Diplomarbeit, 1996
184 Seiten, Note: Ausgezeichnet
1 Einführung in die Problematik und Forschungsdesign
2 Begriffliche Vorerklärungen
2.1 Gesundheit - Krankheit
2.2 Behinderung
2.3 Pflegebedürftigkeit
3 Prävention, Kuration, Rehabilitation und Palliativbehandlung als Gesundheitsbereiche und Komponenten der Pflege
3.1 Die Bedeutung der Begriffe „Prävention“ und „Prophylaxe“
3.1.1 Primäre Prävention
3.1.2 Sekundäre Prävention
3.1.3 Tertiäre Prävention
3.2 Die Bedeutung des Begriffes „Rehabilitation“
3.3 Die Bedeutung des Begriffe „kurativ“ und „palliativ“
3.4 Betrachtung und Diskussion der Terminologie im Gesundheitswesen
3.5 Systematisierung der Terminologie im Gesundheitswesen
3.6 Zur Synthese von Pflege, Prävention, Kuration, Rehabilitation und Palliativbehandlung
3.6.1 Pflegedefinitionen
3.6.2 Berufsbilder des DBVA und DBfK
3.6.3 Altenpflegegesetz-Entwurf und Krankenpflegegesetz
3.6.4 Zusammenfassung, Schlußfolgerungen und Empfehlungen
3.6.5 Exkurs: Diagnostik, Therapie und Behandlung
3.6.6 Exkurs: Aktivierende Pflege
4 Wesentliche Grundelemente einer präventiv, kurativ, rehabilitativ und palliativ (= therapeutisch) wirksamen Pflege
4.1 Funktionen der Pflege und Aufgabenbereiche
4.2 Richtziele der Pflege und begriffliche Synthese
4.3 Der Pflegeprozeß
4.3.1.1 Exkurs: Pflegediagnosen
4.4 Orientierungsrahmen der Pflege
4.5 Mehrdimensionales Pflegehandeln
4.6 Differenzierte Pflegemethoden: Exemplarisch Ganzkörperwaschung
4.7 Zusammenfassung und Anmerkungen
5 Forschungsstrategie zur Analyse und Interpretation ausgewählter Pflegelehrbücher
5.1 Hermeneutik als Haltung und Handlung
5.2 Zur Auswahl der Forschungsgegenstände (der Interpretanda)
5.3 Konkrete Fragestellung und Eingrenzung der Textbereiche in den Pflegelehrbüchern
6 Textinterpretation
6.1 „Pflege: Praxis und Theorie der Gesundheits- und Krankenpflege“ von Liliane Juchli
6.1.1 Zur Situation und Intention der Autorin und Entwicklung des Lehrbuches
6.1.2 Zum eigenständigen Aufgabenbereich
6.1.3 Zur Zielsetzung der Pflege und begrifflichen Synthese
6.1.4 Zum Pflegeprozeß
6.1.5 Zum Orientierungsrahmen
6.1.6 Zum mehrdimensionalen Pflegehandeln
6.1.7 Zur differenzierten Pflegemethode: exemplarisch Ganzkörperwaschung
6.1.8 Zusammenfassendes Untersuchungsergebnis
6.2 „Altenpflege in Ausbildung und Praxis“ von Ilka Köther & Else Gnamm
6.2.1 Zur Situation und Intention der Herausgeberinnen und zur Entwicklung des Lehrbuches
6.2.2 Zum eigenständigen Aufgabenbereich
6.2.3 Zur Zielsetzung der Pflege und begrifflichen Synthese
6.2.4 Zum Pflegeprozeß
6.2.5 Zum Orientierungsrahmen
6.2.6 Zum mehrdimensionalen Pflegehandeln
6.2.7 Zur differenzierten Pflegemethode: exemplarisch Ganzkörperwaschung
6.2.8 Zusammenfassendes Untersuchungsergebnis
6.3 „Das Neue Lehrbuch der Krankenpflege“ - Kohlhammer (Hrsg.)
