Bachelorarbeit, 2014
57 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Geistige Behinderung
2.1 Definitionsansätze und Verständnis von geistiger Behinderung
2.2 Auswirkungen auf Selbstbestimmung sowie Selbstständigkeit
2.3 Beeinträchtigungen in der Lebensplanung
3. Elternschaft bei Menschen mit geistiger Behinderung
3.1 Sexualität und Kinderwunsch
3.2 Elterliche Kompetenzen und kindliche Entwicklung
3.3 Erfahrungen und bisherige Studien
4. Rechtliche Rahmenbedingungen
4.1 Betreuungsrecht
4.2 Elternrecht und elterliche Sorge
4.3 KJHG – Unterstützungsmöglichkeiten im Alltag
4.4 Kindeswohl(-gefährdung)
5. Unterstützungsmöglichkeiten
5.1 Unterscheidung von Elternassistenz und begleiteter Elternschaft
5.2 Umsetzung in der Praxis
5.2.1 Ambulante und stationäre Hilfen
5.2.2 Finanzierung und rechtlicher Anspruch nach der Eingliederungshilfe
5.2.3 Tabuthema oder Normalität? – Gesellschaftliche Resonanz auf Elternschaft geistig Behinderter
5.3 Zahlen - Bedarf und Inanspruchnahme
6. Methoden der empirischen Sozialforschung und deren Verwendung im Kontext der Arbeit
6.1 Theoretische Grundlagen der empirischen Sozialforschung und Durchführung des Interviews sowie der Auswertung
6.1.1 Was ist empirische Sozialforschung?
6.1.2 Experteninterviews als Methode der empirischen Sozialforschung
6.1.3 Vorbereitung und Durchführung des Interviews
6.1.4 Reflexion des Interviews und der eigenen Rolle
6.1.5 Transkription des Interviews
6.1.6 Auswertungsmethode: Qualitative Inhaltsanalyse
6.2 Inhaltliche Auswertung des Interviews und Vergleich mit den theoretischen Erkenntnissen der Literatur
7. Fazit/Ausblick auf die Zukunft
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterstützungsmöglichkeiten für Eltern mit geistiger Behinderung und analysiert deren praktische Umsetzung, um zu ergründen, ob und wie diese Eltern ihren Erziehungsauftrag unter Berücksichtigung ihrer Beeinträchtigungen wahrnehmen können.
3.1 Sexualität und Kinderwunsch
Wie bereits einleitend beschrieben, ist es für die meisten Menschen völlig normal, sich irgendwann ab dem Eintritt in die Adoleszenz Gedanken über die Zukunft allgemein, aber auch speziell über Kinderwunsch sowie Familiengründung, zu machen. Bei Menschen mit einer geistigen Behinderung gestalten sich sowohl die freie Entfaltung ihrer Sexualität als auch die Umsetzung der Wünsche bezüglich Partnerschaft und Kinderwunsch jedoch oft schwierig.
Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass Sexualität und Partnerschaft zu den menschlichen Grundbedürfnissen gehören. Bereits die Sexualerziehung in dieser Personengruppe kann jedoch einige Schwierigkeiten mit sich bringen. Menschen mit einer geistigen Behinderung haben teilweise ein vermindertes Schamgefühl, weshalb es zu Situationen kommen kann, die für andere Menschen unangenehm sind.
„≫Ist der große Junge dahinten Ihr Sohn?≪
≫Ja, warum?≪
≫Auf den müssen Sie mal ein bisschen aufpassen. Wissen Sie überhaupt, was Ihr Sohn da macht? Der zieht sich die Badehose runter und fummelt an sich rum. Die anderen Kinder schauen alle schon. Das geht doch nicht. Das müssen Sie doch verstehen.≪“
(Achilles 2010, S. 37)
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Menschen mit geistiger Behinderung bei ihrem Wunsch nach Elternschaft auf gesellschaftliche Barrieren stoßen und legt die Forschungsfrage der Arbeit dar.
2. Geistige Behinderung: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der geistigen Behinderung, beleuchtet Definitionsansätze und zeigt Auswirkungen auf Selbstbestimmung und Lebensplanung auf.
3. Elternschaft bei Menschen mit geistiger Behinderung: Das Kapitel behandelt Sexualität, Kinderwunsch, elterliche Kompetenzen sowie Erfahrungen und Studien zur Elternschaft bei dieser Personengruppe.
4. Rechtliche Rahmenbedingungen: Hier werden das Betreuungsrecht, das Elternrecht, die elterliche Sorge sowie das Kinder- und Jugendhilfegesetz in Bezug auf das Kindeswohl analysiert.
5. Unterstützungsmöglichkeiten: Dieses Kapitel unterscheidet zwischen Elternassistenz und begleiteter Elternschaft, stellt praktische Beispiele vor und diskutiert die gesellschaftliche Resonanz.
6. Methoden der empirischen Sozialforschung und deren Verwendung im Kontext der Arbeit: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Experteninterviews und beschreibt die qualitative Inhaltsanalyse als Auswertungsmethode sowie den Vergleich der Ergebnisse mit der Fachliteratur.
7. Fazit/Ausblick auf die Zukunft: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Unterstützung für Eltern mit geistiger Behinderung.
Elternschaft, geistige Behinderung, begleitete Elternschaft, Elternassistenz, Kinderwunsch, elterliche Sorge, Kindeswohl, Lebensplanung, Selbstbestimmung, Experteninterview, Sozialforschung, Inklusion, Unterstützungsmöglichkeiten, Erziehungskompetenz, Familienpolitik.
Die Arbeit untersucht die Lebensrealität und Unterstützungsmöglichkeiten von Eltern mit geistiger Behinderung und setzt sich mit der Frage auseinander, wie diese Eltern trotz bestehender Vorurteile und Barrieren ihre Elternrolle ausfüllen können.
Die zentralen Themen sind Sexualität und Kinderwunsch, die rechtliche Situation von Eltern mit geistiger Behinderung, das Konzept der begleiteten Elternschaft und der Vergleich theoretischer Literatur mit der praktischen Arbeit in entsprechenden Einrichtungen.
Das Ziel ist es zu ermitteln, welche spezifischen Unterstützungsmöglichkeiten es für Eltern mit geistiger Behinderung gibt und wie diese in der heutigen Praxis tatsächlich umgesetzt werden.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche sowie einer empirischen Untersuchung durch ein Experteninterview, das mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurde.
Der Hauptteil deckt das Verständnis geistiger Behinderung, die Herausforderungen der Elternschaft, die rechtlichen Rahmenbedingungen wie Betreuungs- und Kindschaftsrecht sowie die konkrete Praxis von Hilfsangeboten ab.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Elternschaft bei Menschen mit geistiger Behinderung, begleitete Elternschaft, Kindeswohl, Selbstbestimmung und empirische Sozialforschung definiert.
Während bei der Elternassistenz die Betroffenen selbst bestimmen, welche Hilfe sie benötigen, bietet die begleitete Elternschaft eine engmaschigere pädagogische Betreuung und Anleitung in der Versorgung und Erziehung des Kindes an.
Das Kindeswohl ist der zentrale Punkt, an dem staatliche Stellen wie das Jugendamt oft ansetzen, um bei Eltern mit geistiger Behinderung die Erziehungsfähigkeit zu hinterfragen und gegebenenfalls Hilfemaßnahmen einzuleiten.
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