Masterarbeit, 2014
92 Seiten
1. Einleitung: Alles Theater im Unternehmen?
2. Begriffsklärung: Die zergliederte Organisation
2.1 Ein Unternehmen als Theater
2.2 Was ist eine theatrale unternehmerische Organisation?
2.3 Theatralität, theatral, theatralisch
2.4 Stimme und Sprechen im Unternehmenstheater
2.5 Die „Burgschauspieler“ und die „Laienschauspieler“ im Unternehmen
3. Allgemeine Betrachtungen und Beobachtungen zum Unternehmenstheater
3.1 Entstehungsgeschichte von Unternehmen
3.2 Handelformen und Handelswege
3.3 Die Akteure spielen Rollen in der Gesellschaft und im Unternehmen
3.4 Das Unternehmen als kollektive Realität
3.5 Die Rolle von Frau und Mann in der ökonomischen Modernisierung
3.6 Sexualität und Phänomene von „Krankheit“ im Unternehmen
4. Die menschliche Stimme im Unternehmenstheater
4.1 Vorhang auf für die Stimmen der Unternehmensakteure
4.2 Regie, Bühne und Licht im Unternehmenstheater
4.3 Stimmliche Probleme der Unternehmensakteure
4.4 Bau und Funktion des menschlichen Stimmapparats
4.5 Ziele und Entwicklungen der Stimme im Unternehmenstheater
5. Wie sieht das zukünftige Unternehmenstheater aus?
5.1 Räume und Farben der stimmlichen Kommunikation
5.2 Das theatrale Unternehmensspiel und der Computer
5.3 Entertainment im Unternehmen
5.4 Corporate Design des Unternehmens
5.5 Die Erotik der menschlichen Stimme als Karrierechance
5.6 Die Macht der Bilder im Unternehmenstheater
5.7 Der Glücklichkeitsminister
6. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht unter theaterwissenschaftlichen Aspekten, wie sich moderne unternehmerische Organisationsstrukturen auf das theatrale Verhalten und die menschliche Stimme der Akteure auswirken, mit dem Ziel, den Zusammenhang zwischen Theatralität und Ökonomie in der heutigen Arbeitswelt zu analysieren.
2.1 Ein Unternehmen als Theater
In der heutigen Unternehmenswelt gibt es viele Möglichkeiten, sich unternehmerisch auszuprobieren und sich dabei selbst zu erfahren. Ob als Unternehmenschef, Vorstandsmitglied, Manager, Abteilungsleiter, Angestellter, Koch oder Hausmeister: alle Unternehmensakteure haben eine tägliche gemeinsame Verbindung, die nicht am Arbeitsplatz beginnt, sondern schon viel eher, in den privaten Räumen der Unternehmensakteure. Nach dem morgendlichen Erwachen beginnt für die Unternehmensakteure ein täglicher Wettkampf gegen die Uhr, der angefüllt ist mit den Fragen: Was ziehe ich an? Wie föne ich mein Haar? Welches Make-up lege ich auf? Sehe ich gut aus? Wen treffe ich heute? Welches Meeting habe ich? Welche Dienstreise steht an? Dies ließe sich beliebig fortsetzen. Was aber an diesen Fragen deutlich wird: dass die unternehmerischen Organisationsstrukturen nicht erst am Arbeitsplatz zu greifen beginnen, sondern dass die Unternehmensakteure bereits in ihren privaten Räumen mit der täglichen Arbeit und ihren Kollegen konfrontiert werden. Das tägliche Spiel einer Rolle im Unternehmen verlangt von den Akteuren ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Disziplin. Für Brigitte Biehl-Missal ist das ein entscheidendes Merkmal, denn sie argumentiert: „Eine Rolle in einer Organisation verlangt besonders das Einhalten von gewissen Normen und Erwartungen und den Ausdruck abstrakter Wertvorstellungen.“ Und dies beginnt mit der morgendlichen Verkleidung mit Hilfe von Kostüm und Maske in den privaten Räumen. Weiter führt sie aus: „Um glaubhaft zu wirken, sollten Erscheinung, Verhalten und Bühnenbild deckungsgleich mit den Erwartungen des Publikums sein.“ Im Unternehmenstheater findet sich das Publikum in Form der Kollegen, Mitarbeiter, Kunden, Aktionäre und Geschäftspartner. Das bedeutet für die heutige Arbeitswelt, dass der tägliche Druck zur Wertschöpfung ein theatrales Verhalten bei den Unternehmensakteuren auslöst, was dazu führt, dass Stimme und Körper sehr stark beansprucht werden.