6.3.1 Zur Situation und Intention des Herausgebers und zur Entwicklung des Lehrbuches
6.3.2 Zum eigenständigen Aufgabenbereich
6.3.3 Zur Zielsetzung der Pflege und begrifflichen Synthese
6.3.4 Zum Pflegeprozeß
6.3.5 Zum Orientierungsrahmen
6.3.6 Zum mehrdimensionalen Pflegehandeln
6.3.7 Zur differenzierten Pflegemethode: Exemplarisch Ganzkörperwaschung
6.3.8 Zusammenfassendes Untersuchungsergebnis
6.4 „Lehrbuch für Krankenpflege: ein prinzip- und praxisorientiertes Arbeitsbuch“ von Gerhard Münch & Jacques Reitz
6.4.1 Zur Situation und Intention der Herausgeber und zur Entwicklung des Lehrbuches
6.4.2 Zum eigenständigen Aufgabenbereich
6.4.3 Zur Zielsetzung der Pflege und begrifflichen Synthese
6.4.4 Zum Pflegeprozeß
6.4.5 Zum Orientierungsrahmen
6.4.6 Zum mehrdimensionalen Pflegehandeln
6.4.7 Zur differenzierten Pflegemethode: exemplarisch Ganzkörperwaschung
6.4.8 Zusammenfassendes Untersuchungsergebnis
6.5 „Altenpflege: Ein praxisorientiertes Lehrbuch“ von Brigitte Pomykala
6.5.1 Zur Situation und Intention der Autorin und zur Entwicklung des Lehrbuches
6.5.2 Zum eigenständigen Aufgabenbereich
6.5.3 Zur Zielsetzung der Pflege und begrifflichen Synthese
6.5.4 Zum Pflegeprozeß
6.5.5 Zum Orientierungsrahmen
6.5.6 Zum mehrdimensionalen Pflegehandeln
6.5.7 Zur differenzierten Pflegemethode: exemplarisch Ganzkörperwaschung
6.5.8 Zusammenfassendes Untersuchungsergebnis
6.6 „Die Pflege des Menschen“ von Mechthild Seel
6.6.1 Zur Situation und Intention der Autorin und zur Entwicklung des Lehrbuches
6.6.2 Zum eigenständigen Aufgabenbereich
6.6.3 Zur Zielsetzung der Pflege und begrifflichen Synthese
6.6.4 Zum Pflegeprozeß
6.6.5 Zum Orientierungsrahmen
6.6.6 Zum mehrdimensionalen Pflegehandeln
6.6.7 Zur differenzierten Pflegemethode: exemplarisch Ganzkörperwaschung
6.6.8 Zusammenfassendes Untersuchungsergebnis
7 Zusammenfassung
7.1 Erweiterung des heuristischen Modells therapeutisch wirksamer Pflege
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle der Pflege im Gesundheitswesen und analysiert kritisch, wie präventive, kurative, rehabilitative und palliative Aspekte in ausgewählten deutschsprachigen Pflegelehrbüchern dargestellt werden, um das oft diffuse Pflegeverständnis zu klären.
Die Bedeutung der Begriffe „Prävention“ und „Prophylaxe“
Präventiv (lat. prae-veniõ) heißt zuvorkommen, überholen. Im medizinischen Sinne steht der Begriff für „vorbeugend“. Prävention bedeutet hier, dem Risiko zu erkranken oder einer Erkrankung oder einer Verschlimmerung des bestehenden Leidens vorzubeugen. Im Medizinlexikon findet man die Definition: „Vorkehrungen zur Verhinderung von Krankheiten, Unfällen etc. einschließlich der individuell veranlaßten ärztlichen Maßnahmen, die der Überwachung und Erhaltung der Gesundheit dienen“ (Roche Lexikon Medizin, 1987, S. 1395).
Becker (1994) unterscheidet zwischen
• spezifischer Prävention: Verhütung ausgewählter Krankheiten und
• unspezifischer Prävention: sie hat Breitenwirkung.
Der Begriff „Prophylaxe“ ist in gewisser Weise die griechische Variante für Vorbeugung und Verhütung. Er steht „(...) für allgemeine und individuelle Vorbeugemaßnahmen gegen Krankheiten und ihre Verbreitung (Der Knaur, 1993, Band 11, S. 4090) oder für „individuelle und generelle Maßnahmen zur Verhütung drohender Krankheit“ (Roche Lexikon Medizin, 1987, S. 1404).
