Bachelorarbeit, 2014
42 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1. 1 Motivation & Problematisierung
1. 2 Aufbau der Arbeit & Forschungsbericht
2. Hauptteil
2. 1 Ein Blick zurück
2. 1. 1 Von Deutsch - Südwestafrika zu Namibia
2. 1. 2 Die Geschichte des „Reiters von Südwest“
2. 2 Namibia’s Status Quo
2. 2. 1 Die Kultur der Deutschnamibier
2. 2. 2 Das Verhältnis von Schwarz und Weiss
2. 3 Erinnerung und Gedenken
2. 3. 1 „Sieger vs. Besiegter“ - Unterschiede in Deutung und Verständnis der Kolonialzeit
2. 3. 2 Denkmäler, Symbole, Erinnerungsorte und -rituale
2. 4 Gesellschaftliche Rezeption der SWAPO-Politik
2. 4. 1 Die SWAPO-Politik nach 1990: Nationale Versöhnung durch „Nation Buildung“ und „Affirmative Action“
2. 4. 2 Berichterstattung über die Reiter-Demontage in der Allgemeinen Zeitung, der Namibian Sun und in The Namibian
2. 4. 3 Gesellschaftliche Diskussionen über SWAPO-Politik
3. Schluss
3. 1 Zusammenfassung der Ergebnisse
3. 2 Konklusion und Ausblick
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis der Deutschnamibier zur postkolonialen namibischen Gesellschaft, wobei der Umgang mit dem kolonialen Erbe – exemplarisch dargestellt am Abriss des Reiterdenkmals in Windhoek – als zentrales Analysefeld dient. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die identitätsstiftende Funktion von Erinnerungskultur und die gesellschaftliche Rezeption der SWAPO-Politik im Spannungsfeld zwischen Versöhnung und historischer Aufarbeitung.
2. 3. 2 Denkmäler, Symbole, Erinnerungsorte und -rituale
Die Kultur des Erinnerns beinhaltet die Möglichkeit der Darstellung in unterschiedlichen Dimensionen und kann je nach Einzelfall verschiedenartig ausgeprägt sein. Rituale, Orte und Symbole sind hierbei nur einige von vielen Möglichkeiten. Diese Arbeit beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Gedenken und dem Erinnern ausgedrückt durch das Denkmal des „Südwestreiters“ in Namibias Hauptstadt Windhoek. In seiner Symbolfunktion ist es, wie viele andere Denkmäler auch, Steuerungs- und Lenkungsinstrument für die Bewusstseinsbildung. Es ist nicht nur ein Kunstwerk, sondern lebendes Zeugnis der Geschichte, das nur im Kontext wirkt, nie isoliert.
Grundsätzlich hat das Denkmal hat drei klassische Funktionen: Symbolik, Identifikation und Legitimation. Zunächst ist die übergeordnete Funktion, Erinnerung zu ermöglichen, zu generieren bzw. zu reflektieren. Das können kleine Monumente oder Statuen genau so sein wie Gebäude oder auch gesamte Stadtviertel. Im engeren Sinne findet man in einschlägigen Lexika die Definition eines „zur Erinnerung an historische Ereignisse oder Personen in der Öffentlichkeit errichtetem Bau- oder Kunstwerk“. Verbunden mit einem Denkmal ist in der Regel eine ideologische Komponente. Immer werden bei der Denkmalsetzung Aspekte aus der Vergangenheit reflektiert und konsequent selektiert mit dem Zwecke der Darstellung des Monuments in der gewünschten Art und Weise. Unerwünschte Fakten werden somit ausgeklammert und vom Gedenken ausgeschlossen, sodass man von einer „Indoktrinierung der Rezipienten“ sprechen kann. Zusätzliche Aussagekraft wird dem Denkmal neben seiner bildlich-architektonischen Form durch die Inschrift und den Aufstellungsort verliehen.
Mithilfe des Denkmals kann durch „symbolische oder mythologisierende Wirkung“ in der Öffentlichkeit einschlägige Interessen impliziert werden. Dies geschieht dann, wenn der Betrachter sich „in einem Prozess der Kommunikation mit dem Denkmal auseinandersetzt“. Ist dieser eingetreten, zeigt sich inwieweit „bedürfnis- oder interessensbestimmte Mechanismen“ die Rezeption des Denkmals bestimmen. Mögliche Bedeutungen, die ein Denkmal für das Individuum trägt, sind „vielfältig und mehrdeutig und daher verbunden mit unterschiedlichen Gefühlen und Assoziationen“.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Untersuchung durch ein persönliches Praktikum in Namibia und umreißt die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert historisch und soziologisch das deutsche Kolonialerbe, die Kultur der Deutschnamibier, die Dynamik des Gedenkens und die gesellschaftliche Resonanz der SWAPO-Politik anhand der Reiterdenkmal-Demontage.
3. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und konkludiert, dass trotz ökonomischer Gräben und ideologischer Differenzen ein friedliches Miteinander möglich ist, sofern gegenseitiges Einfühlungsvermögen entwickelt wird.
Namibia, Deutschnamibier, Kolonialismus, Reiterdenkmal, SWAPO, Nationale Versöhnung, Erinnerungskultur, Gedenken, Identität, Apartheid, Postkolonialismus, Herero, Schutztruppe, Nation Building, Integration.
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis der Deutschnamibier zu der nach 1990 unabhängigen Republik Namibia und analysiert, wie das koloniale Erbe das Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen prägt.
Zu den Schwerpunkten zählen die Geschichte des deutschen Kolonialismus, die soziokulturelle Identität der deutschen Minderheit in Namibia sowie die Bedeutung von Erinnerungsorten und Denkmälern für den Prozess der nationalen Versöhnung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Bevölkerungsgruppen die koloniale Vergangenheit deuten und welche Auswirkungen politische Entscheidungen, wie der Abriss des Reiterdenkmals, auf den gesellschaftlichen Konsens haben.
Die Autorin/der Autor kombiniert eine historische Aufarbeitung des Kolonialerbes mit einer Analyse der aktuellen Erinnerungskultur und der Auswertung medialer Berichterstattung, um die gesellschaftliche Rezeption der Politik darzustellen.
Im Hauptteil werden zunächst historische Hintergründe und die Identität der Deutschnamibier erläutert, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der Debatten um Denkmäler und der Berichterstattung verschiedener namibischer Tageszeitungen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie „Reiterdenkmal“, „Nation Building“, „Nationale Versöhnung“, „Deutschnamibier“ und „Erinnerungskultur“.
Das Reiterdenkmal fungiert als zentrales Symbol und Fallbeispiel, an dem sich die widersprüchlichen Perspektiven der deutschen Minderheit und der schwarzen Mehrheit auf die Kolonialzeit und die heutige Identität Namibias entzünden.
Die „Allgemeine Zeitung“ vertritt stärker die Interessen und Sorgen der deutschsprachigen Bevölkerung, während englischsprachige Blätter wie „The Namibian“ oder die „Namibian Sun“ kritischere Distanz zur kolonialen Vergangenheit wahren und die Regierungspolitik anders bewerten.
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