Masterarbeit, 2015
101 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Subkulturelles Kapital und Subkultur-Unternehmertum in der Kreativwirtschaft
2.1. Neues Unternehmertum in der Kreativwirtschaft
2.1.1. Die Kreativwirtschaft – Statistiken einer Boom-Branche
2.1.2. Individualisierung, Flexibilität, prekäre Existenz, Selbstständigkeit – Strukturelle Merkmale der Kreativwirtschaft
2.1.3. Die neuen Kulturunternehmer
2.2. Subkultur – Von der Straßengang zur Ästhetik neuer Subkulturen
2.2.1. Straßengangs und Delinquenz - Die Chicagoer Schule
2.2.2. Gegen das System – Die Subkulturtheorie von Rolf Schwendter
2.2.3. Teddys, Mods, Skins und Punks - Das CCCS und der Style
2.2.4. Die Ästhetisierung als Ende Subkultur
2.2.5. „Club Culture“ – Die Subkultur wandert in den Underground
2.2.6. Subkultur als Output kreativer, urbaner Szenen
2.3. Subkultur als Nährboden für Unternehmertum in der Kreativwirtschaft
2.3.1. Subkulturelles Kapital
2.3.2. Lernen in Szenen
2.3.3. Subkultur-interne Ökonomie
2.3.4. Subkultur als Innovationsstrategie der Kulturindustrie
2.4. Der Subkultur-Unternehmer
3. Die Praxis der Subkultur-Unternehmer
3.1. Forschungsdesign
3.1.1. Qualitative, explorative Sozialforschung
3.1.2. Das Leitfadeninterview
3.1.3. Auswahl der Interviewpartner
3.2. Vergleichende Auswertung der Leitfadeninterviews
3.2.1. Der Begriff „Subkultur“
3.2.2. Lernen In Szenen und subkulturelles Kapital
3.2.3. Zwischen subkultur-interner Ökonomie und Kulturindustrie
3.2.4. Subkultur-Unternehmertum
3.3. Zusammenfassung der Ergebnisse
4. Ein Gespräch mit Jürgen Enninger und Susanne Mitterer vom Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Stadt München
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht explorativ, inwieweit Subkulturen als Nährboden für unternehmerisches Denken und Gründungen in der Kultur- und Kreativwirtschaft fungieren können, wobei der Fokus auf dem neuen Typus des „Subkultur-Unternehmers“ liegt, der sein „subkulturelles Kapital“ für ökonomische Zwecke einsetzt.
2.3.2. Lernen in Szenen
Ronald Hitzler hat gemeinsam mit Manuela Pfadenhauer (Hitzler/Pfadenhauer 2008) und Arne Niederbacher (Hitzler/Niederbacher 2010) den Prozess der Aneignung subkulturellen Kapitals aus pädagogischer Perspektive als „Lernen in Szenen“ beschrieben. Hitzler verwendet dabei nicht das von Bourdieu entlehnte Vokabular, er spricht von einem Kompetenz-Erwerb in Szenen. Laut Hitzler manifestiert sich eine Szene „im sozial approbierten Wissen von den ‚richtigen‘ Verhaltensweisen, Attribuierungen, Codes, Signalen, Emblemen, Zeremonien, Attitüden, Wissensbeständen, Relevanzen, Fertigkeiten (Hitzler/Nierderbacher 2010, S.18).“ Wer also vollwertiges Mitglied einer Szene sein will, kann das nur durch exklusives Szene-Know-How erreichen. In subkulturellen Szenen Aktive „müssen nicht nur immer mehr über die feinen, subtilen und dynamischen szenischen Stilisierungsformen wissen, sie müssen diese darüber hinaus auch wirksam anwenden können (Hitzler/Niederbacher 2010, S. 195)“.
Damit geht für Hitzler ein Kompetenzerwerb einher weshalb er subkulturelle Szenen als alternative Bildungsorganisationen bezeichnet. Demnach werden in „sehr konkrete, über das „Leben in Szenen“ selber hinaus alltagspraktisch relevante und berufspraktisch verwertbare Kompetenzen entwickelt, vermittelt und angeeignet (Hitzler/Pfadenhauer 2008, S.16)“.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Subkulturen als Potenzialträger für die Kreativwirtschaft dar und formuliert die Forschungsfrage nach dem subkulturellen Nährboden für Unternehmensgründungen.
2. Subkulturelles Kapital und Subkultur-Unternehmertum in der Kreativwirtschaft: Das Kapitel beleuchtet theoretisch, wie sich durch Individualisierung und prekäre Bedingungen ein „neuer Kulturunternehmer“ entwickelt hat und wie Subkultur-Szenen als alternative Bildungsorganisationen zur Kapitalbildung dienen.
3. Die Praxis der Subkultur-Unternehmer: Hier wird das explorative Forschungsdesign vorgestellt und mittels qualitativer Leitfadeninterviews die Lebenswirklichkeit und das wirtschaftliche Handeln von Subkultur-Unternehmern analysiert.
4. Ein Gespräch mit Jürgen Enninger und Susanne Mitterer vom Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Stadt München: Ein Experteninterview liefert Perspektiven der kommunalen Wirtschaftsförderung auf die Schnittstelle zwischen subkultureller Freiheit und ökonomischer Existenzsicherung.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Subkultur-Unternehmer durch erlerntes Kapital in der Kreativwirtschaft erfolgreich agieren können, weist jedoch kritisch auf die prekäre Lebensführung dieser Akteure hin.
Subkultur, Kreativwirtschaft, Kulturunternehmer, subkulturelles Kapital, Lernen in Szenen, Entrepreneurship, Zwischennutzung, Prekariat, Selbstverwirklichung, Individualisierung, Netzwerk, Szenen, Sozialforschung, Identität, Marktorientierung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des „Subkultur-Unternehmers“ innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft und analysiert, wie diese Akteure ihr in Subkulturen erworbenes Wissen und Kapital für ihre wirtschaftliche Existenzgründung nutzen.
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung des Subkultur-Begriffs, das Konzept des subkulturellen Kapitals nach Sarah Thornton sowie das „Lernen in Szenen“ und die wirtschaftlichen Herausforderungen bei der Selbstständigkeit in kreativen Berufen.
Ziel ist es, das wenig erforschte Feld des subkulturellen Unternehmertums explorativ zu erschließen und zu verdeutlichen, welchen Wert das spezifische „subkulturelle Kapital“ für eine ökonomische Existenzgründung in der Kulturwirtschaft hat.
Es wird eine qualitative, explorative Sozialforschung angewandt, konkret eine vergleichende Fallanalyse auf der Basis von drei Leitfadeninterviews mit Subkultur-Unternehmern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche theoretische Fundierung zu Kulturunternehmertum und Subkulturtheorien sowie einen empirischen Teil, in dem die drei Interviewpartner anhand ihrer Lebenswirklichkeit und Selbsteinschätzung analysiert werden.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Subkultur, Kulturunternehmertum, subkulturelles Kapital, Lernen in Szenen und Kreativwirtschaft.
München dient als regionaler Forschungskontext; zudem werden durch ein Gespräch mit dem Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Stadt München politische Perspektiven auf die Förderung von Subkultur als wirtschaftlichem Motor beleuchtet.
Es bezeichnet das spezifische „Szenewissen“ und die Fähigkeit, Symbole, Codes und Verhaltensweisen innerhalb einer Szene zu verstehen und zu produzieren, die als Grundlage für Authentizität und Distinktion auf dem Markt dienen.
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