Bachelorarbeit, 2013
30 Seiten, Note: 2,0
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
1.0 Einleitende Überlegung zur Gefährdung der Demokratie
2.0 Existentielle Grundlagen der Demokratie
2.1 Der öffentliche Raum der Antike
2.2 Die Aufwertung von Arbeit im Ausgang von Hannah Arendt
3.0 Der schwindende öffentliche Raum und dessen Folgen für die freiheitliche demokratische Grundordnung
3.1 Das Private und dessen Wanderung ins Öffentliche
3.2 Die Herrschaft des Niemand
3.3 Die abgeschaffte Öffentlichkeit und der Raum für das Böse
3.4 Die Banalität des Bösen
3.5 Die Bürokratie und die Funktion des sich Verhaltes
4.0 Ansätze die Demokratie zu wahren
4.1 Bedeutung für die heutige Gesellschaft
4.2 Brauchen wir eine andere Form der Gesellschaft?
5.0 Schlussfolgerung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Gefährdung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung durch den Prozess des schwindenden öffentlichen Raums. Ausgehend von Hannah Arendts Unterscheidung der Tätigkeitsbereiche Arbeit, Herstellung und Handeln analysiert die Arbeit, wie die Überhöhung der Arbeit und die damit einhergehende Vermischung von privatem und öffentlichem Bereich zu einer Entfremdung der Bürger führt und die Grundlagen demokratischer Freiheit untergräbt.
3.1 Das Private und dessen Wanderung ins Öffentliche
Privat bedeutet dem Öffentlichen beraubt. (vgl. Arendt 2010: 38) In der Antike waren Öffentlichkeit und Privates strikt getrennt. Über politische Prozesse, wie der Einführung eines Staatshaushalts, gelangte das Private in den Bereich des Öffentlichen. John Locke rechtfertigte das Privateigentum durch Arbeit und Karl Marx begründete durch Arbeit die Produktivität. So konnte eine private Tätigkeit ins Öffentliche gerückt werden. In der heutigen „Arbeitsgesellschaft“ gibt es keine freie Handlung, welche mit der antiken Vorstellung von Handlung vergleichbar wäre. Das Herstellen wurde durch Massenproduktion und übermäßigen Konsum zu einer wiederkehrenden Tätigkeit gemacht und schließlich vollständig durch Arbeit ersetzt.
Die Arbeit hat als private Tätigkeit, den öffentlichen Raum bedeckt und bestimmt einen Großteil der politischen und gesellschaftlichen Realität. Es ist auch sehr kompliziert, sich der Gesellschaft zu entziehen und selbst bei Gelingen ist hierdurch nicht die Möglichkeit der Handlung garantiert. Dauerhaftigkeit ist in der heutigen Gesellschaft nicht mehr möglich. Ein Privatleben ohne öffentlichen Raum, führt zu Realitätsverlust und Beziehungslosigkeit. Die Massengesellschaft hat den privaten Bereich ebenfalls zerstört, weil sie alles durchdringt. Durch den Konsum wurde begonnen die Überproduktion salonfähig zu machen. So ist es möglich, mehr zu besitzen oder zu erzeugen als persönlich gebraucht wird. In der Antike war solch ein Verhalten ungewöhnlich. Überproduktion bedeutet mehr Arbeit zu leisten und wäre ein Widerspruch zum Genuss und dem Schönen. Reichtum in der Antike bedeutet genug zu besitzen, um der Arbeit zu entfliehen. Weiterführend bedeutet es frei zu sein und diese Freiheit war erstrebenswert. Sobald Privatbesitz ein öffentliches Anliegen wurde, begann der gleichzeitige Zerfall des Öffentlichen und Privaten. Konsumgüter haben keine Beständigkeit und sind in ständiger Bewegung. Arbeit und Konsum folgen heutzutage so schnell aufeinander, dass sie als Kreisbewegung zu charakterisieren sind. (vgl. Arendt 2010: 179f)
1.0 Einleitende Überlegung zur Gefährdung der Demokratie: Einführung in die Problematik des schwindenden öffentlichen Raums als Gefahr für die Demokratie unter Rückgriff auf Arendt und Negt.
2.0 Existentielle Grundlagen der Demokratie: Darstellung der demokratischen Ordnung der Bundesrepublik und Erläuterung der antiken Konzeption von Öffentlichkeit und den drei Tätigkeitsformen.
3.0 Der schwindende öffentliche Raum und dessen Folgen für die freiheitliche demokratische Grundordnung: Analyse der gesellschaftlichen Transformation, in der die Arbeit alle Lebensbereiche dominiert und die politische Handlung verdrängt.
4.0 Ansätze die Demokratie zu wahren: Diskussion politischer Gegenmaßnahmen zur Stärkung der Öffentlichkeit, zur Trennung von Privatem und Öffentlichem sowie zur Sicherung der Freiheit.
5.0 Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse mit dem Plädoyer für einen bewussten Umgang mit dem Begriff der Arbeit und der Wiederherstellung des öffentlichen Raums.
Demokratie, Hannah Arendt, Öffentlichkeit, Arbeit, Handlung, Vita activa, Arbeitsgesellschaft, Freiheit, Privatsphäre, Bürokratie, Banalität des Bösen, Pluralismus, Individualität, Politik, gesellschaftlicher Wandel
Die Arbeit untersucht das Problem der schwindenden Öffentlichkeit in der heutigen Gesellschaft und analysiert, inwiefern diese Entwicklung eine Bedrohung für die freiheitlich-demokratische Grundordnung darstellt.
Im Zentrum stehen die Kategorien der Vita activa von Hannah Arendt, die Transformation des Arbeitsbegriffs, die Auswirkungen des Konsums auf den öffentlichen Raum sowie die Verdrängung der politischen Handlung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Aufwertung der Arbeit und die Vermischung von privatem und öffentlichem Raum demokratische Freiräume erodieren, und mögliche Ansätze zur Stärkung der Demokratie zu formulieren.
Die Arbeit basiert auf einer historischen und philosophischen Analyse, die primär die Theorien von Hannah Arendt auf die gesellschaftlichen Bedingungen der modernen Bundesrepublik anwendet.
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Verschiebung des Privaten ins Öffentliche, den daraus resultierenden Folgen wie der "Herrschaft des Niemand" und dem Nährboden für das "Böse" durch Bürokratisierung und Entfremdung.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Öffentlichkeit, Arbeit, Handlung, Konformität, Freiheit und die Auseinandersetzung mit der antiken Polis als theoretischem Vorbild.
Die Autorin argumentiert, dass eine zu starke Bürokratie die Handlungsmöglichkeiten der Bürger einschränkt und dazu verleitet, sich hinter Regeln zu verstecken, was die persönliche Verantwortungsübernahme und Reflexion schwächt.
Sie wird kritisiert, weil die Fixierung auf Arbeit und Produktivität die individuelle Identität und den öffentlichen Austausch verdrängt, was zu einer Entfremdung und einem Verlust an politischer Freiheit führt.
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