Diplomarbeit, 2010
100 Seiten, Note: 3.0
1. Einleitung
2. Theoriebruchstellen
3. Politik und Politisches
4. Ökologische Mobilmachung
5. Naturrechtliche Ungereimtheiten
6. Libertäre Letztbegründung
7. Schlussbemerkungen
Die Diplomarbeit analysiert kritisch das Werk "Moral und Politik" von Vittorio Hösle mit dem Ziel, die theoretischen Inkonsistenzen in Hösles Begriffsbildung von "Politik", "Staat" und "Moral" aufzuzeigen sowie die Praktikabilität seiner politischen Ethik zu hinterfragen.
Theoriebruchstellen
Über Max Weber berühmte Formulierung, Herrschaft sei die Chance, bei einer angeb baren Zahl von Person für einen Befehl bestimmten Inhalts Gehorsam zu finden (1976: 28), schrieb Dolf Sternberger: „Das ist ein Begriff, damit kann man arbeiten. Ein Begriff wie blankes Besteck, das Operationen erlaubt, zu Operationen herausfordert“ (1983: 7). Auch Moral und Politik sind zwei Begriffe, die zu allerlei Operationen herausfordern, obwohl sie alles andere als klar sind. Sowohl Moral als auch Politik haben in der Wis senschaft aber auch in der Literatur unzählige Deutungen und Verwendungen gefun den. Selbst das kleine Wörtchen «und» im Titel von Vittorio Hösles Opus Magnum hat es in sich. Es bezeichnet nicht bloß eine semantische Verknüpfung zweier beliebi ger Begriffe, sondern eine von zwei voneinander getrennten Sphären, denen sich zwei unterschiedliche Wissenschaften widmen, nämlich einerseits die Philosophie und an dererseits die Politikwissenschaft. Letztere erscheint in «Moral und Politik» sogar nur als eine Spezialwissenschaft, deren Daseinsberechtigung sich aus der zentralen Stellung ergibt, die der Staat in der heutigen Zeit einnimmt (M&P: 545). Eng verbunden mit die ser Vorstellung ist der Politikbegriff Vittorio Hösles, der trotz der gerade in letzter Zeit akut gewordenen Debatte um den Unterschied zwischen dem Politischen und der Poli tik überhaupt nicht vom Staat emanzipiert ist, sondern mit ihm auf fast schicksalhafte Weise verbunden.
„Unter «Politik» verstehe ich ... Handlungen, die im Kontext (sic!) von Machtkämpfen auf die Bestimmung und/oder Durchsetzung von Staats zwecken ausgerichtet sind“ (M&P: 101).
1. Einleitung: Einführung in das Werk Hösles und Darstellung der zentralen Zielsetzung der Arbeit, das Verhältnis von Moral und Politik aus politikwissenschaftlicher Sicht zu untersuchen.
2. Theoriebruchstellen: Analyse der semantischen Unschärfen in Hösles Begriffsbildung und der engen, schicksalhaften Verknüpfung von Politik und Staatlichkeit.
3. Politik und Politisches: Untersuchung der Machtaspekte und der Frage, inwiefern Hösle das Politische lediglich als Resultat staatlichen Handelns begreift.
4. Ökologische Mobilmachung: Kritische Betrachtung von Hösles ökologischem Imperativ und der damit verbundenen Forderung nach einem Weltstaat.
5. Naturrechtliche Ungereimtheiten: Auseinandersetzung mit der Rolle des Naturrechts als Begründungsinstrument für staatliche Zwangsmittel.
6. Libertäre Letztbegründung: Diskussion der philosophischen Grundlagen der Letztbegründung und Gegenüberstellung mit libertären Prinzipien des Selbsteigentums.
7. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Einschätzung des Scheiterns der Synthese von Moral und Politik in Hösles Werk.
Politische Ethik, Vittorio Hösle, Staat, Moral, Politikbegriff, Gewaltmonopol, Letztbegründung, Naturrecht, Gefangenendilemma, Ökologischer Imperativ, Selbsteigentum, Demokratie, Macht, Institutionenlehre, Freiheit.
Die Arbeit untersucht kritisch Vittorio Hösles Werk "Moral und Politik" unter politikwissenschaftlichen Gesichtspunkten, wobei insbesondere die begriffliche Unschärfe und die staatstheoretischen Annahmen hinterfragt werden.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Politik, das Verhältnis von Moral zu staatlicher Herrschaft, die Rolle des Naturrechts sowie die ethische Rechtfertigung staatlicher Eingriffe, auch im Kontext ökologischer Krisen.
Ziel ist es, die interne Konsistenz der Hösle'schen politischen Ethik zu prüfen und aufzuzeigen, wo Hösle Begriffe zu Gunsten einer staatstheoretischen Rechtfertigung instrumentalisiert.
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und philosophische Analysetechnik, die sich kritisch mit den normativen Annahmen, Begriffsdefinitionen und der Argumentationslogik des analysierten Autors auseinandersetzt.
Im Hauptteil werden Hösles Definitionen von Politik, seine Machtanalyse, der Einsatz des Naturrechts sowie der ökologische Imperativ und dessen Folgen für die individuelle Freiheit und staatliche Struktur kritisch dekonstruiert.
Schlüsselwörter wie Politische Ethik, Staat, Moral, Letztbegründung, Naturrecht und Selbsteigentum verdeutlichen den Fokus auf staatstheoretische und moralphilosophische Kernfragen.
Für Hösle dient der ökologische Imperativ als moralische Begründung für die Einrichtung eines Weltstaates, da ökologische Probleme nach Ansicht des Autors nicht mehr einzelstaatlich gelöst werden können.
Die Arbeit kritisiert, dass Hösle Moral und Staat untrennbar verknüpft, wodurch moralische Diskurse zu einer bloßen Rechtfertigung staatlicher Verwaltung werden und das Politische als eigenständiges Phänomen verschwindet.
Der Autor argumentiert, dass Hösle die Letztbegründung nicht konsistent durchhält und sie letztlich dazu nutzt, staatliche Vormundschaften zu legitimieren, anstatt eine grundlegende Freiheitstheorie zu begründen.
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