Bachelorarbeit, 2014
57 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1. Einleitung
2. Entwicklung des Männerbildes
2.1 Das Männerbild in der Gesellschaft
2.2 Das Männerbild in der Werbung
3. Methodische Überlegungen
3.1 Typologisierung des Mannes
3.2 Visual Culture - Die Macht der Bilder
3.3 Vorgehensweise der Untersuchung
4. Männerbilder in Werbespots von Under Armour
4.1 Repräsentativität des Untersuchungsmaterials
4.2 Under Armour Protect this house
4.3 Under Armour The new prototype
4.4 Under Armour Innovation
4.5 Auswertung der Analyseergebnisse
5. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die filmische Inszenierung des Männerbildes in ausgewählten Werbespots des Sportartikelherstellers Under Armour. Dabei wird analysiert, inwiefern die Werbung gesellschaftliche Stereotype aufgreift, tradierte Rollenbilder reproduziert oder innovative Ansätze in der Darstellung von Männlichkeit entwickelt, wobei das Spannungsfeld zwischen Sport, Leistung und Identitätskonstruktion im Vordergrund steht.
3.1 Typologisierung des Mannes
Die Typologisierung vom Mann ist bedingt durch die Eigenschaften die mit Männlichkeit verbunden werden. Die Entwicklung in der Gesellschaft und in der Werbung, von welcher im vorherigen Kapitel die Rede war, zeigt sich auch bei der Zuordnung und allgemeinen Sympathie von verschiedenen Habitus. Zunehmend werden Eigenschaften wie Härte, Durchsetzungsvermögen, Stärke, Verbergen von Emotionen, Wissen und Rationalität weniger geschätzt und als problematisch empfunden. Ehemals der Frau zugeschriebene Muster wie Fürsorge, Zärtlichkeit, Rücksicht, Vorsorge und Bereitschaft werden jetzt auch gerne beim Mann gesehen und sind gewünscht.50 Nachfolgend sollen vier verschiedene Typologien dargelegt werden. Sie werden in der Reihenfolge der Jahre in denen sie veröffentlicht wurden beschrieben. (1998 - 2009)
Zurstiege schreibt dem Mann mit Faktorbezeichnungen bestimmte Eigenschaften zu und unterscheidet somit sieben verschiedene Männertypen: (1998)
1. Der Alleskönner
romantisch, physisch stark, kompetent, tüchtig und einflußreich
2. Der erfolgreiche Mann
sachlich, unromantisch, physisch schwach und erfolgreich
3. Der attraktive Mann
besitzt erotische Ausstrahlung, ist zufrieden, zärtlich und einfühlsam, sportlich oder kompetent
4. Der Praktiker
praktisch veranlagt und kumpelhaft
5. Der Genießer
hedonistisch und wohlhabend oder hedonistisch und mit defizitärem Sozialverhalten
6. Der verkannte Künstler
nicht zufrieden, dafür kreativ und weder erfolgreich noch erfolglos
7. Der Familienvater
erlebnisorientiert, kinderlieb und wohlhabend oder weniger wohlhabend, hedonistisch und nicht aggressiv 51
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Werbung als Vermittler von Verhaltensmustern und führt in das Forschungsinteresse zur Inszenierung von Männlichkeit bei Under Armour ein.
2. Entwicklung des Männerbildes: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel des Männerbildes nach, von traditionellen Rollen bis zur heutigen Vielfalt und Unsicherheit in Bezug auf männliche Identität.
3. Methodische Überlegungen: Hier werden theoretische Ansätze zur Männlichkeitstypologisierung und das Konzept der Visual Culture eingeführt, um eine strukturierte Analyse der Werbespots zu ermöglichen.
4. Männerbilder in Werbespots von Under Armour: Das Hauptkapitel analysiert die drei Werbespots „Protect this house“, „The new prototype“ und „Innovation“ unter Berücksichtigung von Inszenierung, Bildsprache und Männerbild.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Spotanalysen und diskutiert, inwiefern die Werbung neue Männlichkeitskonzepte innerhalb der Sport-Nische konstruiert.
Männerbild, Werbung, Under Armour, Männlichkeit, Gender Studies, Visual Culture, Sportwerbung, Rollenbilder, Stereotype, Inszenierung, Film, Identität, Geschlechterforschung, Marketing, Sport
Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der audiovisuellen Inszenierung des Männerbildes in der Werbung, spezifisch am Beispiel der Sportmarke Under Armour.
Zentrale Themen sind der gesellschaftliche Wandel männlicher Rollenbilder, die Funktion von Werbung als Spiegel oder Gestalter von Geschlechternormen sowie die visuelle Konstruktion von Männlichkeit im sportlichen Kontext.
Ziel ist es zu untersuchen, wie Under Armour in seinen Werbespots Männer darstellt und ob dabei traditionelle Stereotype bedient werden oder alternative, innovative Ansätze erkennbar sind.
Die Untersuchung basiert auf einer filmischen Spot-Analyse unter Einbeziehung von Männlichkeitstypologien (z. B. von Zulehner oder Zustiege) und dem theoretischen Rahmen der Visual Culture.
Im Hauptteil werden drei spezifische Werbespots von Under Armour – „Protect this house“ (2003), „The new prototype“ (2008) und „Innovation“ (2013) – detailliert in Bezug auf ihre Bild- und Tonästhetik analysiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Männerbild, Werbung, Sport, Männlichkeit, Gender-Konstruktion und visuelle Kommunikation charakterisieren.
Das Konzept des „Männer-Reservats“ dient dazu, die exklusive, leistungsorientierte Atmosphäre der Sportwerbung zu erklären, in der männliche Attribute wie Kraft und Stärke unabhängig von alltäglichen gesellschaftlichen Anforderungen zelebriert werden.
Während in früheren Spots Frauen kaum oder nur passiv vorhanden waren, zeigt der aktuellere Spot „Innovation“, dass Frauen zunehmend eigenständiger und aktiver dargestellt werden, auch wenn die Grundperspektive tendenziell männlich geprägt bleibt.
Visual Culture hilft zu verstehen, dass Bilder mehr als nur Informationsträger sind; sie haben eine eigene Logik und Macht, Emotionen sowie Handlungsdrang zu erzeugen, was für die werbliche Beeinflussung des Konsumenten zentral ist.
Der Autor schließt, dass Under Armour ein „Männer-Refugium“ bietet, welches den Männern hilft, ihre Stärken im Sport auszuleben, und eventuell einen neuen, selbstbewussteren Typus von Mann als Identifikationsfigur anbietet.
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