1. Einleitung: Alles Theater im Unternehmen?: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie wirtschaftliche Veränderungsprozesse ein verstärktes theatrales Verhalten und stimmliche Belastungen bei Unternehmensakteuren hervorrufen.
2. Begriffsklärung: Die zergliederte Organisation: Dieses Kapitel definiert theoretisch den Begriff des „Unternehmens als Theater“ und untersucht die Bedeutung von Rolle, Maske, Theatralität sowie die physiologischen Grundlagen der Stimme.
3. Allgemeine Betrachtungen und Beobachtungen zum Unternehmenstheater: Hier werden die historische Entstehung von Unternehmen, die Entwicklung von Handelswegen sowie die soziale Rolle der Akteure und der Einfluss von gesellschaftlichen Phänomenen wie Krankheit auf das Arbeitsumfeld analysiert.
4. Die menschliche Stimme im Unternehmenstheater: Dieses Kapitel widmet sich der zentralen Rolle der Stimme im beruflichen Kontext, beleuchtet stimmliche Probleme, den anatomischen Bau des Stimmapparats und die Auswirkungen von Führung und Regie im Unternehmen.
5. Wie sieht das zukünftige Unternehmenstheater aus?: Eine Vorausschau auf die Bedeutung von digitaler Arbeitswelt, Entertainment-Elementen, Corporate Design und der Erotik der Stimme für die zukünftige Gestaltung von Arbeitsumgebungen.
6. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der theaterwissenschaftlichen Untersuchung zusammen und reflektiert die zukünftigen Herausforderungen für Akteure in einer durch Performance und Geldwirtschaft geprägten Organisation.
Unternehmenstheater, menschliche Stimme, theatrale Organisation, Organisationsstrukturen, Performance, Stimmstörung, Business as Showbusiness, Kommunikation, Arbeitswelt, Theatralität, Sprechwissenschaft, Wirtschaft, Rollenspiel, Entertainment, Unternehmenskultur.
Die Arbeit untersucht Unternehmen als theatrale Orte, an denen Mitarbeiter wie Schauspieler agieren, und analysiert, wie moderne Organisationsstrukturen dabei die menschliche Stimme und das Kommunikationsverhalten beeinflussen.
Zentrale Felder sind die Theaterwissenschaft im Unternehmenskontext, die Bedeutung von Sprache und Stimme, die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Arbeitsleben sowie die Analyse von Unternehmenskulturen durch eine theatrale Brille.
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Theatralität und Ökonomie zu ergründen und aufzuzeigen, wie organisatorischer Druck zu physischen und stimmlichen Problemen bei Akteuren in Unternehmen führt.
Die Arbeit basiert auf der Analyse von Fachliteratur aus den Bereichen Theaterwissenschaft, Sprechwissenschaft, Soziologie, Managementlehre und Organisationspsychologie, um interdisziplinäre Perspektiven zu verbinden.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Begriffsdefinitionen (Theatralität) als auch historische Entwicklungen, Probleme der Stimmphysiologie bei der Arbeit und Zukunftsvisionen für ein „Unternehmenstheater“ besprochen.
Schlüsselbegriffe wie Unternehmenstheater, Stimme, Performance, Organisation, Theatralität und moderne Arbeitswelt sind prägend für die Analyse.
Der Computer dient nicht nur als Werkzeug, sondern schafft als „Regisseur“ und ständiger Begleiter eine neue Wahrnehmungsform, die das Verhalten beeinflusst, den Stress erhöht und eine Form des „self-play-acting“ erzwingt.
Die Stimme gilt als Visitenkarte des Akteurs; eine ansprechende, kraftvolle Stimme wird oft mit Führungskompetenz und Erfolg assoziiert, während eine „falsche“ oder überanstrengte Stimme berufliche Nachteile nach sich ziehen kann.
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