Bachelorarbeit, 2014
42 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
1.1 Die Mindestlohndebatte
1.2 Ziel dieser Arbeit
1.3 Vorgehen und Methodik
2 Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Ausgewählte Definition wichtiger Fachbegriffe
2.1.1 Mindestlohn, Lohnuntergrenze, Kombilohn
2.1.2 Niedriglohnsektor, Prekärlohn, Armutslohn
2.2 Mindestlohn – eine Diskussion ökonomischer Theorien
3 Gegenwärtige Situation in Deutschland
4 Theoriebasierte Analyse wirtschaftspolitischer Standardargumente
4.1 Mindestlöhne vernichten Arbeitsplätze
4.2 Der Mindestlohn verschlechtert im speziellen die Arbeitsmarktchancen von Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen
4.3 Mindestlöhne verletzen den Grundsatz der Tarifautonomie und schwächen die Tarifpartner
4.4 Mindestlöhne führen nicht zu mehr sozialer Gerechtigkeit
4.5 Sonstige Argumente
4.6 Alternative Instrumente sind wirksamer
4.7 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
5 Der Mindestlohn kommt!
6 Schlussbemerkung
6.1 Der gesetzliche Mindestlohn als adäquates Mittel gegen Armutslöhne in Deutschland?
6.2 Ausblick
Diese Bachelorarbeit analysiert die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland vor dem Hintergrund wirtschaftspolitischer Standardargumente. Ziel ist es, die kontroversen Positionen von Befürwortern und Kritikern unter Einbeziehung theoretischer Modelle sowie empirischer Erkenntnisse objektiv zu untersuchen und die Wahrscheinlichkeit prognostizierter Konsequenzen zu hinterfragen.
4.1 Mindestlöhne vernichten Arbeitsplätze
Die wohl prominenteste Position gegen einen gesetzlichen Mindestlohn ist das Argument, seine Einführung habe einen negativen Effekt auf die Beschäftigung. Aufgrund der einseitigen Perspektive der Arbeitgeber, die schließlich die Löhne zu erwirtschaften haben, wird dieses Argument verständlicherweise grundsätzlich von Seiten der Arbeitgebervertreter oder wirtschaftsnahen Parteien bemüht, um Kostensteigerungen zu vermeiden. Es gibt ein partielles Interesse an billigen Arbeitskräften. Ob diese Hypothese Allgemeingültigkeit besitzt, muss eine genauere Betrachtung klären.
Nach dem Verständnis der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie führt ein gesetzlicher Mindestlohn über dem gleichgewichtigen Marktlohn zu konträren Reaktionen auf dem Arbeitsmarkt. Das Arbeitsangebot steigt auf Grundlage der als streng ansteigenden angenommenen Angebotsfunktion bei einem höheren Lohnniveau sukzessive an. Demgegenüber bedeutet ein höherer Lohn jedoch Mehrkosten für Unternehmen. Folglich kommt es zu einer geringeren Nachfrage nach Arbeitskräften. Die durch den Mindestlohn entstandene Differenz zwischen Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage stellt in diesem Modell die prognostizierte Arbeitslosigkeit dar (s.a. Abb. 2). Auf die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in beschriebener Form folgt theoretisch ein negativer Beschäftigungseffekt bzw. steigende Arbeitslosigkeit. Dieser umgekehrte Zusammenhang zwischen gesetzlichen Mindestlöhnen und dem Ausmaß der Beschäftigung sowie die theoretische Konstruktion des Arbeitsmarktes als Markt wie jeder andere, dem alle Eigenschaften der vollständigen Konkurrenz zugeschrieben werden, werden seit geraumer Zeit von eher heterodoxen Ökonomen kritisiert. Die keynesianische Theorie, monopsonistische Arbeitsmarktmodelle oder verschiedene Effizienzlohntheorien werden dem neoklassischen Modell als theoretische Interpretationsalternativen entgegenstellt, die andere ökonomische Funktionen gesetzlicher Mindestlöhne schlussfolgern.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die aktuelle Mindestlohndebatte in Deutschland ein, benennt das Forschungsziel und erläutert die methodische Vorgehensweise.
2 Theoretische Vorüberlegungen: Es erfolgt eine Definition zentraler Fachbegriffe sowie eine Diskussion ökonomischer Theorien, insbesondere im Vergleich der neoklassischen und keynesianischen Arbeitsmarktsicht.
3 Gegenwärtige Situation in Deutschland: Dieses Kapitel beschreibt die arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen sowie das schwindende System der Tarifbindung in Deutschland als Ausgangslage.
4 Theoriebasierte Analyse wirtschaftspolitischer Standardargumente: Der Hauptteil hinterfragt kritisch Argumente gegen Mindestlöhne (z.B. Arbeitsplatzvernichtung, Tarifautonomie-Verletzung) anhand theoretischer Konzepte und empirischer Studien.
5 Der Mindestlohn kommt!: Dieser Abschnitt stellt den im Koalitionsvertrag fixierten politischen Kompromiss zur Einführung des flächendeckenden Mindestlohns zum 1. Januar 2015 vor.
6 Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse, bewertet die Tragweite des beschlossenen Mindestlohnkompromisses und skizziert den weiteren Forschungsbedarf.
Mindestlohn, Niedriglohnsektor, Arbeitsmarkt, Tarifautonomie, Beschäftigungseffekt, Armutslohn, Neoklassik, Keynesianismus, Kombilohn, Sozialpolitik, Einkommensungleichheit, Prekärlohn, Geringqualifizierte, Arbeitslosigkeit, Koalitionsvertrag
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und empirischen Analyse von Argumenten für und gegen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen des Mindestlohns auf die Beschäftigung, die Tarifautonomie, die soziale Gerechtigkeit sowie der Vergleich zu alternativen Instrumenten wie Kombilöhnen.
Ziel ist es, wirtschaftspolitische Standardargumente kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob die mit einem Mindestlohn verbundenen Erwartungen oder Befürchtungen wissenschaftlich belegt werden können.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Modelle (Neoklassik, Keynesianismus) sowie die Auswertung aktueller empirischer Studien und Auslandserfahrungen.
Der Hauptteil analysiert spezifische Standardargumente, wie die angebliche Vernichtung von Arbeitsplätzen, die Gefährdung der Tarifautonomie und die Auswirkungen auf soziale Gerechtigkeit.
Die wichtigsten Begriffe sind Mindestlohn, Niedriglohnsektor, Tarifautonomie, Beschäftigungseffekte und Arbeitsmarktpolitik.
Da der Mindestlohn als staatlicher Eingriff in die Lohnfindung betrachtet wird, untersucht die Arbeit, ob dieser Eingriff tatsächlich die grundgesetzlich garantierte Tarifautonomie schwächt oder eher stabilisiert.
Der Autor kommt zum überraschenden Ergebnis, dass ein gesetzlicher Mindestlohn zwar Armutslöhne verhindern kann, jedoch kein geeignetes Instrument ist, um die allgemeine Armut oder ungleiche Verteilung der Haushaltseinkommen maßgeblich zu korrigieren.
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