Diplomarbeit, 2002
63 Seiten, Note: gut
1 EINLEITUNG
2 AUSGANGSSITUATION
2.1 QUANTIFIZIERUNG DER RISIKEN IM FX-HANDEL
2.1.1 RISIKEN IM DEVISENHANDEL
2.1.2 MAßNAHMEN ZUR BESTIMMUNG DER HÖHE UND DER DAUER DES FX-ZAHLUNGSRISIKOS
2.2 ABWICKLUNGSSYSTEME IM ZAHLUNGSVERKEHR
2.2.1 BRUTTOABWICKLUNGSVERFAHREN UND TARGET
2.2.2 NETTOABWICKLUNGSYSTEME
2.2.2.1 Bilaterales Netting
2.2.2.2 Multilaterales Netting
3 CONTINUOUS LINKED SETTLEMENT
3.1 DIE CLS-WÄHRUNGEN
3.2 VERBINDUNG ZWISCHEN DER CLS-BANK UND DEN NATIONALEN ZENTRALBANKEN
3.2.1 DER AUSTRALISCHE DOLLAR (AUD)
3.2.2 DAS BRITISCHE PFUND (GBP)
3.2.3 DER EURO (EUR)
3.2.4 DER JAPANISCHE YEN (JPY)
3.2.5 DER KANADISCHEN DOLLAR (CAD)
3.2.6 DER SCHWEIZER FRANKEN (CHF)
3.2.7 DER US DOLLAR (USD)
3.3 SCHAFFUNG EINES EINHEITLICHEN ZEITFENSTERS
4 EINBINDUNG VON CLS IN DEN BANKBETRIEB
4.1 TEILNAHME AM CLS-SYSTEM
4.1.1 SETTLEMENT MEMBER UND USER MEMBER
4.1.2 THIRD-PARTY
4.2 TAGESABLAUF EINES SETTLEMENTS BEI CLS
4.3 EINFLUSS VON CLS AUF EINZELNE BEREICHE UND PROZESSE
4.3.1 LIQUIDITÄTSASPEKTE VON CLS
4.3.1.1 Zentralbanken
4.3.1.2 Inside/Outside Swaps
4.3.1.3 Cross-Border Cash and Collateral Pool (CCCP)
4.3.2 VERÄNDERUNGEN IM RISK MANAGEMENT, CORRESPONDENT BANKING UND BACK OFFICE
4.4 AUF DEM WEG ZUM „GO-LIVE“ IM JAHR 2002
4.5 VERRINGERUNG DER SETTLEMENTRISIKEN DURCH CLS UND AUSWIRKUNGEN AUF DIE BANK
4.5.1 ZEITLICHE RISIKO
4.5.2 VERBESSERUNG DES LIQUITITÄTSMANAGEMENT
4.5.3 ELIMINIERUNG DES ZEITZONENEFFEKTES
4.5.4 ERHÖHUNG DER TRANSPARENZ FÜR DIE BANKEN
4.5.5 KREDITRISIKO
4.5.6 WAS PASSIERT BEI SYSTEMAUSFÄLLEN?
5 FAZIT
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle des Continuous Linked Settlement (CLS) Systems bei der Minimierung von Erfüllungsrisiken im globalen Devisenhandel. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie CLS durch das "Payment-versus-Payment" Prinzip und ein einheitliches Zeitfenster zur Stabilität und Effizienz des internationalen Zahlungsverkehrs beitragen kann und welche Anforderungen dies an die teilnehmenden Banken stellt.
