Bachelorarbeit, 2014
50 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Historischer Überblick
3 Soziale Marktwirtschaft in der BRD
4 Quotenregelung als Instrument der sozialen Marktwirtschaft
5 Allgemeine Arbeits(-markt)situation der Frauen in Deutschland
5.1 Gender Pay Gap
5.1.1 Branchenspezifische Aufteilungen
5.1.2 Berufliche Positionen und Einkommen
5.1.3 Fehlzeiten
5.2 Zwischenfazit
6 Theoretische Ansätze zur Erklärung der Arbeitsmarktdiskriminierung und Lohnlücke
6.1 Beckers Theorie
6.2 Humankapitaltheorie
7 Frauenquote in der Wirtschaft
8 Frauenquote in der Politik
9 Fazit
10 Eigene Meinung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Wirksamkeit der Einführung einer Frauenquote zur Integration von Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung wirtschaftspolitischer und rechtlicher Rahmenbedingungen. Das Ziel ist es zu analysieren, ob durch derartige Regulierungsmaßnahmen die ökonomische Chancengleichheit effektiv gefördert werden kann oder ob diese in das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft eingreifen.
6.1 Beckers Theorie
Gary S. Beckers Theorie geht davon aus, dass man alle menschlichen Beziehungen als Märkte bezeichnen kann: Alles menschliche Verhalten kann vielmehr so betrachtet werden, als habe man es mit Akteuren zu tun, die ihren Nutzen, bezogen auf ein stabiles Präferenzsystem, maximieren und sich in verschiedenen Märkten eine optimale Ausstattung an Informationen und anderen Faktoren schaffen. Trifft dieses Argument zu, dann bietet der ökonomische Ansatz einen einheitlichen Bezugsrahmen für die Analyse menschlichen Handelns [...] (Becker 1993, S. 15) (Maier 2004: S.10). Becker untersuchte die „Arbeitsmarktdiskriminierung“ hinsichtlich der Frauen, welche in die "Lohn-, die Beschäftigungs- und Firmendiskriminierung“ aufgeteilt ist. Sobald von zwei Personen - in diesem Fall Mann und Frau mit gleicher Qualifikation - eine Person schlechter behandelt/bezahlt wird und dies wegen Eigenschaften, welche in Unabhängigkeit zu dessen Produktivität stehen, geschieht, wird von Arbeitsmarktdiskriminierung gesprochen (s. vorheriges Kapitel, statistische Diskriminierung).
Lohndiskriminierung findet statt, wenn Frauen ausschließlich wegen des weiblichen Geschlechts weniger verdienen. Beschäftigungsdiskriminierung beschreibt außerdem den Zustand, dass Frauen keinen oder nur schwierig Einlass in bestimmte Branchen und Bereiche bekommen. Firmendiskriminierung benennt die geometrische Verteilung von Männer und Frauen in verschiedene Betriebe. Becker versucht mittels Korrekturen an der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie, anhaltende Diskriminierung zu erklären (Brunner 1994: S.1).
Die neoklassische Theorie geht von einem "vollkommenen Markt" aus. Das heißt, Angebot und Nachfrage bestimmen sowohl den Preis eines Gutes als auch die Höhe des Arbeitsentgeltbetrags. Die Arbeitsnachfrage hängt vom Grenzertrag des Faktors Arbeit ab. Jeder hat vollständigen Zutritt zum Arbeitsmarkt. Das klassische Modell setzt die Homogenität des Arbeitsangebotes, gleiche Leistungsfähigkeit, Produktivität und somit gleiche Bezahlung eines jeden Arbeitnehmers voraus (Eichhorst 2005: S.12). Becker ging von diesem Modell aus, unterstellte aber ein verändertes Maximierungsziel der Marktakteure. Sowohl die Unternehmen (vorher Gewinnmaximierung) als auch die Arbeitnehmer streben nach Nutzenmaximierung. Dadurch können auch nichtentgeltliche Größen als Entscheidungskriterien berücksichtigt werden (Brunner 1994: S.1). Laut Becker lässt sich die Diskriminierung der Unternehmen, Arbeitnehmerinnen oder Konsumentinnen darauf zurückführen, dass sie, aufgrund von spezifischen Merkmalen wie Rasse, Religion oder Geschlecht eine Gruppe [...] benachteiligen.
