Masterarbeit, 2015
113 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Gegenstand der Forschung
2.1. Heimerziehung
2.2. Der Blick der SozialpädagogInnen
2.3. Gute Arbeit
2.4. Qualitätsdimensionen
2.4.1. Struktur
2.4.2. Prozess
2.4.3. Ergebnis
2.4.4. Selbstverständnis
3. Stand der Forschung
3.1. Gute Arbeit
3.2. Heimerziehung
4. Forschungsdefizit
5. Durchführung der Forschung
5.1. Zielsetzung
5.2. Erhebung
5.3. Aufbereitung
5.4. Analyse
5.5. Exemplarische Auswertung
5.6. Methodenkritik
6. Ergebnisse der Forschung
6.1. Strukturqualität
6.2. Prozessqualität
6.3. Ergebnisqualität
6.4. Selbstverständnis
7. Diskussion der Ergebnisse
7.1. Struktur
7.2. Prozess
7.3. Ergebnis
7.4. Selbstverständnis
8. Fazit
Die Arbeit untersucht das Verständnis von „guter Arbeit“ aus der subjektiven Perspektive von SozialpädagogInnen in der stationären Heimerziehung. Das primäre Ziel ist es, professionsspezifische Kriterien für Qualität zu rekonstruieren, die über rein ökonomische Effizienzmaße hinausgehen und die individuelle pädagogische Praxis in den Mittelpunkt stellen.
2.2. Der Blick der SozialpädagogInnen
Die SozialpädagogInnen bilden die Basis der Diskussion um Qualität, da sie diese in ihrem alltäglichen Handeln erzeugen. Aus diesem Grund stehen in dieser Arbeit ganz bewusst nur die SozialpädagogInnen im Fokus. Es wird versucht anhand ihres Wissens, ihrer Erfahrung und ihrem Selbstverständnis professionsspezifische gute Arbeit nachzuzeichnen. Wie bereits weiter oben erwähnt, beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit der Heimerziehung und den darin Tätigen. Die Heimerziehung wurde ausgewählt, da es ein stationäres Setting mit komplexen Handlungsabläufen beinhaltet und die häufigste außerhäusliche Unterbringung darstellt (vgl. Günder, 2011; Statistisches Bundesamt, 2014). Die SozialpädagogInnen wurden spezifisch gewählt, da dies die Vergleichbarkeit der Ergebnisse gewährleisten soll. Eine ErzieherIn im Heim verfügt nicht über dieselben ausbildungsbezogenen Fähigkeiten, wie eine SozialpädagogIn mit einem Hochschulstudium. Um die Voraussetzungen der Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden nur SozialpädagogInnen in die Untersuchung einbezogen. Um das professionelle Verständnis von guter Arbeit zu erfassen, wird der sozialpädagogische Blick im Folgenden erläutert.
Wird davon ausgegangen, dass Sozialpädagogik verstehend und deutend die Wirklichkeit begreift, so muss konstatiert werden, dass die sozialpädagogische Wirklichkeit nicht so einfach zu bestimmen ist (vgl. Cleppien, 2009). Die soziale Wirklichkeit ist zu verstehen, als eine Konstruktion der Sozialwissenschaften und insbesondere der Erfahrungen. Neue Erfahrungen werden zu dem bereits bestehenden Wissen verordnet und zugleich einem Muster der Ordnung unterzogen. Diese Erfahrungen können klassifiziert werden als Erlebnisse der Außenwelt, welche als Wirklichkeit erachtet wird (vgl. Stickelmann, 1993). Somit besteht die Bedingung eines Vorwissens über den Inhalt von Sozialpädagogik, um in der konkreten Situation deren sozialpädagogische Bedeutung zu erkennen (vgl. Cleppien, 2009; Stickelmann, 1993).
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Heimerziehung in Deutschland und Vorstellung der Forschungsrelevanz.
2. Gegenstand der Forschung: Theoretische Herleitung der Qualitätsdimensionen (Struktur, Prozess, Ergebnis, Selbstverständnis) in der Heimerziehung.
3. Stand der Forschung: Überblick über existierende Studien zu „guter Arbeit“ und professionellem Handeln in der stationären Jugendhilfe.
4. Forschungsdefizit: Begründung für die Notwendigkeit der vorliegenden qualitativen Untersuchung aufgrund fehlender professionsspezifischer Fokusstudien.
5. Durchführung der Forschung: Beschreibung des qualitativen methodischen Designs, basierend auf Experteninterviews und Inhaltsanalyse.
6. Ergebnisse der Forschung: Darstellung der aus den Interviews gewonnenen Erkenntnisse zu Struktur, Prozess, Ergebnis und Selbstverständnis.
7. Diskussion der Ergebnisse: Kritische Auseinandersetzung und Vergleich der erhobenen Daten mit dem theoretischen Forschungsstand.
8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Heimerziehung, Soziale Arbeit, Gute Arbeit, Qualität, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Selbstverständnis, Professionalität, Sozialpädagogik, Jugendhilfe, Experteninterview, Fachlichkeit, Reflexion, Verselbständigung.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Frage, wie professionelle SozialpädagogInnen in der stationären Heimerziehung das Konzept „gute Arbeit“ definieren und welche Faktoren sie als qualitätsbestimmend für ihren Arbeitsalltag wahrnehmen.
Die Schwerpunkte liegen auf den vier Dimensionen der Qualität (Struktur, Prozess, Ergebnis, Selbstverständnis), dem Einfluss von Arbeitsbedingungen, der Bedeutung des Teamklimas und der Rolle der Professionalität.
Das Ziel ist die Erfassung der subjektiven Sichtweise von SozialpädagogInnen, um ein professionelles Verständnis von „guter Arbeit“ zu entwickeln, das über rein administrative oder ökonomische Kennzahlen hinausgeht.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das auf leitfadengestützten Experteninterviews mit fünf SozialpädagogInnen basiert, deren Ergebnisse mittels einer induktiven qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Qualitätsbegriffe, die Aufarbeitung des Forschungsstandes, die methodische Durchführung der Erhebung und eine detaillierte Auswertung und Diskussion der empirischen Daten.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Heimerziehung, Qualität, Professionalität, Selbstverständnis der SozialpädagogInnen und Prozessqualität charakterisiert.
Das Setting der Heimerziehung stellt ein komplexes, stationäres Handlungsfeld dar, das die häufigste Form der außerfamiliären Unterbringung ist und somit eine hohe Relevanz für sozialpädagogisches Handeln besitzt.
Das Selbstverständnis wird als „latente vierte Qualitätsdimension“ eingeführt, da es die professionelle Haltung, Reflexionsfähigkeit und persönliche Einstellung der SozialpädagogInnen umfasst, die alle anderen Ebenen maßgeblich beeinflussen.
Laut den Ergebnissen können unzureichende strukturelle Bedingungen wie fehlende Mittel oder Räumlichkeiten die Arbeit zwar erschweren oder hemmen, „gute Arbeit“ ist jedoch primär durch professionelles Handeln und Teamreflexion möglich.
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