Examensarbeit, 2004
120 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Sinnsuche und Religiosität im Jugendalter
2.1 Die Lebensphase Jugend
2.1.1 Ziele und Dauer des Jugendalters
2.1.2 Einflussfaktoren in der Jugendphase
2.2 Sinnsuche und Religiosität als Aspekte jugendlicher Sozialisation
2.2.1 Sinnsuche und Religiosität im psychologischen Kontext
2.2.2 Sinnsuche und Religiosität im soziologischen Kontext
2.3 Jugendliche Religiosität
3. Die Star-Wars-Hexalogie
3.1 Wichtige Begriffe
3.1.1 Die Macht
3.1.2 Die Jedi-Ritter
3.1.3 Der Imperator
3.1.4 Der Todesstern
3.2 Figuren der Star-Wars-Hexalogie
3.2.1 Die Skywalker-Genealogie
3.2.2 Weitere Filmfiguren
3.3 Inhaltsangaben Episode I – Episode VI
3.3.1 Episode I - Die dunkle Bedrohung - 1999
3.3.2 Episode II – Angriff der Klonkrieger - 2002
3.3.3 Episode III – Titel noch unbekannt – ca. 2005
3.3.4 Episode IV – Eine neue Hoffnung - 1977
3.3.5 Episode V – Das Imperium schlägt zurück - 1980
3.3.6 Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter - 1983
4. Die konstruierte Sinnwelt der Star-Wars-Saga
4.1 Exkurs: Das Kino als spiritueller Kultort
4.2 Star-Wars als Heldenreise
4.2.1 Trennung
4.2.2 Inititiation
4.2.3 Rückkehr
4.2.4 Der Monomythos als Allegorie jugendlicher Entwicklung
4.3 Der dualistische Aufbau der Star-Wars-Hexalogie
4.3.1 Figurenpaare
4.3.2 Natur und Technik
4.3.3 Leib und Seele
4.3.4 Die „Macht“
4.3.5 Handlungsperspektiven in einer zweidimensionale Welt
4.4 Die bildliche Darstellung der Figuren
4.4.1 Figuren der dunklen Seite der Macht
4.4.2 Figuren der hellen Seite der Macht
4.4.3 Exkurs: Kritisierte Motivwahl
4.4.4 Die visuelle Informationsebene
4.5 Verwendung christlicher Motive
4.5.1 Der Erlöser
4.5.2 Die jungfräuliche Empfängnis
4.5.3 Die Wüste
4.5.4 Das Motiv des abgeschlagenen Arms
4.5.5 Tod und Auferstehung
4.5.6 Die Saga der gemischten Mythen
4.6 Eine Welt zum Staunen
5. Die mediale Herausforderung des Religionsunterrichts
5.1 Star Wars als Teil der Jugendkultur
5.2 Star Wars als Unterrichtsmaterial
5.2.1 Klasse 7/8: Nach Gott fragen – Gottesbilder
5.2.2 Klasse 9/10: Christsein in der pluralen Gesellschaft
5.2.3 Umfang des Einsatzes der Filmreihe
6. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der "Star Wars"-Filmreihe für Jugendliche in einer Phase der Sinn- und Religionssuche. Ziel ist es, die Wirkung dieser Filme im Kontext von jugendlicher Sozialisation und Medienkonsum zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, ob sie als sinnstiftende "Kinoreligion" fungieren oder die christliche Religionspädagogik vor neue Herausforderungen stellen.
