Masterarbeit, 2015
86 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Blindsein als Künstlerin: Belastung oder Chance?
Quellenlage und Literatur
I. Maria Theresia Paradis
Herkunft und Eltern
Erblindung
II. Gescheiterte Versuche einer Heilung
Franz Anton Mesmer
Mesmers neuartige Heilungsmethoden
Mesmers post-Wien-Ära
Blindheit als Chance?
III. Leben als Blinde
Bildung und Ausbildung
Eine Europatournee
Eine Blinde komponiert
Musikschulgründung
Resümee: Maria Theresia Paradis als Pionierin
Diese Masterarbeit untersucht das Leben und Wirken der im 18. Jahrhundert lebenden blinden Musikerin Maria Theresia Paradis, um ihre Rolle als Pionierin der Blindenbildung und ihre kulturelle Bedeutung in Wien kritisch zu beleuchten, wobei insbesondere die Frage nach der Blindheit als mögliches Hindernis oder Chance im Kontext ihrer künstlerischen Laufbahn und persönlichen Entwicklung im Mittelpunkt steht.
Die Vorweisung eines Spiegels
Die Vorweisung eines Spiegels brachte ihr viel Verwunderung; sie konnte sich gar nicht darin finden, wie es zuginge, daß die Fläche des Spiegelglases die Objekte auffangen und sie dem Auge wieder vorstellen könne. Man führte sie in ein prächtiges Zimmer, wo sich eine hohe Spiegelwand befand. Sie konnte sich darin nicht genug satt sehen. Sie machte die wunderlichsten Wendungen und Stellungen vor demselben, besonders aber mußte sie darüber lachen, daß das im Spiegel sich zeigende Bild bei Annäherung ihrer Person gegen sie trat, hingegen bei ihrer Entfernung ebenfalls zurück wich. Alle Objekte, die sie in einer gewissen Entfernung bemerket, kommen ihr klein vor und sie vergrößern sich in ihrem Begriffe nach Maaße, als sie ihr näher gerücket werden.
Da sie mit offenen Augen einen Bissen gerösteten Brodes in ihren Chokolade tauchte und damit zum Munde fuhr, schien ihr solcher so groß, daß sie ihn nicht in den Mund bringen zu können glaubte.
I. Maria Theresia Paradis: Dieses Kapitel behandelt die familiäre Herkunft und die schwierige Klärung des exakten Geburtsdatums sowie den Zeitpunkt der Erblindung der Künstlerin.
II. Gescheiterte Versuche einer Heilung: Hier wird der medizingeschichtliche Kontext sowie der Behandlungsverlauf durch Franz Anton Mesmer detailliert analysiert, inklusive der Konflikte mit der zeitgenössischen Ärzteschaft.
III. Leben als Blinde: Dieser Hauptteil widmet sich der umfassenden Bildung von Paradis, ihrer erfolgreichen Europatournee, ihrem kompositorischen Schaffen unter Einsatz spezieller Hilfsmittel und der Gründung ihrer privaten Musikschule in Wien.
Resümee: Maria Theresia Paradis als Pionierin: Das Fazit stellt zusammenfassend dar, dass Paradis trotz aller Widrigkeiten durch ihre vielfältigen Aktivitäten eine Vorreiterrolle in der Integration blinder Menschen einnahm und als Pionierin zu würdigen ist.
Maria Theresia Paradis, Blindenbildung, Franz Anton Mesmer, animalischer Magnetismus, 18. Jahrhundert, Musikerin, Komponistin, Pianistin, Musikpädagogik, Pionierin, Wiener Musikleben, Inklusion, Valentin Haüy, Johann Riedinger, Hilfsmittel für Blinde.
Die Arbeit untersucht das Leben der berühmten, erblindeten Musikerin Maria Theresia Paradis und hinterfragt, inwiefern ihre Blindheit sowohl eine soziale Belastung als auch eine Voraussetzung für ihre Pionierrolle war.
Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie, der medizinischen Behandlung durch Mesmer, den Bildungsanstrengungen für Blinde im 18. Jahrhundert und der Rezeption ihres musikalischen Werks.
Das Ziel ist es, Maria Theresia Paradis nicht nur als "blinde Komponistin", sondern als eine zentrale Pionierfigur der Blindenbildung und des kulturellen Handelns in Wien zu etablieren.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Quellenanalyse, indem er zeitgenössische Berichte, Krankenprotokolle, Tagebucheinträge und die bisherige Sekundärliteratur kritisch gegenüberstellt und neu bewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung ihrer Herkunft und Erblindung, die Analyse der magnetischen Heilungsversuche und die detaillierte Darstellung ihres Lebens als Blinde, inklusive Ausbildung, Tourneen und Musikschulgründung.
Besonders prägend sind die Begriffe: Maria Theresia Paradis, Blindenbildung, Musikpädagogik, Franz Anton Mesmer und historisches Wien.
Die Behandlung ist ein entscheidendes, gut dokumentiertes Ereignis, das Aufschluss über den medizinischen Stand der Zeit und die psychologische Verfassung der jungen Paradis gibt.
Riedinger war ihr Lebensgefährte und enger Mitarbeiter, der für sie spezielle Hilfsmittel, wie ein Notensatzbrett, erfand und sie auf ihren Reisen unterstützte.
Ja, die Arbeit thematisiert die Forschungsdebatte darüber, ob bestimmte Werke, wie etwa die berühmte Sicilienne, tatsächlich von ihr stammen oder ihr fälschlicherweise zugeschrieben wurden.
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