Diplomarbeit, 2001
94 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Methodik
1.1. Einleitung
1.2. Methodik
2. Theoriebildung zur Bezugspflege
2.1. Kurzüberblick der relevanten Pflegetheorien zur Bezugspflege
2.2. Das Interaktionsmodell nach Peplau
2.3. Die therapeutische Dimension im Pflegemodell Peplaus
2.4. Die Grenzen der Interaktionstheorie nach Peplau
2.5. Zusammenfassung
3. Innovationen und Chancen des Bezugspflegemodells
3.1. Begriffsbestimmung der Bezugspflege
3.1.1. Der Begriff der Bezugspflege
3.1.2. Die Geschichte der Bezugspflege
3.1.3. Was ist Bezugspflege?
3.1.4. Von der Schwierigkeit, Bezugspflege eindeutiger zu definieren
3.2. Die Organisation der Bezugspflege
3.2.1. Die Delegationskompetenz der Bezugspflegekraft
3.2.2. Die Rolle der Stationsleitung
3.2.3. Die Veränderungen im Verhältnis zu den anderen Berufsgruppen
3.3. Qualitätsaspekte in der Bezugspflege
3.3.1. Bezugspflege als Garantie für höherer Pflegequalität ?
3.3.2. Ausbrennen und Berufsflucht in der Bezugspflege
3.4. Zusammenfassung
4. Die Beziehungsgestaltung als pflegespezifischer Heilfaktor
4.1. Die Beziehung als ein Kernelement der Bezugspflege
4.2. Bezugspflege als Heilfaktor auch aus medizinischer Sicht?
4.2.1. Das Krankheitsverständnis der psychosomatischen Medizin
4.3. Die psychotherapeutische Dimension in der Bezugspflege
4.4. Bezugspflege: ein Modell nur für die Psychiatrie?
4.5. Zusammenfassung
5. Konflikte in der Bezugspflege am Fallbeispiel
5.1. Fallbeispiel
5.2. Konflikte aus psychoanalytischer Sicht
5.2.1. Einige Kernelemente psychoanalytischer Theorie
5.3. Regression
5.4. Abwehrmechanismen und ihre Relevanz für die Bezugspflege
5.4.1. Abwehrvorgänge aus Sicht des psychoanalytischen Strukturmodells
5.4.2. Abwehrvorgänge im Fallbeispiel
5.4.3. Die Beziehung des Bezugspflegers zu den Ärzten im Fallbeispiel
5.5. Übertragung und Gegenübertragung in der Bezugspflege
5.5.1. Übertragungsphänomene am Fallbeispiel
5.5.2. Gegenübertragungsphänomene am Fallbeispiel
5.6. Das Ausagieren intrapsychischer Konflikte in der Bezugspflege
5.6.1. Ausagieren innerer Konflikthaftigkeit am Beispiel
5.7. Gegenseitige Vereinnahmung von Patient und Pflegekraft
5.8. Zusammenfassung
6. Arbeitsorganisatorische Konflikte in der Bezugspflege
6.1. Individuelle Pflegeverantwortung: eine Quelle von Überforderungen
6.1.1. Konkurrenz unter Pflegenden: ein Ergebnis der Bezugspflege?
6.2. Die Zusammenarbeit von Bezugspflegenden und Ärzten
6.3. Die Einführung der Bezugspflege im Klinikum Göttingen
6.3.1. Folgen einer erzwungenen Einführung von Bezugspflege für den Patienten
6.4. Zusammenfassung
7. Resümee und Ausblick
7.1. Wesentliche Ergebnisse der vorliegenden Arbeit
7.2. Ausblick
7.2.1. Ausblick auf arbeitsorganisatorische Konsequenzen
7.2.2. Ausblick auf die Kompetenzentwicklung von Bezugspflegenden
Die Arbeit untersucht das Pflegemodell der Bezugspflege im Hinblick auf seine Innovationschancen sowie das damit verbundene Konfliktpotenzial. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit die hohe Beziehungsdichte und die individuelle Verantwortung zu psychischen Überforderungen bei Pflegekräften führen und wie diese durch unreflektierte Interaktionsmuster den Erfolg des Modells gefährden können.
