller Bilingualismus weit verbreitet ist und Code-Switching bei Kindern oft ein Zeichen kompetenter Sprachverwendung statt eines Kompetenzmangels darstellt.
Bilingualismus, Erstspracherwerb, Mehrsprachigkeit, Code-Switching, Sprachmischung, Sprachdominanz, Interferenz, Transfer, Entlehnung, Sprachentrennung, Spracheneinfluss, Spracherziehung, kindliche Entwicklung, Gesprächsstrategien
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Mehrsprachigkeit, insbesondere mit dem bilingualen Erstspracherwerb und dem Phänomen des kindlichen Code-Switchings.
Zu den zentralen Themen gehören die Definition und Erwerbskontexte von Bilingualismus, die linguistischen Besonderheiten bei bilingualen Sprechern (wie Code-Switching und Transfer) sowie die sozialen und kognitiven Auswirkungen zweisprachiger Erziehung.
Das Ziel ist es, in das Forschungsfeld einzuführen, theoretische Erwerbsmodelle zu erläutern und aufzuzeigen, dass kindliches Code-Switching oft Ausdruck einer funktionalen Sprachnutzung ist und nicht zwangsläufig auf eine Sprachüberforderung hinweist.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Auswertung aktueller linguistischer Fachliteratur und verschiedener Studien zum kindlichen Spracherwerb und Code-Switching basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Spracherwerbs, die detaillierte Beschreibung von Sprachkontaktphänomenen, die Analyse der grammatikalischen und pragmatischen Restriktionen von Code-Switching sowie die Untersuchung kinderspezifischer Sprachwechselmuster.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bilingualismus, Erstspracherwerb, Code-Switching, Sprachdominanz, Interferenz und kindliche Entwicklung charakterisiert.
Dies bezieht sich auf Beobachtungen, bei denen eine erste Phase der Sprachmischungen zunächst stark abnimmt, gefolgt von einer Phase mit weniger Wechseln, bevor diese später wieder in höherer Anzahl auftreten.
Die Studie von Eichler (2015) zeigt, dass Kinder ihr Sprachverhalten an das der Interaktionspartner anpassen; bei monolingual ausgerichteten Gesprächsstrategien treten tendenziell weniger Sprachwechsel beim Kind auf als bei bilingualen Strategien.
Obwohl die Sprachdominanz eine bedeutende Rolle spielt, zeigt die Forschung, dass sie nicht der alleinige oder ausschlaggebende Faktor ist; externe Faktoren wie die Gesprächsstrategie des Interaktionspartners haben einen entscheidenden Einfluss auf das Sprechverhalten des Kindes.
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