Diplomarbeit, 2004
140 Seiten, Note: 1
0 Einleitung
1 Einführung in die Filmübersetzung
1.1 Die Übertragung fremdsprachigen Filmmaterials
1.2 Visuell wahrnehmbare Übertragungsformen
1.2.1 Zwischentitel
1.2.2 Die Untertitelung
1.3 Akustisch wahrnehmbare Übertragungsformen
1.3.1 Gesprochene Untertitel
1.3.2 Das "Voice-Over"-Verfahren
1.3.3 Die Kommentarfassung
1.3.4 Die Synchronisation
1.4 Die Wahl der Übertragungsmethode
1.4.1 Entscheidungskriterien bei der Wahl der Übertragungsart
1.4.2 Synchronisations- und Untertitelungsländer
2 Synchronisation oder Untertitelung?
2.1 Vor- und Nachteile von Untertiteln
2.2 Argumente gegen die Synchronisation
2.3 Argumente für die Synchronisation
2.4 Die Stimme der Originalschauspieler und Synchronsprecher
3 Zur Geschichte der Synchronisation
3.1 Der Tonfilm
3.2 Entwicklung der Synchronisation in Deutschland
3.2.1 Isolation in der Nazi- und Kriegszeit
3.2.2 Synchron-Boom nach dem Krieg
3.2.3 Synchronisation und Filmzensur
3.2.4 „Alemannitis“
3.2.5 Synchronisation im Zuge des Fernsehens
3.3 Die Synchronisation als soziale Institution
3.3.1 Die Anpassung an das soziale Wertsystem
3.3.2 Die Gesellschaft und ihre Werte im Wandel
4 Synchronität
4.1 Lippensynchronität
4.1.1 Quantitative Lippensynchronität
4.1.2 Synchronität in bezug auf die Sprechgeschwindigkeit
4.1.3 Qualitative Lippensynchronität
4.1.4 Synchronität von Mimik und Gestik
4.2 Inhaltliche Synchronität
4.3 Charaktersynchronität
4.3.1 Die Stimme
4.3.2 Sprachliche Eigenheiten
4.4 Zur Hierarchie der verschiedenen Arten von Synchronität
5 Über die Synchronität hinaus
5.1 Spezifische Aspekte
5.1.1 Der kulturelle Transfer in der Filmsynchronisation
5.1.1.1 Auditiv und visuell wahrnehmbare Kulturspezifika
5.1.1.2 Kulturspezifika und translatorische Kulturkompetenz
5.1.2 Humor und Komik in der Synchronisation
5.1.2.1 Prioritäten und Einschränkungen
5.1.2.2 Witz-Typen
5.1.3 Anglizismen
5.1.3.1 Typen von Anglizismen
5.1.3.2 Funktionen der Anglizismen
5.1.3.3 Die Allgegenwart der Anglizismen
5.1.3.4 Die Synchronisation: Sündenbock der Überflutung mit Anglizismen?
5.2 Theoretische Aspekte
5.2.1 Normen in der audiovisuellen Übersetzung
5.2.2 Interdisziplinität in der multimedialen Übersetzung
5.3 Ausbildung
6 Schlußbemerkungen
7 Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht die Filmsynchronisation als komplexes, interdisziplinäres Forschungsfeld der Übersetzungswissenschaft, mit dem Ziel aufzuzeigen, dass Synchronisation nicht nur eine rein sprachliche Übertragung ist, sondern die ganzheitliche Vermittlung eines Filmwerkes anstrebt. Dabei wird analysiert, wie technische, kulturelle und soziale Faktoren den Synchronisationsprozess beeinflussen und welchen Stellenwert verschiedene Formen der "Synchronität" (Lippen-, inhaltliche, Charaktersynchronität) im Vergleich zu pragmatischen Anforderungen einnehmen.
Die Synchronisation als soziale Institution
Die Geschichte der Synchronisation wurde nicht nur von den technischen Entwicklungen oder den geschichtlich bedingten Einflüssen und Phänomenen der jeweiligen Zeitepochen beeinflusst und geprägt, sondern auch von den in einer Gesellschaft herrschenden Werten und Normen.
Die Werte und Normen einer Gesellschaft werden von ihren Mitgliedern festgelegt und signalisieren, was innerhalb dieser Gesellschaft wichtig und unwichtig ist. Sie sind jedoch nie definitiv, sondern einem ständigen Wandel – auch wenn sich dieser langsam vollzieht – unterworfen. Dieser unaufhörliche Wandlungsprozess schlägt sich auch auf die Synchronisationspraxis nieder. In diesem Sinne gibt also die Synchronisation einen beachtenswerten Einblick in die Gesellschaft des rezipierenden Publikums und spiegelt die darin herrschenden Werte und Normen wider.