5.1. Fallbeispiel
„Der Pfleger weckte morgens die Patienten. Bei einer Patientin, die sich gerade beim Duschen befand, entdeckte der Pfleger beim Weckgang einen Kopfhörer, der an dem Radio- und Kassettenrekorder der Patientin angeschlossen war. Auf der Station ist der Gebrauch von Kopfhörern verboten, da der Kopfhörer die Kommunikation weitgehend unterbindet. Kommunikation ist aber auf den psychiatrischen Stationen eines der therapeutischen Faktoren. Es handelte sich um einen klaren Regelverstoß, welcher der Patientin bewusst sein musste. Sie wurde zu Beginn ihres stationären Aufenthalts über alle Regeln ausführlich aufgeklärt. Die Situation erforderte eine Thematisierung des Verstoßes und eine eindeutige Handlung, die üblicherweise darin bestanden hätte, der Patientin den Kopfhörer wegzunehmen (zu ihren Patientensachen zu legen und zu verschließen). Als die Patientin aus der Dusche kam, sprach der Pfleger sie auf den Kopfhörer an. Die Patientin reagierte subaggressiv und schnippisch, reklamierte für sich eine Sonderbehandlung und ließ das Gespräch mit dem Hinweis versanden, sie würde diesen Umstand auf ihre Kappe / Verantwortung übernehmen. Der Pfleger gewann den Eindruck, dass der Kopfhörer bereits seit längerer Zeit benutzt, bisher aber nicht bemerkt wurde. Er entschied sich den Kopfhörer nicht einzuziehen. Als Gründe für diesen Entschluss nannte der Pfleger im Gespräch mit dem Autor:
1. Eskalationsvermeidung mit der Patientin,
2. Unsicherheit über die Rückendeckung im Team,
3. „Kastanien aus dem Feuer holen, verbunden mit dem Risiko, der Kompetenzüberschreitung bezichtigt zu werden.“
1. Einleitung und Methodik: Einführung in die Thematik der Bezugspflege und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise anhand einer Literaturrecherche.
2. Theoriebildung zur Bezugspflege: Darstellung des pflegetheoretischen Hintergrunds, insbesondere des Interaktionsmodells nach Peplau als Fundament der Bezugspflege.
3. Innovationen und Chancen des Bezugspflegemodells: Untersuchung der Begriffsdefinitionen, der historischen Entwicklung und der Auswirkungen auf die Pflegequalität sowie das Ausbrennen von Personal.
4. Die Beziehungsgestaltung als pflegespezifischer Heilfaktor: Erörterung der therapeutischen Dimensionen der Pflege und deren medizinischer sowie psychosomatischer Begründung.
5. Konflikte in der Bezugspflege am Fallbeispiel: Detaillierte Analyse von Konflikten (Übertragung, Abwehr, Projektion) in der täglichen Arbeit anhand eines konkreten Praxisbeispiels.
6. Arbeitsorganisatorische Konflikte in der Bezugspflege: Beleuchtung der Spannungsfelder zwischen individueller Pflegeverantwortung, Konkurrenz im Team und der Zusammenarbeit mit Ärzten.
7. Resümee und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Empfehlungen für eine professionelle Implementierung sowie die notwendige Supervision von Bezugspflegenden.
Bezugspflege, Primary Nursing, Beziehungsgestaltung, Pflegetheorie, Hildegard Peplau, Psychosomatische Medizin, Übertragung, Gegenübertragung, Abwehrmechanismen, Pflegequalität, Arbeitsorganisation, Delegation, Patientenorientierung, Teamkonflikte, Supervision.
Die Arbeit analysiert die Chancen und Risiken des Pflegemodells Bezugspflege und setzt sich kritisch mit der Umsetzung in der Praxis auseinander.
Die zentralen Themen sind das beziehungsorientierte Handeln, die Arbeitsorganisation in Pflegeteams, die Bedeutung von Supervision und die psychologische Dynamik zwischen Pflegekräften und Patienten.
Das Ziel ist es, das Verständnis für die mit der Bezugspflege verbundenen Konflikte zu schärfen und Strategien aufzuzeigen, wie Pflegende bei ihrer anspruchsvollen Rolle professionell unterstützt werden können.
Es wurde eine systematische Auswertung deutscher und englischsprachiger Literatur sowie eine fallbasierte Analyse unternommen, um die intrapsychischen und sozialen Dynamiken in der Bezugspflege zu untersuchen.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Theoriebildung nach Peplau, die psychosomatische Relevanz der Pflegebeziehung sowie eine tiefgehende Analyse von Konflikten durch Übertragung und Projektion.
Wichtige Begriffe sind Bezugspflege, Beziehungspflege, therapeutische Dimension, Übertragung, Gegenübertragung und arbeitsorganisatorische Kompetenz.
Das Pflegemanagement ist laut Autor entscheidend, um durch Supervision und klare Kompetenzprofile die notwendigen Rahmenbedingungen für den Erfolg der Bezugspflege zu schaffen.
Aufgrund der in Deutschland bestehenden ärztlichen Gesamtverantwortung entstehen oft Kompetenzkonflikte, wenn Bezugspflegende eigenverantwortlich handeln wollen, die Ärzte jedoch ihre Autorität durchsetzen.
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