1 Einleitung: Die Einleitung formuliert das Interesse der Autorin am Thema Frauenquote und skizziert den Aufbau der Untersuchung sowie die zentrale Fragestellung nach der Erfolgsaussicht der Quote.
2 Historischer Überblick: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung der Frauenrolle und der Frauenbewegung vom 18. Jahrhundert bis zur Wiedervereinigung nach.
3 Soziale Marktwirtschaft in der BRD: Es wird das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft erläutert und kritisch hinterfragt, wie sich dieses mit der Einführung einer Frauenquote vereinbaren lässt.
4 Quotenregelung als Instrument der sozialen Marktwirtschaft: Das Kapitel definiert den Begriff der Quote und differenziert verschiedene Ausprägungen wie absolute und flexible Quoten.
5 Allgemeine Arbeits(-markt)situation der Frauen in Deutschland: Es wird die Ist-Situation am Arbeitsmarkt analysiert, wobei besonders der Gender Pay Gap, berufliche Segregation und Fehlzeiten beleuchtet werden.
6 Theoretische Ansätze zur Erklärung der Arbeitsmarktdiskriminierung und Lohnlücke: Hier werden ökonomische Theorien (Beckers Theorie, Humankapitaltheorie) zur Erklärung von Lohnunterschieden angeführt.
7 Frauenquote in der Wirtschaft: Eine Untersuchung des Frauenanteils in Führungspositionen börsennotierter Unternehmen unter Einbezug des Women-on-Board-Index.
8 Frauenquote in der Politik: Das Kapitel betrachtet die unterschiedlichen Herangehensweisen politischer Parteien bei der Einführung eigener Quotenregelungen.
9 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Sinnhaftigkeit einer gesetzlichen Quotenregelung kritisch.
10 Eigene Meinung: Die Autorin reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und nimmt eine persönliche Position gegen eine gesetzlich verordnete Frauenquote ein.
Frauenquote, Soziale Marktwirtschaft, Gender Pay Gap, Lohndiskriminierung, Humankapitaltheorie, Gleichberechtigung, Chancengleichheit, Führungspositionen, Arbeitsmarkt, Erwerbstätigkeit, Berufswahl, Vertikale Segregation, Horizontale Segregation, Geschlechterrollen, Arbeitsmarktpolitik
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Wirksamkeit von Frauenquoten als politisches und wirtschaftliches Steuerungsinstrument zur Förderung von Frauen in Führungspositionen und zur Reduzierung des Gender Pay Gaps.
Neben der historischen Entwicklung der Frauenbewegung bilden die sozio-ökonomische Analyse des Arbeitsmarktes, die theoretischen Hintergründe von Lohnunterschieden und die konkrete Umsetzung von Quoten in Wirtschaft und Politik die Schwerpunkte.
Das primäre Ziel ist es, zu beantworten, ob die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote tatsächlich zum angestrebten Erfolg – der besseren Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt und Führungsebenen – führt oder ob andere Faktoren wie gesellschaftliche Prägungen dominieren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung statistischer Daten des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit sowie der Diskussion theoretischer ökonomischer Erklärungsansätze.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die ökonomische Betrachtung der Lohnlücke mittels verschiedener Theorien sowie eine detaillierte Auswertung des Frauenanteils in Führungsebenen deutscher Unternehmen und Parteien.
Zu den zentralen Begriffen zählen Frauenquote, Soziale Marktwirtschaft, Gender Pay Gap, Lohndiskriminierung und Chancengleichheit.
Die Humankapitaltheorie dient dazu, Lohnunterschiede durch Unterschiede in der Qualifikation und der Erwerbsbiografie zu erklären, wobei insbesondere Erwerbsunterbrechungen durch Kinderbetreuung als wesentliche Faktoren angeführt werden.
Die Autorin stellt fest, dass in der Politik durch das demokratische Teilhabeprinzip der Eintritt leichter ist, während in der Wirtschaft strukturelle und kulturelle Barrieren (wie die "gläserne Decke") den Aufstieg erschweren, weshalb Quoten in der Politik als eher "natürliche" Anregung wahrgenommen werden als in privatwirtschaftlichen Unternehmen.
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