Bachelorarbeit, 2015
47 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Unterschiede der Erzählstruktur in Roman und Film
2.1. Audiovisuelles Erzählen
2.2. Historische Betrachtungen
2.3. Die moderne Erzählanalyse
3. Erzähltheoretische Analyse „Frankenstein“
3.1. Mary Shelleys Roman „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“
3.2. Der Film „Frankenstein“ (1931) von James Whale
4. Die Transformierung
5. Probleme und Anforderungen der intermedialen Analyse
Quellenangaben
Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit einer mediendifferenzierten Erzählanalyse am Beispiel von Mary Shelleys Roman "Frankenstein oder Der moderne Prometheus" und der gleichnamigen ersten Verfilmung von James Whale aus dem Jahr 1931. Ziel ist es, die strukturellen Unterschiede der Erzählweisen in Literatur und Film herauszuarbeiten und die Herausforderungen einer intermedialen Analyse sowie den Prozess der Transformation von einem Zeichensystem in ein anderes kritisch zu beleuchten.
3.1. Mary Shelleys Roman „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“
Mit seiner Entstehungszeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts (1818) und aufgrund seiner mystischen und geheimen Gestaltung lässt sich der Roman in der Epoche der Romantik verorten. Der Roman wird begleitet durch eine Einführung der Autorin, die sie erst nachträglich (1831) hinzufügte. Wie öffentlich bekannt ist, erschien der Titel bis auf weiteres anonym und wurde später Marys Mann Percy zugeschrieben, der selbst auch ein Vorwort verfasste. Er verschleierte darin, dass die Geschichte der Feder einer Frau entsprungen war.
Der Roman beginnt zunächst als Briefroman. Der englischen Polarforschers Robert Walton schreibt an seine Schwester Mrs. Saville in England und berichtet ihr von den Fortschritten seiner Forschung und seiner Reisepläne zum Nordpol. Der erste Brief, der Gegenstand des Romans ist, datiert vom 11. Dezember 17.. (eine genaue Jahreszahl ist nicht angegeben), der zweite vom 28. März 17.., der dritte vom 07. Juli 17.., usw. Die Daten als auch der Inhalt weisen eine chronologische Erzählhaltung der Ereignisse auf und stellen die extradiegetische Ebene der Erzählung dar.
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Notwendigkeit mediendifferenzierter Erzählanalysen und skizziert das Ziel, Unterschiede und Herausforderungen der Literaturverfilmung am Beispiel von Frankenstein aufzuzeigen.
2. Unterschiede der Erzählstruktur in Roman und Film: Dieses Kapitel definiert audiovisuelles Erzählen, betrachtet die historische Entwicklung des Films und erarbeitet eine moderne Analysestruktur für die verschiedenen Erzählebenen in Roman und Film.
3. Erzähltheoretische Analyse „Frankenstein“: Hier werden die Erzählstrukturen des Romans von Mary Shelley und des Films von James Whale (1931) detailliert analysiert und hinsichtlich ihrer medienspezifischen Mittel verglichen.
4. Die Transformierung: Dieses Kapitel erläutert den Prozess der Transformation von Zeichensystemen von der literarischen Vorlage zum Film unter besonderer Berücksichtigung zeitlicher und erzählerischer Anpassungen.
5. Probleme und Anforderungen der intermedialen Analyse: Das Fazit fasst die Schwierigkeiten zusammen, filmische Mittel denen der Literatur gegenüberzustellen, und bestätigt, dass eine 1:1-Übertragung von Vorlagen nicht möglich ist.
Frankenstein, Literaturverfilmung, Erzähltheorie, Intermediale Analyse, Audiovisuelles Erzählen, Mary Shelley, James Whale, Adaptation, Erzählstruktur, Transformation, Roman, Filmwissenschaft, Narratologie, Zeichensysteme, Medienspezifik
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Unterschieden zwischen literarischem und filmischem Erzählen, konkret am Beispiel der Adaption von Mary Shelleys "Frankenstein".
Die zentralen Felder sind die erzähltheoretische Untersuchung von Roman und Film, der Prozess der Transformation von Zeichensystemen sowie die medienspezifischen Anforderungen an die Analyse.
Das Ziel ist der Nachweis der Notwendigkeit einer mediendifferenzierten Betrachtung bei der Analyse von Literaturverfilmungen sowie die Herausarbeitung der Probleme intermedialen Erzählens.
Es werden erzähltheoretische Analysestrukturen nach Mahne sowie Martinez/Scheffel angewendet, ergänzt durch eine vergleichende Untersuchung der filmischen Mittel wie Kameraführung und Montage.
Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende Analyse der Erzählstrukturen von Shelleys Roman und Whales Film von 1931 sowie die Untersuchung des Transformationsprozesses bei der Adaption.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Erzähltheorie, Transformation, Literaturverfilmung, Intermedialität und Medienspezifik.
Da der Film im Gegensatz zum Roman keine Erzählerinstanz besitzt, dient Fritz als zusätzliche Figur, um dem Protagonisten eine Kommunikationsebene zu bieten und dem Zuschauer die Handlung zu vermitteln.
Während die Kreatur im Roman als unbeschriebenes Blatt beginnt und durch soziale Zurückweisung böse wird, ist sie im Film durch die Transplantation eines Verbrecherhirns von Natur aus als böse und bedrohlich angelegt.
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