Diplomarbeit, 2003
115 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
1. Motivation
2. Fragestellung und Arbeitsplan
2.1 Fragestellung
2.2 Arbeitsplan
3. Informationsquellen
II. Eigene Erfahrungen mit dem Thema Drogenabhängigkeit
1. Das Projekt
2. Ablauf des Praktikums
3. Problematische Aspekte der Arbeit
4. Charakteristische und problematische Ereignisse
5. Erfahrungen mit mir selbst
III. Darstellung und Analyse der Heroinabhängigkeit
1. Phänomenale Fragestellung: Darstellung der Heroinabhängigkeit
1.1 Begriffsanalyse
1.1.1 Begriff der Sucht
1.1.2 Begriff der Abhängigkeit
1.1.3 Eigene definitorische Festlegung
1.2 Die Droge Heroin
1.2.1 Geschichte des Heroins
1.2.2 Die Substanz
1.2.3 Wirkung
1.3 Psychosoziale Merkmale der Heroinabhängigkeit
1.4 Verlauf und Prognose
1.5 Ausbreitung in der Gesellschaft
2. Kausale Fragestellung: Ursachen der Heroinabhängigkeit
2.1 Biologische Erklärungen
2.2 Psychologische Erklärungen
2.2.1 Ich-psychologische Suchttheorie bei KRYSTAL und RASKIN (1970)
2.2.1.1 Das Ich und die Affekte
2.2.1.2 Objekt- und Selbstrepräsentanz
2.2.1.3 Die Veränderung des Bewusstseins
2.2.2 Lerntheorien
2.2.3 Systemische Ansätze
2.3 Soziologische Erklärungen
2.4 Erkenntnistheoretische Einordnung der Ich-psychologischen Suchttheorie von KRYSTAL und RASKIN
2.4.1 Der mystisch-magische Erkenntnisweg
2.4.2 Der deduktiv-dogmatische Erkenntnisweg
2.4.3 Der induktiv-empiristische Erkenntnisweg
2.4.4 Der deduktiv-theoriekritische Erkenntnisweg
2.4.5 Der dialektisch-materialistische Erkenntnisweg
2.4.6 Der Erkenntnisweg der Aktionsforschung
2.4.7 Erkenntnistheoretische Bilanz
3. Aktionale Fragestellung: Umgang mit Heroinabhängigkeit
3.1 Umgang mit Heroin in anderen Gesellschaften
3.2 Reaktionen in unserer Gesellschaft
3.2.1 Politische Reaktionen
3.2.2 Sanktionierende Reaktionen
3.2.2.1 Strafrechtliche Sanktionen
3.2.2.2 Außerstrafrechtliche Maßnahmen
3.2.3 Pädagogische Reaktionen
3.2.4 Präventive Reaktionen
3.2.5 Therapeutische Reaktionen
3.3 Vorgeschichte der Reaktionen in Deutschland
3.4 Reformvorschläge
3.4.1 Reformvorschläge in der öffentlichen Diskussion
3.4.2 Eigene Reformvorschläge
IV. Darstellung der Substitutionsbehandlung
1. Kurzdefinition „Substitutionsbehandlung“
2. Historischer Hintergrund
2.1 Die Entwicklung von Methadon
2.2 Erste Substitutionsversuche mit Methadon in Deutschland
3. Heutige Situation
3.1 Rechtliche Grundlagen
3.2 Anzahl der substituierten Menschen
3.3 Verschiedene Substitutionsprogramme
3.3.1 Kurzzeitprogramme
3.3.2 Mittelfristige Programme
3.3.3 Langzeitprogramme
4. Therapiebeispiel: Anne H.
5. Typische Merkmale der therapeutischen Arbeit und Behandlungsziele
6. Psychologisches Grundkonzept und Konzept zur Entstehung von Sucht
7. Spezifische Konzepte zu den Wirkmechanismen der Therapie
8. Kritische Diskussion
V. Die Bedeutung der Substitution für Heroinabhängige
1. Ergebnisse aus der Fachliteratur
1.1 Gesundheitlicher Zustand
1.2 Psychische Situation
1.3 Beikonsum
1.4 Soziale Stabilisierung
1.5 Opiatabstinenz
2. Ergebnisse aus Gesprächen mit Experten
3. Ergebnisse aus einem Interview mit einer Betroffenen
4. Ergebnisse aus den eigenen Erfahrungen
5. Resümierende Bilanz
VI. Bedeutung für die soziale Praxis
VII. Rückblick und Ausblick
VIII. Quellenverzeichnis
Die Diplomarbeit untersucht die psychosozialen Möglichkeiten und Grenzen der Integration von süchtigem Klientel, wobei der Fokus gezielt darauf liegt, welchen Beitrag die Substitutionsbehandlung zur psychosozialen Reintegration von heroinabhängigen Menschen leisten kann.
