Masterarbeit, 2015
92 Seiten, Note: 1,3
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
I. EINLEITUNG
I.1 DIE THESE
I.2 BEGRIFFLICHKEITEN
1) Philosophische Ästhetik allgemein
2) Natur, Kunst und Naturästhetik
3) Ästhetisches Wahrnehmen
II. ÄSTHETISCHES SUBJEKT UND OBJEKT: HISTORISCHE UND SYSTEMATISCHE ANNÄHERUNG
II.1 HISTORISCH: VOM SCHÖNEN BIS ZUM ERHABENEN
1) Von der „Großen Theorie“ zur Subjektivierung des Schönen
2) Die Geschichte des Erhabenen
II.2 SYSTEMATISCH: BESTIMMUNG DES OBJEKTES UND EINFLUSS DES SUBJEKTES
1) Das ästhetische Objekt und seine Bestimmung
a) Die Kunst als Primärquelle ästhetischer Objekte
b) Unterscheidung: Ästhetisches Objekt und Kunstwerk
2) Das Objekt als irreal im „Verstande“ des Subjektes
a) Aesthetic in the mind
b) Die ästhetische Wahrnehmung als Gelenk bei Bense
3) Das Subjekt in Einklang mit dem Objekt?
a) Kant: Interesseloses Wohlgefallen
b) Erste Zusammenführung: Objektivismus und Subjektivismus
4) Ästhetische Prädikate und Urteile in der ästhetischen Erfahrung
a) Die verwirrenden Prädikate
b) Ästhetisches Wohlgefallen, Empfinden und Erkennen
III. MORITZ: ÜBER DIE BILDENDE NACHAHMUNG DES SCHÖNEN
III.1 DIE ERSTEN BEGRIFFSPAARE
1) Doppel-Trias Nützlich, Gut, Edel und Unnütz, Schlecht, Unedel
2) Edel, Schön, Majestätisch
III.2 ERHABEN
IV. KANT: DIE ANALYTIK DES ERHABENEN
IV.1 DIE „KRITIK DER URTEILSKRAFT“
IV.2 UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN SCHÖN UND ERHABEN
1) Der Ursprung des Erhabenen
a) Form im schönen Objekt, formlos nur in der Natur?
b) Begrenzt und unbegrenzt und ein erster Einwand
2) Das Erhabene in der Vernunft
a) Freies Spiel mit Lust; Achtung durch Unlust
b) Subjektiver Ansatz und das Erhabene zwischen Gefühl und Urteil: Der Einwand von der Unterscheidung der verschiedenen Gefühle
IV.3 DAS ERHABENE DEFINIERT: DIE EINTEILUNG DER UNTERSUCHUNG DES ERHABENEN IN VIER MOMENTE
1) Das Mathematisch-Erhabene
a) Größe als Vergleich in der Urteilskraft
b) Größe ohne Vergleich in der Vernunft
c) Aus gleichzeitiger Unlust und Lust wird ein Wohlgefallen
2) Das Dynamisch-Erhabene mit Ausblick auf die Moral
a) Die Natur als Macht ohne Gewalt über uns
b) Das Dynamisch-Erhabene führt zu einer fragwürdigen Moral
V. SEEL: EINE ÄSTHETIK DER NATUR
V.1 DIE ZWEI ERSTEN ÄSTHETISCHEN BETRACHTUNGEN
1) Der Raum der Kontemplation
a) Kontemplation allgemein
b) Erhabene Kontemplation
2) Das korrespondierende Verhältnis
a) Korrespondenz allgemein
b) Erhabene Korrespondenz
V.2 DAS DRITTE VERHÄLTNIS
1) Imagination allgemein
a) Die Projektion
b) Die Improvisation
c) Konsequenzen
2) Erhabene Imagination
VI. RÉSUMÉ
VI.1 HISTORISCHE UND SYSTEMATISCHE BETRACHTUNGEN
1) Historische Entwicklung des Schönen und Erhabenen
2) Systematisch: Vom Objekt zum Subjekt
a) Das ästhetische Objekt
b) Das ästhetische Objekt als irreal im „Verstande“ des Subjekts
c) Erste Vereinigung von ästhetischem Subjektivismus und Objektivismus
d) Ästhetische Prädikate
VI.2 MORITZ‘ ERHABENES ALS STEIGERUNG DES SCHÖNEN
1) Die ersten Begriffspaare
2) Das Erhabene
VI.3 KANTS ANALYTIK DES ERHABENEN
1) Unform und Unbegrenztheit: Das Erhabene zwischen Urteil und Gefühl
2) Mathematisch-Erhaben (Größe)
3) Dynamisch-Erhaben (Moralität)
VI.4 SEELS ERHABENE IN DEN DREI VERHÄLTNISSEN
1) Kontemplation und Korrespondenz
2) Imagination
VI.5 VON DER ANALYSE ZUR LÖSUNG: SYNTHESE DES ERHABENEN AUS VORHERGEGANGENEM
1) Das Erhabene als Gefühl, Urteil und Eigenschaft
2) Das Erhabene als kontemplative Steigerung des Schönen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Erhabene als ästhetische Kategorie unter Berücksichtigung der Subjekt-Objekt-Relation sowie der Frage der Situierung des Erhabenen in Kunst oder Natur. Ziel ist es, das Erhabene nicht nur als subjektives Gefühl bei Kant, sondern als objektbasierte, steigernde Kategorie des Schönen neu zu bewerten und hierfür eine stringente theoretische Synthese zu entwickeln.