4.3.4 Die „Macht“
Der zentrale Dualismus der Filme ist die religiöse Größe: „Die Macht“. Lucas hat scheinbar gnostisches Gedankengut zugrunde gelegt. Die Macht in ihren zwei „Erscheinungsformen“ (gut und böse) teilt transzendent denen ihren Willen mit, die durch „Selbstüberwindung“ gelernt haben auf ihre „innere Stimme“ zu hören. Diese innere Stimme wird durch die Midi-Chlorianer repräsentiert, die jedem Wesen innewohnen und mit der Macht kommunizieren können, vielleicht sogar Teil der Macht sind. Speziell hier zeigt sich eindeutig gnostisches Gedankengut: „Unter Gnosis im engeren Sinne o. Gnostizismus (Gz.) versteht man eine [...] synkretistische Religionsbewegung der Spätantike [...], die ein elitäres ‚Wissen um göttl. Geheimnisse’ zum Mittelpunkt ihrer Lehre machte u. den geistigen Kern des Menschen (Pneuma) als einen Teil göttl. Substanz begriff, welcher einer schicksalhaften Verstrickung in die Materie zum Opfer fiel u. allein durch die Erkenntnis seiner wahren transmundanen Natur Erlösung finden kann.“
Die Midi-Chlorianer sind dementsprechend als geistiger Kern zu verstehen. Dadurch wird auch der „Leib-Seele-Dualismus“ der Menschen deutlich (siehe 4.3.3, S. 57). Der Geist ist höher einzustufen als der Körper. Er ist göttlicher Kern in menschlicher Hülle. Die Erlösung von den Problemen des menschlichen Daseins erfolgt allein durch die Erkenntnis der eigenen Teilhabe an einer höheren Ordnung.
1. Einleitung: Darstellung der Ausgangslage und der These, ob das Kino in Zukunft die Kirche als Ort der Sinnstiftung ersetzen könnte.
2. Sinnsuche und Religiosität im Jugendalter: Theoretische Grundlegung zum Verständnis der Lebensphase Jugend und deren soziologischer sowie psychologischer Prägung.
3. Die Star-Wars-Hexalogie: Überblick über die Filmreihe, die zentralen Begriffe und die inhaltliche Zusammenfassung der Episoden I bis VI.
4. Die konstruierte Sinnwelt der Star-Wars-Saga: Analyse der mythologischen Strukturen, der dualistischen Weltsicht und der Verwendung christlicher Motive in den Filmen.
5. Die mediale Herausforderung des Religionsunterrichts: Reflexion über den Stellenwert der Filme im Religionsunterricht und konkrete didaktische Umsetzungsvorschläge.
6. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion des Autors über den Stellenwert von Unterhaltung gegenüber echter Sinnstiftung.
Jugendliche Religiosität, Star Wars, Sinnsuche, Kino, Religionsunterricht, Macht, Medienkompetenz, Heldenreise, Dualismus, christliche Motive, Sozialisation, Identitätsbildung, Gnostizismus, Jugendkultur, Didaktik.
Die Arbeit untersucht, ob die "Star Wars"-Filmreihe für Jugendliche eine Art Ersatzreligion darstellt und welche Herausforderungen dies für den Religionsunterricht mit sich bringt.
Die Schwerpunkte liegen auf der jugendlichen Entwicklungspsychologie, der Analyse mythologischer und religiöser Strukturen in "Star Wars" sowie der Didaktik im Religionsunterricht.
Es soll geklärt werden, wie die "cineastische Spiritualität" von Jugendlichen wahrgenommen wird und ob sie eine reale Bedrohung für das christlich institutionalisierte Glaubensverständnis darstellt.
Die Autorin kombiniert hermeneutische Literaturanalyse (Soziologie, Religionswissenschaft) mit empirischen Daten aus Shell-Jugendstudien sowie einer strukturellen Filmanalyse nach Joseph Campbell.
Der Hauptteil analysiert den "Metazyklus" der Filme, die Rolle der "Macht" als gnostisches Element und den dualistischen Aufbau des Werte- und Weltbildes in der Saga.
Wichtige Begriffe sind insbesondere: Sinnsuche, Jugendkultur, Heldenreise, Macht, Medienkritik und Religionsdidaktik.
Die Autorin sieht in der "Macht" eine deterministische, dualistische Größe, die den Jugendlichen von Eigenverantwortung befreit und somit im Gegensatz zum christlichen Verständnis von Freiheit steht.
Lehrer sollten "Star Wars" nicht ignorieren, sondern als Material für die Medienkritik nutzen, um die Distanz zwischen einer "cineastischen Spiritualität" und einem verantwortungsbewussten Christsein aufzuzeigen.
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