Bachelorarbeit, 2014
62 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Stand der Forschung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Der Fluss der Diskursforschung durch die Zeit
2.1 Foucaults Diskurstheorie
2.2 Siegfried Jägers kritische Diskursanalyse
3 Diskursanalyse
3.1 Angewandte kritische Diskursanalyse
3.2 Diskurs und Macht
3.3 Mediendiskurs
3.4 Entstehung und Entwicklung von Leitmedien
4 Das Fernsehen und Telenovelas als Leitmedium in Brasilien
4.1 Der Medienkonzern Grupo Globo
4.2 Herkunft und Geschichte der Telenovela
4.3 Umgang mit Homosexualität in Telenovelas
4.4 Handlung der Telenovela Amor à Vida
4.5 Auswahl der Methode
4.6 Schlüsselszenenanalyse
4.6.1 Felix´ ungewolltes Outing vor der Familie
4.6.2 Die Beziehung von Niko und Felix
4.6.3 Der erste homosexuelle Kuss
5 Diskursanalyse der brasilianischen Presse im Bezug auf Homosexualität
5.1 Die brasilianische Presse
5.1.1 Tageszeitung O Globo
5.1.2. Tageszeitung Folha de São Paulo
5.2 Methodische Vorgehensweise
5.3 Der Umgang mit der Homosexualität in der brasilianischen Presse
5.4 Diskursanalyse O Globo
5.5 Diskursanalyse Folha de São Paulo
5.6 Zwischenfazit
6 Auswertung und Zusammenfassung der Ergebnisse
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit das Fernsehformat Telenovela als Leitmedium in der brasilianischen Gesellschaft fungiert und welchen Einfluss dieses Medium auf aktuelle gesellschaftliche Diskurse ausübt. Am Beispiel der Telenovela Amor à Vida und deren Darstellung von Homosexualität wird analysiert, wie diese Inhalte durch die zwei größten brasilianischen Tageszeitungen O Globo und Folha de São Paulo aufgegriffen und diskursiv verarbeitet werden.
4.6.3 Der erste homosexuelle Kuss
Der homosexuelle Kuss als die reine Darstellung von Liebe, einer grundlegenden Liebesbekundung, fehlte bis heute in der brasilianischen Telenovela (vgl. Nogueira 2013: 50). Aus diesem Grund wurde die folgende Schlüsselszene als historischer Moment in der Geschichte Brasiliens betitelt und ist die perfekte Grundlage, um die Darstellung von Homosexualität in der Telenovela zu analysieren und die vorhergehenden Schlüsselszenenanalysen zu komplettieren.
Man sieht, wie Niko und Felix in der Einfahrt ihres Hauses stehen und sich verabschieden wollen. Der Abschied zieht sich hin und es kommt zum vom Publikum lang erwarteten Kuss. Die gesamte Szene, außer der ersten Kameraeinstellung, die die Umgebung zeigt, wird in einer Großaufnahme gezeigt. So stehen besonders die Mimik und vor allem der Kuss im Zentrum des Geschehens. Niko strahlt etwas Positives, Fröhliches aus und er spricht „normal“ zu Felix, wie ein Partner, der zur Arbeit geht und sich verabschiedet. Felix ist eher schüchtern und übernimmt die weibliche Rolle. Beide tragen sehr helle Farben und stehen im Kontrast zur eher dunklen Umgebung. Niko will sich von Felix verabschieden und legt seine rechte Hand in Felix Nacken und küsst ihn auf die Wange. Man sieht, dass Niko viele Ringe trägt, die auch als „schwul“ interpretiert werden können. Niko dominiert hier die Abschiedszeremonie, da er Entschlossenheit ausdrückt. Diese Rollenverteilung spiegelt ihre komplette Beziehung wider. Niko ist sich in allem sehr sicher, doch Felix ist in seiner neuen Rolle als Partner und Familienvater noch unsicher. Um die Situation zu überspielen, fängt Felix an zu scherzen und Niko lacht, dieses Mal auch etwas weiblich. Doch dann fragt er ihn wieder ernster, wieso er immer alles ins Lächerliche ziehen muss und die Szene nimmt eine ruhige und emotionale Stimmung und Wende an. Es werden viele intensive Blicke ausgetauscht und der Moment zieht sich sehr lange hin.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des brasilianischen Fernsehens und der Telenovelas ein, benennt die Problemstellung zur homosexuellen Darstellung und legt die zentrale Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit dar.
