Bachelorarbeit, 2015
33 Seiten, Note: 2,0
1. Darstellung der Ressourcenorientierung
1.1 Ressourcenorientierung in der Sozialen Arbeit
1.2 Ressourcenorientierung in der Kinder- und Jugendhilfe
2. Aktivierende Sozialpolitik in Deutschland seit den 90er Jahren
2.1 Machtverhältnisse
2.2 Entwicklung des deutschen Sozialstaats seit 1990
2.3 Gesellschaftliche Veränderungen in Bezug auf Aktivierung
2.4 Individualität und Selbstbestimmung im Kontext gesellschaftlicher Zwänge
3. Das Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe
3.1 Offene Kinder- und Jugendarbeit
3.2 Lebensweltorientierung
3.3 Fallbeispiel aus dem Feld offenen Kinder- und Jugendarbeit
4. Ressourcenorientierte Soziale Arbeit kritisch betrachtet
4.1 Kritik aus sozialpolitischer Sicht
4.2 Kritik aus pädagogischer- und psychologischer Perspektive
4.3 Soziale Arbeit als Dienstleistung
Die Arbeit untersucht den ressourcenorientierten Ansatz der Sozialen Arbeit kritisch vor dem Hintergrund gesellschaftspolitischer Entwicklungen und staatlicher Aktivierungspolitik, wobei die Diskrepanz zwischen individuellem Anspruch und strukturellen Rahmenbedingungen im Fokus steht.
3.3 Fallbeispiel aus dem Feld offenen Kinder- und Jugendarbeit
Dieser Fall wurde als Lehrmittel zu einer Seminarreihe an der Universität Duisburg- Essen vorgestellt. Die zuständige Sozialarbeiterin handelt streng nach den Prinzipien der Ressourcenorientierung und bedient den grundsätzlichen Vorrang aktivierender Arbeit vor betreuender Tätigkeit, d. h. sie bietet lediglich Hilfe zur Selbsthilfe an. Ausgangspunkt jeglicher Handlungen soll der Wille der NutzerInnen sein. Gerade dort, in der unbedingten Orientierung am Willen der Kinder und Jugendlichen, liegt bei diesem Beispiel aus der Praxis ein Widerspruch bereits vor. Der Wille der Jugendlichen ist hier, wie später dargestellt wird, eine Aufforderung zu Hilfe und Unterstützung. Dieser Wille wird jedoch von der Sozialarbeiterin ignoriert und ordnet sich dem Handlungsprinzip der Aktivierung unter. Über die Auswirkung dieser Haltung auf Kinder- und Jugendliche geht die Autorin im pädagogischen Teil der kritischen Betrachtung ein.
Nun wird zunächst der Fall vorgestellt: In einer ländlichen Gemeinde mit ca. 6000 Einwohnern, am Rand des Ruhrgebietes, wird die für Jugendarbeit zuständige Sozialarbeiterin von vier Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren angesprochen. Diese fordern die Sozialarbeiterin auf, sie zu einem Treffpunkt zu begleiten, an dem sich jeden Abend eine Gruppe von Jugendlichen zusammen findet. Die Sozialarbeiterin kommt der Bitte nach und begleitet die Jugendlichen zu einem Treffpunkt zwischen Bahngleisen und einer Hauptstraße. Dort warten weitere sechs Jugendliche, darunter auch Timo.
1. Darstellung der Ressourcenorientierung: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund des ressourcenorientierten Ansatzes und den damit verbundenen Paradigmenwechsel in der Sozialen Arbeit hin zur lösungsorientierten Selbstbefähigung.
2. Aktivierende Sozialpolitik in Deutschland seit den 90er Jahren: Hier wird die historische Entwicklung des deutschen Sozialstaats seit den 90er Jahren beleuchtet und der Zusammenhang zwischen aktivierender Politik und der zunehmenden Individualisierung der Problemlösung aufgezeigt.
3. Das Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe: Dieses Kapitel verknüpft die rechtlichen Grundlagen und Konzepte wie Lebensweltorientierung mit einem konkreten Fallbeispiel aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.
4. Ressourcenorientierte Soziale Arbeit kritisch betrachtet: Das abschließende Hauptkapitel führt eine interdisziplinäre Kritik der Ressourcenorientierung aus sozialpolitischer, pädagogischer und psychologischer Sicht durch und hinterfragt das Konzept der Soziale Arbeit als Dienstleistung.
Soziale Arbeit, Ressourcenorientierung, Aktivierungspolitik, Kinder- und Jugendhilfe, Lebensweltorientierung, Dienstleistung, Empowerment, Selbstbefähigung, Strukturprobleme, Identitätsbildung, Sozialstaat, Eigenverantwortung, Fallbeispiel, Soziale Gerechtigkeit, Machtverhältnisse.
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse des ressourcenorientierten Ansatzes in der Sozialen Arbeit und hinterfragt, inwiefern dieser Ansatz den komplexen Anforderungen der Praxis und den Bedürfnissen der NutzerInnen tatsächlich gerecht wird.
Die zentralen Themen sind der Paradigmenwechsel in der Sozialen Arbeit, die Auswirkungen der aktivierenden Sozialpolitik in Deutschland, das Konzept der Lebensweltorientierung und die kritische Reflektion professionellen Handelns.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ressourcenorientierte Ansätze Gefahr laufen, strukturelle Probleme zu verschleiern, indem sie Verantwortung einseitig auf das Individuum übertragen, und wie professionelle Soziale Arbeit stattdessen als Anwaltschaft für NutzerInnen agieren kann.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, die durch die Analyse eines praxisbezogenen Fallbeispiels ergänzt wird, um die abstrakten Konzepte an konkreten Handlungsweisen zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, die Einbettung in den sozialpolitischen Kontext der Agenda 2010, die Spezifizierung auf die Kinder- und Jugendhilfe sowie die interdisziplinäre Kritik aus pädagogischer und psychologischer Perspektive.
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Ressourcenorientierung, Aktivierung, Lebenswelt, Empowerment und der kritische Blick auf das Dienstleistungsmodell in der Sozialen Arbeit.
Der Kernkonflikt besteht darin, dass die Sozialarbeiterin dem Willen der Jugendlichen nach Unterstützung durch starres Festhalten an aktivierenden Handlungsprinzipien zunächst nicht nachkommt, was zu einer Enttäuschung bei den Betroffenen führt.
Die Autorin warnt davor, Ressourcenorientierung als bloßes Mittel zur Einsparung oder zur Übertragung der Verantwortung für gesellschaftliche Missstände auf das Individuum zu verwenden, anstatt die NutzerInnen tatsächlich durch strukturelle Unterstützung zu stärken.
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