Bachelorarbeit, 2015
160 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
I. Einleitung
II. Theoretischer Teil
1. Das Krankheitsbild der Depression
1.1 Symptome
1.3 Rückfallgefahr und Prävention
2. Das Kohärenzgefühl
2.1 Gesundheit neu gedacht
2.2 Definition des Kohärenzgefühls
2.2.1 Verstehbarkeit
2.2.2 Handhabbarkeit
2.2.3 Bedeutsamkeit
2.3 Entwicklung des Kohärenzgefühls
2.4 Beziehungen zwischen den Komponenten
2.5 Das Kohärenzgefühl in der Forschung
2.5.1 Entwicklung der „Sense of Coherence Scale“
2.5.2 Was bewirkt ein starkes Kohärenzgefühl?
2.5.3 Das Kohärenzgefühl als Determinante psychischer Gesundheit
2.6 Veränderungsmöglichkeiten des Kohärenzgefühls
3. Achtsamkeit und achtsamkeitsbasierte Verfahren
3.1 Achtsamkeit
3.1.1 Der Versuch einer Definition
3.1.2 Was bewirkt Achtsamkeit?
3.1.3 Achtsamkeit im Alltag
3.1.4 Achtsamkeit in der westlichen Psychotherapie
3.2 Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie
3.2.1 Erklärung des Rückfallgeschehens bei Depressionen
3.2.2 Entwicklung eines neuartigen Verfahrens
3.3 MBCT in der Forschung
3.3.1 MBCT und rezidivierende Depression
3.3.2 MBCT und andere Störungsbilder
3.3.3 Grenzen des Verfahrens
4. Fragestellung und Hypothesen der Studie
III. Empirischer Teil
5. Methodisches Vorgehen
5.1 Stichprobenbeschreibung
5.2 Untersuchungsmaterialien
5.2.1 SOC-29-Scale
5.2.2 BDI-II
5.2.3 STADI
5.3 Prozedere
5.4 Datenanalyse
6. Ergebnisse
6.1 SOC-29-Scale
6.2 BDI-II und STADI
7. Diskussion
7.1 Stärkung des Kohärenzgefühls
7.2 Reduktion der Depressionswerte
7.3 Kritik an der Untersuchung
7.4 Ausblick
Die Arbeit evaluiert, ob ein achtwöchiges Achtsamkeitstraining in einer psychiatrischen Institutsambulanz das Kohärenzgefühl von Patientinnen steigern und depressive Symptome reduzieren kann, um so der Stabilitätsannahme Antonovskys zu widersprechen.
3.1.1 Der Versuch einer Definition
Der Begriff der Achtsamkeit stammt aus dem Buddhismus und hat seine Herkunft in dem Sanskrit-Wort "Sati", das mit "erinnern" übersetzt werden kann. Gemeint ist ein Erinnern an den gegenwärtigen Moment und damit verbunden die Erinnerung an die Relevanz der Bewusstheit, von der jeder Gedanke und jede Handlung begleitet wird. Die Kultivierung von Achtsamkeit nimmt in allen unterschiedlichen buddhistischen Richtungen eine wesentliche Rolle ein und gilt als Bestandteil jeder östlichen Meditation. Achtsamkeit stellt jedoch eine Fähigkeit dar, die jedem Menschen innewohnt und damit unabhängig von kultureller und religiöser Herkunft praktiziert werden kann (Michalak, Heidenreich & Williams, 2012, S.8). Der aus Vietnam stammende buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh (2002) erklärt Achtsamkeit wie folgt:
Achtsamkeit ist die Fähigkeit, in jedem Augenblick unseres täglichen Lebens wirklich präsent zu sein. (…) Achtsamkeit ist eine Art von Energie, die jedem Menschen zur Verfügung steht. Wenn wir sie pflegen, wird sie stark, wenn wir sie nicht üben, verkümmert sie. (…) Achtsamkeit lässt uns erkennen, was im gegenwärtigen Augenblick in uns und um uns herum wirklich geschieht. (S. 19)
1. Das Krankheitsbild der Depression: Dieses Kapitel erläutert die klinischen Symptome, die Epidemiologie sowie die hohe Rückfallgefahr und die damit verbundene Präventionsproblematik bei depressiven Störungen.