2 Der Fluss der Diskursforschung durch die Zeit: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Diskursforschung, insbesondere Foucaults Diskurstheorie und Siegfried Jägers kritische Diskursanalyse, vorgestellt.
3 Diskursanalyse: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Dimensionen der Diskursanalyse, die Verbindung von Diskurs und Macht sowie die Besonderheiten des Mediendiskurses.
4 Das Fernsehen und Telenovelas als Leitmedium in Brasilien: Der empirische Teil untersucht die Rolle von Grupo Globo, die Geschichte der Telenovela und analysiert exemplarisch Schlüsselszenen zur Darstellung von Homosexualität in Amor à Vida.
5 Diskursanalyse der brasilianischen Presse im Bezug auf Homosexualität: Dieses Kapitel stellt die untersuchten Zeitungen O Globo und Folha de São Paulo vor und wendet die Methode der kritischen Diskursanalyse auf Zeitungsartikel an.
6 Auswertung und Zusammenfassung der Ergebnisse: Hier werden die Resultate der Schlüsselszenenanalyse mit den Erkenntnissen der Diskursanalyse verknüpft und die intermedialen Wechselwirkungen ausgewertet.
7 Fazit und Ausblick: Diese abschließende Betrachtung beantwortet die Kernfrage der Arbeit und diskutiert die Rolle der Telenovela als Leitmedium sowie den Wandel gesellschaftlicher Toleranz.
Brasilien, Telenovela, Leitmedium, Homosexualität, Diskursanalyse, Amor à Vida, TV Globo, Printmedien, O Globo, Folha de São Paulo, Kritische Diskursanalyse, Macht, Medien, Gesellschaft, Agenda-Setting
Die Arbeit untersucht die machtvolle Rolle des Fernsehens und des spezifischen Formats Telenovela als Leitmedium in der brasilianischen Gesellschaft am Beispiel der Debatte um Homosexualität.
Die Schwerpunkte liegen auf der Medienlandschaft Brasiliens, der diskursiven Analyse von Fernseh- und Presseberichterstattung sowie dem sozialen Wandel bezüglich der Akzeptanz homosexueller Charaktere.
Die Forschungsfrage lautet: Welchen Einfluss übt das Medium Fernsehen mit der Telenovela auf aktuelle Diskurse aus und lässt sich die Telenovela als brasilianisches Leitmedium definieren?
Es wird primär die kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger verwendet, ergänzt durch eine qualitative Schlüsselszenenanalyse der Telenovela.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Diskursforschung, eine Analyse der Telenovela Amor à Vida und eine diskursanalytische Untersuchung von Zeitungsartikeln zu diesem Thema.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Leitmedium, Diskursstrang, homosexuelle Repräsentation, Agenda-Setting und Medienmonopol definieren.
Sie dient als konkretes Untersuchungsobjekt, da sie durch die Darstellung des ersten homosexuellen Kusses im brasilianischen Fernsehen einen bedeutenden medialen und gesellschaftlichen Meilenstein setzte.
Beide Zeitungen berichten intensiv über das Thema; die Arbeit zeigt, wie diese Massenmedien den gesellschaftlichen Diskurs aufgreifen, strukturieren und dabei die Bedeutung der Telenovela als Auslöser für diesen Diskurs verstärken.
Die Autorin stellt fest, dass die Telenovela als Leitmedium durch ihren enormen Einfluss auf die Bevölkerung und die Presse in der Lage ist, Denkanstöße zu geben und gesellschaftliche Tabus zu normalisieren.
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