1 Einleitung
Der Grundstein für die Überlegungen eines neuen privaten Settlement-Systems beruhen auf das „Herstatt-Risiko“ aus dem Jahr 1974. Im April diesen Jahres kam das kleine Kölner Bankhaus Herstatt durch Devisenspekulationen in einige Turbulenzen. Die Abteilung Devisenhandel war besetzt mit 6 jungen Mitarbeitern, die knapp über 20 Jahre waren. Die „Gold-Jungs“, wie sie genannt wurden, beherrschten dutzende Telefone mit Dauerschaltungen zu allen wichtigen ausländischen Devisenbörsen. Solange der Dollar stieg, brachten sie dem Bankhaus Herstatt viel Erfolg, mit ihren Spekulationen auf einen steigenden Dollar, ein. 1973 machte diese Devisenabteilung einen Umsatz von 63 Milliarden DM, was der Hälfte des damaligen Bundeshaushaltes der Bundesrepublik Deutschland entsprach.
Zu dieser Zeit hatte das Bankhaus Herstatt verschiedene Devisengeschäfte mit Banken in den USA zu laufen. Diese waren jedoch aufgrund der Zeitunterschiede „durchgeschnitten“. Die US-Banken hatten ihre DM-Obligationen während des deutschen Bankentages am 26.6.1974 schon gezahlt. Als das Bankhaus Herstatt 15:30 Uhr Frankfurter Zeit geschlossen wurde, war es in New York um 10:30 Uhr noch früher Bankenmorgen. Da die US-Korrespondenz vom Bankhaus Herstatt alle Zahlungen einstellen mußte, konnte sie die USD-Obligationen nicht mehr zahlen. Das hatte zur Folge, dass Herstatt’s Kontrahenten einen Komplettausfall in Höhe ihrer DM-Obligationen machten.
1 EINLEITUNG: Darstellung der historischen Notwendigkeit für CLS, basierend auf dem Bankhaus Herstatt-Vorfall und weiteren FX-Risiken.
2 AUSGANGSSITUATION: Analyse der bestehenden Risiken im Devisenhandel und der Funktionsweise gängiger Brutto- und Nettoabwicklungsverfahren.
3 CONTINUOUS LINKED SETTLEMENT: Vorstellung des CLS-Systems, der beteiligten Währungen und der notwendigen infrastrukturellen Verbindungen zu Zentralbanken.
4 EINBINDUNG VON CLS IN DEN BANKBETRIEB: Erläuterung der verschiedenen Teilnahmemöglichkeiten, der prozessualen Abläufe und der Auswirkungen auf internes Liquiditäts- und Risikomanagement.
5 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung des Systems als notwendige Innovation zur Risikominimierung im Devisenhandel.
CLS, Continuous Linked Settlement, Devisenhandel, Erfüllungsrisiko, Payment-versus-Payment, Liquiditätsrisiko, Settlement Member, Third-Party, RTGS-Systeme, Netting, Intraday-Liquidität, Bankhaus Herstatt, Devisenabwicklung, Kreditrisiko, Finanzmarktstabilität.
Die Arbeit behandelt das Continuous Linked Settlement (CLS) System als Lösung zur Minimierung von Erfüllungsrisiken im internationalen Devisenhandel.
Die Themenfelder umfassen die Risikoarten im Devisenhandel, die Funktionsweise von Settlement-Systemen, den Aufbau von CLS sowie dessen operative Integration in Bankbetriebe.
Das Ziel ist es, den aktuellen Stand des CLS-Systems darzustellen und zu zeigen, wie es durch PvP-Settlement den Devisenmarkt revolutionieren kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von Internetquellen, Fachstudien der G10-Staaten und Berichten von Finanzinstituten.
Der Hauptteil analysiert die technische und organisatorische Implementierung von CLS, inklusive Teilnahmemodellen und Liquiditätsanforderungen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie CLS, Erfüllungsrisiko, Settlement-Prozesse und Intraday-Liquiditätsmanagement geprägt.
CLS eliminiert das Risiko, indem es den Austausch von Währungen simultan (Payment-versus-Payment) innerhalb eines geschlossenen Systems ermöglicht, sodass kein einseitiger Ausfall mehr möglich ist.
Diese Unterscheidung ist entscheidend für das Ausmaß der technischen Anforderungen, der Kosten und der direkten Kontrolle über den Abwicklungsprozess innerhalb des CLS-Systems.
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