2. Das Kohärenzgefühl: Hier wird Aaron Antonovskys salutogenetisches Modell mit den drei Kernkomponenten Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit eingeführt und deren Veränderbarkeit diskutiert.
3. Achtsamkeit und achtsamkeitsbasierte Verfahren: Das Kapitel definiert den Achtsamkeitsbegriff, beschreibt dessen Wirkweise und stellt die Entwicklung sowie die Anwendung der Mindfulness-based Cognitive Therapy (MBCT) dar.
4. Fragestellung und Hypothesen der Studie: Auf Basis der theoretischen Literatur werden die Forschungsfrage zur Trainierbarkeit des Kohärenzgefühls und die zwei zentralen Hypothesen zur Evaluation des Achtsamkeitstrainings formuliert.
5. Methodisches Vorgehen: Dieser Abschnitt beschreibt die Stichprobenrekrutierung in einer psychiatrischen Institutsambulanz, die verwendeten Testverfahren (SOC-29, BDI-II, STADI) sowie den detaillierten Ablauf der acht Trainingseinheiten.
6. Ergebnisse: Die statistische Auswertung der erhobenen Daten wird hier deskriptiv und inferenzstatistisch dargestellt, wobei insbesondere der Anstieg des Kohärenzgefühls und die Veränderung der Depressionswerte analysiert werden.
7. Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, kritisch reflektiert und in den bisherigen Forschungsstand eingeordnet, wobei Limitationen wie die geringe Stichprobengröße thematisiert und Anregungen für zukünftige Studien gegeben werden.
Achtsamkeit, Kohärenzgefühl, Salutogenese, Depression, MBCT, Mindfulness-based Cognitive Therapy, SOC-29, BDI-II, STADI, Rückfallprävention, Psychotherapie, psychische Gesundheit, Ressourcenaktivierung, Interventionsstudie, klinische Psychologie.
Die Arbeit untersucht, ob ein achtwöchiges Achtsamkeitstraining in einer psychiatrischen Institutsambulanz dazu beitragen kann, das Kohärenzgefühl bei Patientinnen zu stärken und gleichzeitig depressive Symptome zu verringern.
Die zentralen Themenfelder sind die Salutogenese nach Antonovsky, die Wirksamkeit achtsamkeitsbasierter kognitiver Therapie (MBCT) und die Bedeutung von Ressourcen für die psychische Gesundheit.
Die zentrale Frage lautet, ob die Durchführung eines achtwöchigen Achtsamkeitstrainings eine Steigerung des Kohärenzgefühls sowie eine Reduktion der depressiven Symptomatik bewirken kann.
Es wird eine explorative Ein-Gruppen-Prä-Post-Studie durchgeführt, deren Daten mithilfe varianzanalytischer Verfahren und nonparametrischer Tests (Friedman-Test, Wilcoxon-Test) statistisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der die Konzepte von Depression, Kohärenzgefühl und Achtsamkeit beleuchtet, sowie einen empirischen Teil, der das methodische Vorgehen, die Ergebnisse und eine kritische Diskussion umfasst.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Achtsamkeit, Kohärenzgefühl, Salutogenese, MBCT und Rückfallprävention bei Depressionen.
Antonovsky nahm an, dass das Kohärenzgefühl im Erwachsenenalter stabil bleibt. Die Autorin hinterfragt dies, da neuere Ansätze der Achtsamkeitspraxis darauf hindeuten, dass genau jene Fähigkeiten, die das Kohärenzgefühl ausmachen, gezielt trainiert werden können.
Das Training basierte auf dem MBCT-Manual nach Segal et al. und wurde für eine psychiatrische Institutsambulanz in acht wöchentlichen Sitzungen à 90 Minuten durchgeführt, ergänzt durch Hausaufgaben zur Integration in den Alltag.
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