IV.3 Die Einteilung der Untersuchung des Erhabenen in vier Momente
„Kühne, überhangende, gleichsam drohende Felsen, am Himmel sich auftürmende Donnerwolken, mit Blitzen und Krachen einherziehend, Vulkane in ihrer ganzen zerstörenden Gewalt, Orkane mit ihrer zurückgelassenen Verwüstung, der grenzenlose Ozean in Empörung gesetzt, ein hoher Wasserfall eines mächtigen Flusses u. dgl. machen unser Vermögen zu widerstehen in Vergleichung mit ihrer Macht zur unbedeutenden Kleinigkeit.“ (KdU, S. B104)
Allerdings muss diese Furcht tatsächlich nur ein Schein sein. Denn „es ist unmöglich, an einem Schrecken, der ernstlich gemeint wäre, Wohlgefallen zu finden.“ (KdU, S. B103) Das Gefühl des Wohlgefallens, der Lust, kommt allerdings auch nur zustande, wenn genügend Distanz zum Gegenstand der Macht herrsche: „Aber ihr Anblick wird nur um desto anziehender, je furchtbarer er ist, wenn wir uns nur in Sicherheit befinden“ (KdU, S. B104).
I. EINLEITUNG: Einleitung in die These der Arbeit, welche das Erhabene als ästhetische Kategorie zwischen Subjekt und Objekt sowie Natur und Kunst verortet.
II. ÄSTHETISCHES SUBJEKT UND OBJEKT: HISTORISCHE UND SYSTEMATISCHE ANNÄHERUNG: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Schönheitsbegriffs und systematische Klärung der Positionierung des ästhetischen Objekts.
III. MORITZ: ÜBER DIE BILDENDE NACHAHMUNG DES SCHÖNEN: Darstellung der Moritz’schen Ästhetik, in der das Erhabene als Steigerung des Schönen verstanden wird.
IV. KANT: DIE ANALYTIK DES ERHABENEN: Eingehende Untersuchung der Kant’schen Philosophie, insbesondere die Herausarbeitung der Probleme bei der Loslösung des Erhabenen vom Objekt.
V. SEEL: EINE ÄSTHETIK DER NATUR: Analyse der zeitgenössischen Ästhetik von Martin Seel und seine Einordnung des Erhabenen in drei ästhetische Verhältnisse.
VI. RÉSUMÉ: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse und Entwicklung eines eigenen Lösungsansatzes zum Verständnis des Erhabenen.
Erhabenes, Schönes, Subjekt-Objekt-Relation, Ästhetik, Kant, Karl Philipp Moritz, Martin Seel, Naturästhetik, Kunst, Urteilskraft, Vernunft, Einbildungskraft, kontemplative Wahrnehmung, interesseloses Wohlgefallen, Metaphysik.
Die Arbeit untersucht das Erhabene als ästhetische Kategorie, wobei sie die historische und systematische Entwicklung sowie die theoretischen Ansätze von Moritz, Kant und Seel analysiert.
Die zentralen Themen sind die Subjekt-Objekt-Relation in der Ästhetik, die Abgrenzung zum Schönen und die Situierung des Erhabenen in der Natur gegenüber der Kunst.
Die Arbeit hinterfragt, ob das Erhabene lediglich ein subjektives Gefühl ist oder ob es sich als eine (objektbasierte) Eigenschaft der Natur oder Kunst definieren lässt, um Kants Subjektwende kritisch zu ergänzen.
Es wird eine literaturkritische, philosophische Analyse der Primärquellen (insb. Kant, Moritz, Seel) durchgeführt, die durch eine systematische Gegenüberstellung theoretischer Konzepte ergänzt wird.
Der Fokus liegt auf der tiefgehenden Analyse der Ansätze von Karl Philipp Moritz, Immanuel Kants Analytik des Erhabenen und Martin Seels Ästhetik der Natur, um daraus eine eigene Synthese zu gewinnen.
Schlüsselbegriffe sind Erhabenes, Schönes, Ästhetik, Subjekt-Objekt-Relation, Vernunft, Einbildungskraft und die spezifischen Ansätze von Kant, Moritz und Seel.
Moritz wird als Vorläufer geschätzt, da er bereits vor Kant das Erhabene als Steigerung des Schönen und nicht als bloßen Gegenpart fasste, was das Verständnis der ästhetischen Hierarchie prägte.
Der Autor schätzt Kants Beitrag als wegweisend ein, kritisiert jedoch die zunehmende Subjektivierung und die damit verbundene „Entgegentretung“ des Objekts, welche die Ästhetizität des Begriffs schwäche.
Das Erhabene wird als ultimative, graduelle Steigerung des Schönen definiert, die erst durch ein kontemplatives Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt sichtbar wird.
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