Bachelorarbeit, 2012
72 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Theorie nach Jochen Rehbein
2.1 Die Struktur des Erzählens nach Rehbein
2.1.1 Die Elemente des Musters des Erzählens
2.1.2 Das Bewerten und Einschätzen
2.1.3 Die Handlungen des Hörers
2.1.4 Die Divergenz zwischen Berichten und Erzählen
2.2 Zusammenfassung
3. Die sprachlichen Basisqualifikationen nach Konrad Ehlich
3.1 Die phonische Basisqualifikation
3.2 Die pragmatische Basisqualifikation I und II
3.3 Die semantische Basisqualifikation
3.4 Die morphologisch-syntaktische Basisqualifikation
3.5 Die diskursive Basisqualifikation
3.6 Die literale Basisqualifikation I
3.7 Die literale Basisqualifikation II
4. Die Analyse der Transkripte
4.1 Die Diskursart des Erzählens
4.1.1 Eine Erzählung von einem Kind in Anwesenheit eines Erwachsenen
4.1.2 Eine Erzählung unter zwei Kindern
4.1.3 Eine Erzählung von Kindern in einer Kindergartengruppe
4.1.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2 Die Diskursart des Beschreibens anhand des Spiels ,,Lotti Karotti“
4.2.1 Nic beschreibt ,,Lotti Karotti“
4.2.2 Fin beschreibt ,,Lotti Karotti“
4.2.3 Beide Kinder im Vergleich
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das mündliche Erzählverhalten von Kindergartenkindern im Alter von vier bis sechs Jahren, wobei der Fokus auf den Diskurstypen Erzählen und Beschreiben liegt. Dabei wird analysiert, inwiefern die Kinder in der Lage sind, Erlebtes strukturiert wiederzugeben und welche sprachlichen Voraussetzungen (Basisqualifikationen nach Ehlich) hierfür notwendig sind.
2.1.1 Die Elemente des Musters des Erzählens
,,Das Erzählen einer Leidensgeschichte ist ein komplexes sprachliches Muster, das einen bestimmten Vorgang in der Wirklichkeit zum Ausgangs- und zum Bezugspunkt hat“. (Rehbein 1980, S. 70)
1. Am Anfang steht der Beginn einer Erzählung: Der Sprecher muss eine Geschichte erleben, damit diese erzählt werden kann. Die reale Geschichte wird als ein Teil der Wirklichkeit gefasst. ,,Die reale Geschichte ist im Wissen des Sprechers in Form eines partikulären Erlebniswissens gespeichert“. (Rehbein 1980, S. 73 ) Die Geschichte beginnt erst dann, wenn ein Hörer anwesend ist. Der Sprecher beginnt die Geschichte, wenn er zum einen ein Interesse an der Geschichte beim Hörer voraussetzt oder zum anderen, wenn er das Interesse erst mit einer Vorankündigung prüft, somit also eine Präsequenz vorschaltet. Vorankündigungen können zum Beispiel eingeleitet werden mit dem Satz: ,,Ich habe etwas Furchtbares erlebt“. (Vlg. Rehbein 1980, S. 73) Die eigentliche Erzählung startet dann, wenn sich der Sprecher auf sein Erlebniswissen bezieht. Der Sprecher hat nach Rehbein zwei Möglichkeiten, um die Erzählung zu beginnen:
,,(a) der Sprecher kann direkt sein Erlebniswissen verbalisieren und ohne viel Vorbemerkungen in die Wiedergabe des Geschehens auf dem Weg eintreten;
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der kindlichen Erzählfähigkeit ein, stellt die Forschungsfrage und erläutert die verwendete HIAT-Transkriptionsmethode sowie die zugrundeliegenden Theorien.
2. Die Theorie nach Jochen Rehbein: Dieses Kapitel definiert die Struktur des Erzählens, unterscheidet zwischen realer und erzählter Geschichte und erläutert Erzähltypen sowie die Handlungen des Hörers und die Abgrenzung zum Berichten.
3. Die sprachlichen Basisqualifikationen nach Konrad Ehlich: Es werden die sieben Basisqualifikationen der Sprachaneignung detailliert vorgestellt, die für mündliches Erzählen und sprachliches Handeln bei Kindern grundlegend sind.
4. Die Analyse der Transkripte: Der Hauptteil analysiert Transkripte von Kindergartenkindern in verschiedenen Erzähl- und Beschreibungssituationen und vergleicht deren sprachliche Leistungen und Strukturen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Kindern das strukturierte Erzählen schwerfällt, die Sprachaneignung jedoch mit dem Alter und der Entwicklung des Wortschatzes zunimmt.
Erzählverhalten, Kindergartenkinder, Jochen Rehbein, Konrad Ehlich, Basisqualifikationen, Sprachaneignung, Erzählen, Beschreiben, Berichten, Transkription, HIAT-Verfahren, Kommunikation, Sprachentwicklung, Diskursart, Leidensgeschichte.
Die Arbeit befasst sich mit dem mündlichen Erzählverhalten von Kindern im Kindergartenalter zwischen vier und sechs Jahren und untersucht, wie diese ihre Erlebnisse sprachlich strukturieren.
Die zentralen Felder sind die Erzähltheorie von Jochen Rehbein (Erzählen, Beschreiben, Berichten) und die sprachlichen Basisqualifikationen nach Konrad Ehlich.
Das Ziel ist herauszuarbeiten, wie sich das Erzählverhalten von Kindern äußert und welche sprachlichen Voraussetzungen sie für ein strukturiertes Erzählen in verschiedenen sozialen Situationen benötigen.
Die Arbeit verwendet das HIAT-Verfahren (Halbinterpretative Arbeitstranskriptionen), um Tonaufnahmen von Kindergartenkindern in schriftliche Transkripte zu überführen und diese analysieren zu können.
Im Hauptteil werden reale Tonaufnahmen analysiert, in denen Kinder Erlebnisse schildern oder Spiele beschreiben, und diese Ergebnisse werden anhand der vorgestellten Theorien interpretiert.
Wichtige Begriffe sind Erzählverhalten, Basisqualifikationen, Sprachaneignung, Diskursart, Leidensgeschichte und Spielbeschreibung.
Dies liegt oft an einem noch nicht vollständig entwickelten Wortschatz, emotionaler Aufgewühltheit während des Erzählens oder der Schwierigkeit, den Hörer und dessen Wissensstand zu berücksichtigen.
Jüngere Kinder (wie der vierjährige Nic) nutzen die Gegenstände als physische Hilfestellung, da sie das Spiel noch nicht rein verbal/abstrakt strukturieren und erklären können.
Die Analyse zeigt deutlich, dass ein Altersunterschied von zwei Jahren einen enormen Einfluss auf die Fähigkeit hat, einen Prozess wie ein Spiel oder ein Erlebnis verständlich und vollständig zu beschreiben.
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