Masterarbeit, 2014
48 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1. Forschungsfrage und Forschungsziel
1.2. Angrenzende Fachbereiche
1.3. Methodenauswahl
2. Grundlagen der Hirnforschung
2.1. Synaptische Verbindung und ihre Bedeutung für das Lernen
2.2. Das limbische System
2.3. Die Funktion der Spiegelneuronen (mirror neurons)
2.4. Das Gehirn als Sozialorgan
3. Grundlagen der Erwachsenenbildung
3.1. Systemisch-konstruktivistische Didaktik
3.2. Voraussetzungen nachhaltigen Lernens in der Weiterbildung
3.2.1. Nachhaltigkeit des Lernverhaltens
3.2.2. Nachhaltigkeit der Lernergebnisse/Lerntransfer
3.2.3. Nachhaltigkeit der inneren Systemik
4. Praktischer Teil
4.1. Ableitung grundlegender Prinzipien für die betriebliche Weiterbildung/Trainings
4.2. Anpassung der praktischen Übung
4.3. Auswertung der praktischen Übung
4.4. Kritische Selbstreflexion
5. Ausklang
Die Arbeit untersucht die Praxisrelevanz der Neurodidaktik für die Erwachsenenbildung und Personalentwicklung, mit dem Ziel, Methoden zur Unterstützung nachhaltiger Lernprozesse am Arbeitsplatz zu identifizieren und empirisch zu evaluieren.
2.2 Das limbische System
Im limbischen System findet eine Bewertung aller Dinge statt, die der Mensch ausführt und erlebt. Es vermittelt Emotionen, Impulse sowie Lust und Unlustgefühle und ist damit ein wesentlicher Faktor erfolgreichen Lernens (vgl. Roth 2009a, S. 60). Es kann als TED unseres Gehirns angesehen werden. Die Bewertungsskala verläuft zwischen „gut/vorteilhaft/lustvoll“ und „schlecht/nachteilig/schmerzhaft“ (Hermann 2009, S. 61). Ersteres ist in der Regel wünschenswert und soll wiederholt werden, letzteres ist zu vermeiden. Beides wird im emotionalen Erfahrungsgedächtnis abgespeichert, welches größtenteils unbewusst arbeitet – und damit nur schwer zu beeinflussen ist. Auf diesen Speicher im limbischen System wird in jeder Situation zurückgegriffen und geprüft, ob es eine solche Situation schon einmal gegeben hat. Wenn Informationen dargeboten werden fragt das System, ob es denn lohnenswert ist hinzuhören, zu üben, aufzunehmen und zu reproduzieren (vgl. Roth 2009a, S. 62).
„Kommt das System zu einem positiven Ergebnis, so werden über die sogenannten neuromodulatorischen Systeme in der Großhirnrinde vorhandene Wissens-Netzwerke so umgestaltet, dass neues Wissen entsteht.“ (Roth 2009a, S. 62).
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die neurodidaktische Fragestellung ein und diskutiert deren Relevanz für eine nachhaltige Personalentwicklung.
2. Grundlagen der Hirnforschung: Dieses Kapitel erläutert die neuronalen Mechanismen, wie synaptische Verbindungen, das limbische System und die Rolle der Spiegelneuronen, die für den Lernprozess und soziales Lernen essenziell sind.
3. Grundlagen der Erwachsenenbildung: Es wird ein systemisch-konstruktivistischer didaktischer Rahmen dargelegt, um Anforderungen an nachhaltige Lernprozesse, Lerntransfer und die innere Systemik zu definieren.
4. Praktischer Teil: Der Transfer der theoretischen Erkenntnisse erfolgt durch die Anpassung und Evaluation einer praktischen Übung (Fallstudie) in einem betrieblichen Seminar.
5. Ausklang: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit, neurobiologische Erkenntnisse konsequent in die Konzeption von Bildungsmaßnahmen zu integrieren, um nachhaltiges Lernen zu ermöglichen.
Neurodidaktik, Erwachsenenbildung, Personalentwicklung, nachhaltiges Lernen, Systemisch-konstruktivistische Didaktik, Fallstudie, Lerntransfer, Gehirnforschung, Spiegelneuronen, Selbstlernkompetenz, Motivationssysteme, Metakompetenzen, Lernatmosphäre.
Die Arbeit untersucht, ob und wie neurodidaktische Erkenntnisse in der Praxis der Erwachsenenbildung und Personalentwicklung genutzt werden können, um das Lernen nachhaltiger zu gestalten.
Die zentralen Themen sind die Verknüpfung von neurobiologischen Grundlagen des Gehirns mit didaktischen Ansätzen der Erwachsenenbildung sowie die praktische Anwendung durch geeignete Lernarrangements.
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob gehirngerechte Lehrmethoden – insbesondere unter Einbeziehung von Fallstudien – einen messbaren Beitrag zur Nachhaltigkeit des Gelernten und zum Transfer in den Arbeitsalltag leisten können.
Die Autorin verwendet eine Fallstudie als empirische Methode, um die Auswirkungen einer veränderten, stärker am neurodidaktischen Wissen orientierten Übungsform in einem betrieblichen Training zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Hirnforschung (Limbisches System, Spiegelneuronen) und der Erwachsenenbildung sowie einen praktischen Teil, der die Ableitung und Umsetzung neuer Lehrmethoden in einem konkreten Seminarkontext beschreibt.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Neurodidaktik, nachhaltiges Lernen, Lerntransfer, systemisch-konstruktivistische Didaktik, Selbstlernkompetenz und Fallstudienmethode.
Das limbische System fungiert als "TED" des Gehirns und bewertet Informationen emotional. Nur wenn eine Situation als positiv und lohnenswert eingestuft wird, erfolgt eine Aktivierung der Großhirnrinde, was die Voraussetzung für die dauerhafte Verankerung von Wissen darstellt.
Spiegelneuronen bilden die neurobiologische Basis für das Lernen am Modell und Empathie. Dies ist für Trainer entscheidend, da ihre eigene Authentizität und Begeisterung durch Spiegelprozesse direkt auf die Teilnehmer wirken und somit den Lernerfolg beeinflussen können.
Die empirische Auswertung ergab zwar eine bessere Einhaltung bestimmter Kriterien, aber keine signifikante Steigerung der wahrgenommenen Praxisrelevanz. Dies deutet auf die extreme Komplexität des Lernprozesses hin, der von einer Vielzahl unbeeinflussbarer Faktoren wie individueller Vorprägung abhängt.
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