Examensarbeit, 2015
79 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Nutzung neuer Medien durch Kinder und Jugendliche
2.1 Bedeutung sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche
2.2 Gefahren sozialer Netzwerke
3 Cybermobbing vs. Mobbing/Bullying
3.1 Definitionen
3.2 Merkmale und Erscheinungsformen
3.3 Ursachen und psychosoziale Funktion
3.4 Folgen von (Cyber-)Bullying
3.5 Präventions- und Interventionsmaßnahmen
4 Medienbildung in der Schule
4.1 Was bedeutet Medienbildung?
4.2 Ziele der Medienbildung in der Schule
4.3 Einbettung und Stellenwert der Medienbildung im Lehrplan
4.4 Medienpädagogische Konzepte in der Schule
4.4.1 Medienscouts NRW
4.4.2 Medienpass NRW
4.4.3 Initiative Eltern und Medien
4.5 Kritische Analyse im Hinblick auf Cyberbullying
4.5.1 Medienscouts NRW
4.5.2 Medienpass NRW
4.5.3 Initiative Eltern und Medien
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit analysiert die Bedeutung schulischer Medienbildung vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung digitaler Medien und der damit verbundenen Gefahren, insbesondere Cybermobbing. Das primäre Ziel ist es, den Handlungsbedarf für Schulen aufzuzeigen, medienpädagogische Konzepte zu evaluieren und Anregungen zur Integration von Medienbildung als festem Bestandteil im Schulalltag zu geben.
3.2 Merkmale und Erscheinungsformen
Fereidooni hat auf Basis mehrerer Forschermeinungen fünf Kriterien herausgearbeitet, die erfüllt sein müssen, um ein Verhalten als Bullying einstufen zu können. Das erste Kriterium ist der Wiederholungsaspekt, d.h., dass die Angriffe über mehrere Wochen mindestens einmal wöchentlich stattfinden müssen. Dabei müssen diese eine verletzende Intention erkennen lassen, d.h. die Angriffe müssen aggressiv und darauf ausgerichtet sein, dem Opfer physischen und/oder psychischen Schaden zuzufügen. Oft ist dabei auch ein Vertreibungsstreben auf Täterseite auszumachen, denn nicht selten ist es ihr Ziel, das Opfer systematisch aus der Klasse zu vertreiben. Ferner kann man von Bullying nur dann sprechen, wenn zwischen Täter und Opfer aufgrund von physischen, psychischen oder sozialen Faktoren ein asymmetrisches Kräfte oder Machtverhältnis besteht. Die Hilflosigkeit des Opfers, das oft ein Gefühl der Ohnmacht erlebt, weil es sich dem Täter hilflos ausgeliefert sieht und nicht an Hilfestellungen von außen glaubt, ist ein weiteres Kriterium.
Wasilweski unterscheidet zudem zwischen physischem und psychischem, sowie direktem verbalen und indirektem Mobbing: Physische Gewalt findet man am häufigsten unter Grundschülern vor, die über eine noch zu geringe soziale Intelligenz verfügen und auf Anspucken, Treten o.ä. zurückgreifen. Zum direkten verbalen Mobbing gehören Beschimpfungen, Auslachen etc. – auf das Cyberspace übertragen bedeutet es verbale Beleidigungen, sozialen Ausschluss aus Chats bis hin zur Androhung von physischer Gewalt.
Das indirekte Mobbing geschieht zunächst ohne Beteiligung und Wissen des Opfers und hat durch die verstärkte Nutzung des Social Web eine neue Dimension erhalten: Gerüchte o.ä. werden einer breiten Masse in Sekunden unterbreitet, durch die vermeintliche Anonymität im virtuellen Raum scheint es keine inhaltliche oder zeitliche Grenze mehr für das Mobbing zu geben – das Mobbingopfer scheint hilf- und machtloser denn je. Zu den indirekten Strategien im Cyberspace zählen Rufschädigung, Veröffentlichung intimer Informationen oder Bilder, Bildmontagen o.ä..
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Mediatisierung der Lebenswelt und definiert Cybermobbing als zentrales, untersuchungswürdiges Exemplum für die Notwendigkeit schulischer Medienbildung.
2 Nutzung neuer Medien durch Kinder und Jugendliche: Dieses Kapitel erläutert den Einfluss von Web-2.0-Angeboten auf die Sozialisation und Identitätsarbeit sowie die damit verbundenen Risiken für Kinder und Jugendliche.
3 Cybermobbing vs. Mobbing/Bullying: Hier werden Definitionen, Merkmale, Ursachen und Folgen von Cybermobbing analysiert und von klassischem Mobbing abgegrenzt.
4 Medienbildung in der Schule: Das Kapitel untersucht den Stellenwert und die Ziele von Medienbildung, analysiert deren theoretische Verankerung und bewertet praktische Konzepte wie Medienscouts NRW, Medienpass NRW und die Initiative Eltern+Medien.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass schulische Medienbildung zur Eindämmung von Cybermobbing unerlässlich ist und eine komplexere Verankerung in der Schulpraxis sowie eine stärkere Einbindung der Eltern erfordert.
Medienbildung, Cybermobbing, Cyberbullying, Medienkompetenz, Soziale Netzwerke, Identitätsbildung, Sozialisation, Prävention, Intervention, Medienpass NRW, Medienscouts NRW, Peer-Education, Medienerziehung, Jugendschutz, Schule
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse medienpädagogischer Konzepte in Schulen unter besonderer Berücksichtigung ihrer Eignung zur Prävention und Intervention von Cybermobbing.
Die zentralen Felder sind die Bedeutung neuer Medien für die Identitätsentwicklung von Kindern, das Phänomen Cybermobbing sowie die schulischen Strategien zur Vermittlung von Medienkompetenz.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie schulische Medienbildung zur Bekämpfung von Cybermobbing beitragen kann und warum ihre Integration als fester Bestandteil des Unterrichts dringlich ist.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller medienpädagogischer Forschung und einer kritischen Analyse spezifischer, in Nordrhein-Westfalen praktizierter Konzepte.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Mediennutzung, die detaillierte Beschreibung des Cyberbulyings, die Untersuchung des Bildungsauftrags zur Medienbildung sowie die kritische Begutachtung konkreter pädagogischer Projekte.
Die wichtigsten Schlagworte sind Medienbildung, Cybermobbing, Medienkompetenz, Prävention, Peer-Education und schulische Erziehungsaufträge.
Die Arbeit analysiert gezielt regional implementierte Konzepte wie Medienscouts NRW und Medienpass NRW, die vom Landesinstitut für Medien für Schulen in NRW entwickelt wurden.
Die Einbindung der Eltern wird als essenziell erachtet, da das Elternhaus die primäre Sozialisationsinstanz ist und eine langfristige Wirkung nur durch eine enge Kooperation von Schule und Elternhaus erzielt werden kann.
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