Bachelorarbeit, 2015
27 Seiten, Note: 3,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Das Konzept der minne
2.1.1 minne in der ritterlichen Kultur
2.1.1.1 Der Dienstgedanke
2.1.1.2 Erfüllte und unerfüllte Liebe
2.1.1.3 Hohe und niedere minne
2.1.2 minne in der höfischen Literatur
2.1.3 Zusammenfassung
2.2 Das Konzept „Betrug“
3 Liebe und Betrug im „Nibelungenlied“
3.1 Die Liebe im „Nibelungenlied“
3.2 Die einzelnen Betrugsfälle und ihre Folgen
3.3 Zusammenhang von Liebe und Betrug im „Nibelungenlied“
4 Schlusskommentar
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Liebe und Betrug im „Nibelungenlied“, um den Zusammenhang zwischen diesen beiden komplementären Handlungsmotiven zu ergründen und aufzuzeigen, wie sie den Verlauf der Katastrophe im Epos maßgeblich beeinflussen.
3.2 Die einzelnen Betrugsfälle und ihre Folgen
Beginnen wir mit Siegfrieds Ankunft in Worms. Diese Szene könnte eventuell als seine erste Intrige angesehen werden. Siegfried ist von Beginn an unschlüssig, wie er um Kriemhild werben soll, noch bei seinem Aufbruch aus Xanten war er sich keiner geeigneten Methode sicher. Da es Gunther ist, der seine Schwester verheiraten wird, muss Siegfried neben seinem Königsrang, welcher selbstverständlich ist, auch noch etwas leisten, um nicht als irgendein gewöhnlicher Prinz dazustehen. Da er Gunther nicht im Kampf bezwingen will, weil dies eine schlechte Voraussetzung für seine Ehe mit Kriemhild wäre, muss er sich etwas anderes überlegen. Also bleibt Siegfried nur die Möglichkeit, sich durch einen Freundschaftsdienst zu verpflichten. Er bringt es trotzdem nicht über sich, seine Absicht zu offenbaren.
Hier wird ihm von Gunther die Brautwerbung als Motivation in den Mund gelegt, obwohl er selbst den wahren Grund nicht genannt hat (vgl. V. 106,3). Die minne als Motivation seines Erscheinens am Hof von Worms wird natürlich als positiv dargestellt, doch Siegfried selbst hat einen anderen Grund angegeben, nämlich seine Kampfansage, welche jedoch nur als Ausweichen dient und einer spontanen Verlegenheit entsprungen ist. Seine Worte daz sol iuch unverdaget sîn (V. 106,4) deuten darauf hin, dass keine konkrete Täuschungsabsicht besteht. Es gibt auch sonst keine weiteren Anzeichen, dass er etwas im Schilde führt.
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Begriffe Minne, Rache und Betrug im Nibelungenlied und Festlegung des Fokus auf den ersten Teil des Epos.
2 Theoretische Grundlagen: Erarbeitung der Begrifflichkeiten Minne und Betrug sowie Differenzierung der Minnekonzepte in ritterlicher Kultur und Literatur.
3 Liebe und Betrug im „Nibelungenlied“: Chronologische Analyse der Intrigen und Betrugsfälle im Epos und deren Verknüpfung mit dem Liebesmotiv.
4 Schlusskommentar: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage hinsichtlich des untrennbaren Zusammenhangs von Liebe und Betrug als Teufelskreis.
Nibelungenlied, Minne, Betrug, Intrige, Höfische Liebe, Dienstgedanke, Ritterkultur, Kriemhild, Gunther, Siegfried, Rache, Ehre, Täuschung, Mittelalter, Literaturanalyse.
Die Bachelorarbeit analysiert die Wechselwirkung zwischen dem Liebesverständnis (Minne) und dem Phänomen des Betruges im „Nibelungenlied“.
Die zentralen Felder sind die höfische Minnekonzeption, die verschiedenen Formen der Intrige im Mittelalter und deren Auswirkung auf die Handlung des Epos.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Liebe und Betrug offen zu legen und zu zeigen, dass im „Nibelungenlied“ beide Begriffe untrennbar miteinander verbunden sind.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen der Minne- und Intrigenforschung mit der Interpretation zentraler Textstellen des Nibelungenliedes verknüpft.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Analyse der einzelnen Betrugsfälle, wie beispielsweise bei der Werbung auf Isenstein oder dem Streit der Königinnen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Minne, Betrug, Intrige, Höfische Gesellschaft, Ehre und der daraus resultierende Teufelskreis von Aktion und Reaktion.
Sie wertet Siegfrieds Handeln als Ausdruck seiner Unfähigkeit, die Werbung korrekt vorzubringen, was ungewollt als Grundlage für spätere Täuschungen dient.
Die Arbeit stellt heraus, dass diese Frauenfiguren im „Nibelungenlied“ eine zentrale Rolle einnehmen und ihre Handlungen oft Reaktionen auf vorangegangene Täuschungen sind, die schließlich in der Katastrophe enden.
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