Bachelorarbeit, 2015
48 Seiten, Note: 1,75 (15/20)
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Magie in Bezug auf Religion und Geschichte
2.2 Begriffsbestimmungen und Abgrenzungen
3. Wigalois
3.1 Text und Forschungsstand
3.2 Elemente von Zauber und Magie im Kontext der Handlung
3.2.1 Gürtelepisode
3.2.2 Das Feenreich
3.2.3 Der Tugendstein
3.2.4 Tiergestalten
3.2.5 Drache Pfetan
3.2.6 Die wilde Ruel
3.2.7 Das Rad
3.2.8 Der Nebel
3.2.9 Roaz-Kampf
3.2.10 Der brennende Sarg
4. Nibelungenlied
4.1 Text und Forschungsstand
4.2 Elemente von Zauber und Magie im Kontext der Handlung
4.2.1 Brünhild und die magische Jungfräulichkeit
4.2.2 Siegfried und das schärfste Schwert
4.2.3 Die Tarnkappe
4.2.4 Siegfrieds Drachenkampf
4.2.5 Reaktion von Siegfrieds Wunden auf den Mörder
4.2.6 Hagens Begegnung an der Donau
4.2.7 Phänomene der Zeit
4.2.8 Die Zauberrute
4.2.9 Träume als Zukunftsvision
4.2.10 Siegfried, der scheinbar Unbesiegbare
5. Diskussion der Ergebnisse und Schlussbetrachtung
5.1 Ähnlichkeiten und Unterschiede der beiden Texte
5.2 Umgang mit den Worten Wunder und Zauber in beiden Texten
5.3 Bedeutung und Funktion der magischen Elemente im Wigalois und im Nibelungenlied
5.4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle, Bedeutung und Funktion magischer Elemente in den mittelhochdeutschen Epen „Wigalois“ und „Nibelungenlied“. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse herauszuarbeiten, wie diese Elemente in den jeweiligen Kontexten eingebettet sind und in welcher Beziehung sie zur religiösen sowie historischen Weltanschauung des Mittelalters stehen.
3.2.1 Gürtelepisode
Der erste magische Gegenstand, welcher im Wigalois auftaucht, beschreibt Eming Jutta als ein mit „besonderen Eigenschaften versehener, magischer Gürtel“. Er wirkt in dem Text verschieden auf weibliche und männliche Träger ein. Der Königin spendet er vorher nicht existierendes Selbstvertrauen, neue Sprachkenntnisse und riesige Massen an neuem Wissen. Außerdem lernt sie ganz neue „emotionale und intellektuelle Kräfte“ an sich kennen.
der küniginne riet ir muot
daz si den gürtel umbe bant ;
dô hêt diu vrouwe sâ zehant
vreude unde wîsheit :
sine troubte deheiner slahte leit,
die sprâche kunde si alle wol ( Wig.Vers 329 - 334 )
Wieso Gawein der Königin rät den Gürtel nicht anzunehmen, scheint anfangs nicht ganz klar. Eming Jutta unterstützt die These, dass der Gürtel oft als „Sinnbild der Liebe, Reinheit und Keuschheit angesehen wird.“ Gawein sieht in dem Angebot einen möglichen „Angriff auf die Ehre der Königin“ und der Rat zur Ablehnung ist nur zu ihrem eigenen Schutze gedacht.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik des Magischen im Mittelalter ein und definiert den methodischen Rahmen für die Analyse der Primärtexte Wigalois und Nibelungenlied.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erörtert die historische und religiöse Rolle der Magie im Mittelalter und definiert zentrale Begriffe sowie deren Abgrenzung.
3. Wigalois: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der mannigfaltigen magischen Elemente, Gegenstände und Kreaturen, die im Wigalois auftreten und ihre Funktion für den Helden und die Handlung entfalten.
4. Nibelungenlied: Das Kapitel analysiert die spezifischen magischen Phänomene und Zauberhandlungen im Nibelungenlied und deren Einfluss auf den schicksalhaften Verlauf der Erzählung.
5. Diskussion der Ergebnisse und Schlussbetrachtung: Die Arbeit vergleicht die Funktionen des Magischen in beiden Werken, reflektiert den Umgang mit den Begriffen Wunder und Zauber und zieht ein abschließendes Fazit.
Magie, Mittelalter, Wigalois, Nibelungenlied, Übernatürliches, Wunder, Zauber, Artusroman, Heldenepos, Religion, Siegfried, Gürtel, Drachenkampf, Wahrsagung, Transformation
Die Arbeit untersucht das Auftreten und die Funktion von magischen Elementen in den zwei bedeutenden mittelhochdeutschen Werken „Wigalois“ und „Nibelungenlied“.
Im Zentrum stehen die magischen Gegenstände, übernatürliche Phänomene, die Rolle der Religion im Kontext von Magie sowie die literarische Bedeutung von Wundern und Zauberei.
Die Arbeit fragt nach den Aufgaben und Bedeutungsmöglichkeiten der magischen Elemente in den Primärtexten und untersucht, welche Rolle die Religion in diesem Zusammenhang spielt.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die durch den Einbezug fachspezifischer Theorien (u.a. von Tuczay, Birkhan, Eming) gestützt wird, um sowohl Ähnlichkeiten als auch Unterschiede herauszuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die detaillierte Analyse der magischen Elemente im Wigalois sowie im Nibelungenlied, inklusive einer Diskussion über deren Symbolik.
Die wichtigsten Begriffe sind Magie, Wunder, religiöse Einwirkung, übernatürliche Hilfsmittel, ritterliches Heldentum und die Differenzierung zwischen heidnischen und göttlich legitimierten Kräften.
Während der Gürtel im Wigalois primär ein Objekt der Bindung und positiven Kraft ist, dient er im Nibelungenlied als symbolisches Beweisstück für einen Betrug und den Verlust ritterlicher Ehre.
Die Bahrprobe dient als „mythische Justiz“, bei der Gott selbst eingreift, um den wahren Mörder Siegfrieds zu entlarven, da dies auf natürlichem Wege nicht zu beweisen ist.
Wigalois legt sein Schicksal von Anfang an offen in die Hände Gottes, während Siegfrieds Wundertaten im Nibelungenlied zwar oft von göttlicher Hilfe begleitet scheinen, er jedoch stärker durch seine eigene, unermessliche Kraft charakterisiert ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