Der Begriff „Prävention“ scheint umfassender zu sein als der Begriff „Prophylaxe“. Die Prophylaxe hat eher den Charakter einer Handlungsanweisung (Maßnahme). Daß in der Pflege überwiegend der Begriff „Prophylaxe“ verwendet wird, könnte als ein Zeichen für die Verrichtungsorientierung der Pflege gesehen werden. Für die Prävention („Vorkehrungen zur ...“) gibt es dagegen umfassendere Konzepte. In der Regel spricht man nicht von Prävention, wenn man eine Maßnahme meint, sondern man sagt dann „Präventionsmaßnahme“, „präventive Maßnahme“ bzw. man ordnet verschiedene Maßnahmen der Prävention zu.
1 Einführung in die Problematik und Forschungsdesign: Die Einleitung erläutert die Motivation der Autorin, die Rolle der Pflege im Kontext von Prävention, Kuration und Rehabilitation zu systematisieren.
2 Begriffliche Vorerklärungen: Definitionen grundlegender Konzepte wie Gesundheit, Krankheit und Behinderung dienen als theoretische Basis für die Untersuchung.
3 Prävention, Kuration, Rehabilitation und Palliativbehandlung als Gesundheitsbereiche und Komponenten der Pflege: Dieser Abschnitt klärt die Terminologie der Gesundheitsbereiche und deren Bezug zur professionellen Pflege.
4 Wesentliche Grundelemente einer präventiv, kurativ, rehabilitativ und palliativ (= therapeutisch) wirksamen Pflege: Entwicklung eines Schemas, das als Interpretationsfolie für die spätere Analyse dient.
5 Forschungsstrategie zur Analyse und Interpretation ausgewählter Pflegelehrbücher: Erläuterung der hermeneutischen Methode zur systematischen Untersuchung ausgewählter Lehrbuchtexte.
6 Textinterpretation: Detaillierte Analyse der ausgewählten Lehrbücher von Juchli, Köther & Gnamm, Kohlhammer, Münch & Reitz, Pomykala und Seel.
7 Zusammenfassung: Resümee der Untersuchungsergebnisse und Diskussion der Qualität der analysierten Lehrbücher.
Pflege, Prävention, Kuration, Rehabilitation, Palliativbehandlung, Pflegelehrbücher, Pflegeprozess, Pflegehandeln, Gesundheitswesen, Hermeneutik, Pflegedefinitionen, Altenpflege, Krankenpflege, Gesundheitsförderung, therapeutische Pflege
Die Arbeit untersucht das diffuse Pflegeverständnis im deutschen Gesundheitswesen und analysiert, wie Pflegelehrbücher die Eigenständigkeit der Pflege sowie ihre Rolle in Prävention, Kuration, Rehabilitation und Palliation vermitteln.
Zentrale Themen sind die fachliche Klärung der Gesundheitsbereiche, die Analyse der pflegerischen Eigenständigkeit in den untersuchten Lehrbüchern sowie die Frage nach einer ganzheitlichen und therapeutisch wirksamen Pflegequalität.
Das Ziel ist es, durch eine hermeneutische Untersuchung der Darstellung von Pflege in aktuellen Lehrbüchern zu prüfen, ob die dort vermittelten Konzepte eine präventiv, kurativ, rehabilitativ und palliativ wirksame Pflege fördern oder zur diffusen Praxis beitragen.
Die Autorin verwendet eine wissenschaftlich-hermeneutische Untersuchungsmethode, um die in den Pflegelehrbüchern explizit und implizit enthaltenen Meinungen und Ansichten der Autoren zu explorieren.
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Begriffsklärung und Modellentwicklung sechs gängige deutsche Pflegelehrbücher detailliert textanalytisch interpretiert, wobei der Fokus auf Definitionen, Aufgabenbereichen, Pflegeprozess und Pflegemethoden liegt.
Die Arbeit wird durch die Begriffe Pflege, Prävention, Kuration, Rehabilitation, Palliation, Pflegelehrbuch, Pflegediagnosen und Pflegeprozess charakterisiert.
Die Autorin definiert den Pflegeprozess als systematische Arbeitsmethode, kritisiert jedoch, dass er in der Mehrheit der untersuchten Lehrbücher entweder nur oberflächlich behandelt oder nicht systematisch in die pflegerischen Alltagssituationen integriert wird.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass viele Lehrbücher das diffuse Bild der Pflege eher verstärken, anstatt eine klare, eigenständige und professionelle Identität zu fördern, da präventive und rehabilitative Aspekte oft nicht systematisch mit dem pflegerischen Handeln verknüpft werden.
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