Die Veränderung des Bewusstseins
Schließlich machen KRYSTAL und RASKIN auf bewusstseinsverändernde Aspekte der psychoaktiven Wirkung von Drogen aufmerksam. Hier spiele auch die Abwehr beziehungsweise der Schutz vor Affekten eine ausschlaggebende Rolle.
„Diese Gefahr wird durch eine Art ‚Ausweichen’, das heißt durch ein mangelndes Bewusstsein der Affekte abgewehrt, und die Droge in dem Augenblick genommen, bevor Angst, Depression, Langeweile und/oder andere als sehr schmerzhaft erlebte unangenehme Zustände ins Bewusstsein dringen können“ (ebd., S.75).
In diesem Zusammenhang erwähnen die Autoren vier verschiedene Verarbeitungsmuster, die zur emotionalen Veränderung und Vermeidung schmerzhafter Affekte angewendet werden können:
Anästhesie und Analgesie: Der schmerzhafte Affekt wird im Sinne einer Reduzierung des Bewusstseins bis hin zum Schlaf blockiert beziehungsweise narkotisiert.
„Mit abnehmender Wachheit verringern sich die Vorstellungsanteile von Affekten zunächst zu Träumen, um dann ganz zu verschwinden“ (ebd., S.97).
Innere Konflikte und Über-Ich-Spannungen können somit herabgesetzt werden und schaffen einen zeitlich begrenzten Zustand der Erleichterung.
I. Einleitung: Motivation und methodischer Rahmen für die Untersuchung der psychosozialen Integrationsmöglichkeiten von Suchtklienten.
II. Eigene Erfahrungen mit dem Thema Drogenabhängigkeit: Reflexion der praktischen Tätigkeit in einem Projekt zur beruflichen Wiedereingliederung von substituierten Menschen.
III. Darstellung und Analyse der Heroinabhängigkeit: Theoretische Auseinandersetzung mit Suchtursachen, psychodynamischen Modellen und gesellschaftlichen Reaktionen.
IV. Darstellung der Substitutionsbehandlung: Historischer Überblick, heutige rechtliche Situation und methodische Aspekte der therapeutischen Begleitung.
V. Die Bedeutung der Substitution für Heroinabhängige: Zusammenfassung der Ergebnisse aus Fachliteratur, Experteninterviews und eigenen Erfahrungen hinsichtlich der Stabilisierung.
VI. Bedeutung für die soziale Praxis: Diskussion der Rolle der Sozialpädagogik bei der Begleitung von substituierten Klienten.
VII. Rückblick und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse und Anregungen für die zukünftige Drogenpolitik.
VIII. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen und ergänzenden Literatur.
Heroinabhängigkeit, Substitutionsbehandlung, Methadon, psychosoziale Betreuung, Suchttherapie, Drogenhilfe, Integration, Arbeitsprojekt, Sozialarbeit, Ich-psychologische Suchttheorie, psychoanalytische Therapie, psychosoziale Stabilisierung, Suchtprävention, Rehabilitation.
Die Diplomarbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der psychosozialen Integration von heroinabhängigen Menschen, insbesondere unter Berücksichtigung der Substitutionsbehandlung.
Neben der theoretischen Herleitung von Suchtursachen stehen die Darstellung der Substitutionspraxis, der Stellenwert psychosozialer Betreuung und die Herausforderungen bei der beruflichen Integration im Mittelpunkt.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, was die Substitutionsbehandlung konkret für die psychosoziale Integration von Heroinabhängigen leisten kann und welche Rolle die fachliche Betreuung dabei spielt.
Die Arbeit nutzt insbesondere die ich-psychologische Suchttheorie von Krystal und Raskin sowie systemische und lerntheoretische Erklärungsmodelle zur Analyse der Abhängigkeitsdynamik.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Abhängigkeit (Phänomenologie/Ursachen), die Geschichte und Praxis der Substitution sowie die Auswertung von Erfahrungen aus der Fachliteratur und eigenen praktischen Einsätzen.
Zu den zentralen Begriffen zählen Heroinabhängigkeit, Substitution, psychosoziale Betreuung, Suchtursachen, Integration und Drogenpolitik.
Die Arbeit betont, dass Erwerbstätigkeit ein wesentlicher Baustein für die gesellschaftliche Reintegration ist, weshalb Arbeitsprojekte eine zentrale Rolle bei der Stärkung sekundärer Arbeitstugenden einnehmen.
Die psychosoziale Betreuung ist essenziell, um neben der rein medizinischen Substitution auch die Lebensumstände zu verbessern und den Klienten bei der Aufarbeitung psychischer Konflikte und der sozialen Orientierung zu unterstützen.
Die Autorin hebt hervor, dass eine stabile Beziehung zwischen Betreuer und Klient sowie ein niedrigschwelliger Zugang zu Arbeitsprojekten entscheidend für den therapeutischen Erfolg sind.
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