Die Sprache z.B. ist eine aktive Sozialerscheinung und kein bloß individuelles Gefühls- oder Gedankenresiduum. Aus diesen Gründen ist die Veränderung von Symbolsätzen (Filmen) bei ihrer Transposition in eine andere Kultur plausibel. So kann die Analyse der Manipulation von Symbolen im Übersetzungsprozess als wichtige Aufschlussquelle über soziale Wertsysteme gelten. (Hesse-Quack: 1969:48)
Sowohl Hesse-Quack als auch Toepser-Ziegert gehen davon aus, dass der Film als Phänomen der Massenkommunikation – besonders in seiner synchronisierten Version – die sozialen Zustände einer Gesellschaft und deren Veränderungen sehr klar ausdrückt. „Die Inhalte der Medien allgemein und des Films im besonderen“ (Hesse-Quack 1969: 35; Toepser-Ziegert 1975: 227) sind für beide Autoren „soziale Basisdaten“ (ebda.) in denen sich die Kultur objektiviert und deswegen vom großen informativen Wert für die (empirisch orientierte) sozialwissenschaftliche Forschung.
0 Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die Bedeutung der Synchronisation über die reine sprachliche Ebene hinaus zu verdeutlichen, und gibt einen Überblick über den Aufbau der Untersuchung.
1 Einführung in die Filmübersetzung: Dieses Kapitel führt in die verschiedenen Übertragungsmethoden für fremdsprachiges Filmmaterial ein, wobei insbesondere zwischen visuell wahrnehmbaren und akustisch wahrnehmbaren Formen unterschieden wird.
2 Synchronisation oder Untertitelung?: Hier werden die Vor- und Nachteile sowie die Pro- und Kontra-Argumente für Synchronisation beziehungsweise Untertitelung kritisch beleuchtet.
3 Zur Geschichte der Synchronisation: Dieser Abschnitt behandelt die historische Entwicklung der Synchronisation, primär im deutschsprachigen Raum, sowie ihre Rolle als soziale Institution.
4 Synchronität: Das Kapitel widmet sich der technischen und ästhetischen Herausforderung der Synchronität, differenziert zwischen Lippen-, inhaltlicher und Charaktersynchronität und erörtert deren jeweilige Bedeutung.
5 Über die Synchronität hinaus: Hier werden spezifische Aspekte wie kultureller Transfer, Humorübertragung und Anglizismen sowie theoretische Grundlagen und Ausbildungsfragen thematisiert.
6 Schlußbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und unterstreichen die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Qualitätsverbesserung und interdisziplinären Zusammenarbeit.
7 Bibliographie: Das abschließende Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Filmsynchronisation, Untertitelung, audiovisuelle Übersetzung, Lippensynchronität, kultureller Transfer, Normen, multimediale Übersetzung, Filmanalyse, Soziolinguistik, Anglizismen, Filmgeschichte, Synchronsprecher, Übersetzungstheorie, Humorübertragung, Medienwissenschaft.
Die Arbeit befasst sich mit der Filmsynchronisation als einem komplexen Prozess der audiovisuellen Übersetzung, der weit über die bloße Dialogübersetzung hinausgeht und kulturelle sowie soziale Dimensionen umfasst.
Die zentralen Themen umfassen den Vergleich von Synchronisation und Untertitelung, die technische und ästhetische Synchronität, die Rolle der Synchronisation als soziale Institution sowie kultur- und sprachwissenschaftliche Aspekte der Filmübertragung.
Das primäre Ziel ist es, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass die Synchronisation die Übertragung des Gesamtwerkes "Film" zum Ziel hat, und die damit verbundenen Anforderungen, Schwierigkeiten und den Einfluss der Synchronisation auf Sprache und Gesellschaft darzustellen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auseinandersetzung mit translationstheoretischen, soziokulturellen und historischen Ansätzen, um die Phänomene der Filmsynchronisation kritisch zu beleuchten.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung (vor allem im deutschsprachigen Raum), die verschiedenen Arten von Synchronitäten (Lippen-, inhaltliche, Charaktersynchronität), das Spannungsfeld zwischen Untertitelung und Synchronisation sowie spezifische Aspekte wie Humor, kulturellen Transfer und den Umgang mit Anglizismen.
Zentrale Begriffe sind Filmsynchronisation, audiovisuelle Übersetzung, Lippensynchronität, kultureller Transfer, multimediale Übersetzung, Soziolinguistik und Filmzensur.
Die "Alemannitis" beschreibt ein Phänomen der 1950er und 60er Jahre, in dem Synchronautoren krampfhaft versuchten, jegliches fremdsprachige Element aus Filmen auszumerzen, um sie möglichst deutsch wirken zu lassen, was oft zu unnatürlichen und lächerlichen Ergebnissen führte.
Die Klappe dient der präzisen Tonsynchronisierung, indem sie Bild und Ton bei der Aufnahme koppelt und so bei der späteren Bearbeitung die zeitliche Übereinstimmung (den "Synchronpunkt") exakt definierbar macht.
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