Bachelorarbeit, 2013
73 Seiten
0 Einleitung
1. BEGRIFFLICHKEITEN UND DEFINITIONEN
1.1 Der Begriff der Migration aus unterschiedlichen Perspektiven
1.1.1 Der Begriff der Migration aus soziologischer Perspektive
1.1.2 Der Begriff der Migration aus wirtschaftlicher Perspektive
1.1.3 Der Begriff der Migration aus politischer Perspektive
1.2 Begriffsdefinition: „Migrationshintergrund“
1.2.1 Herkunft des Begriffs: „Menschen mit Migrationshintergrund“
1.2.2 Begriffsdefinition: „Migrationshintergrund laut Statistischem Bundesamt“
1.2.3 Begriffsdefinition: „Migrationshintergrund laut Bundesagentur für Arbeit“
1.3 Begriffsdefinition: „Generationen mit Migrationshintergrund“
1.4 Begriffsdefinition: „Familiärer und Sozialer Kontext“
1.4.1 Begriffsdefinition: „Familiärer Kontext“
1.4.2 Begriffsdefinition: „Sozialer Kontext“
1.5 Begriffsdefinition: „Bildungsteilhabe“
2. DIE LEBENSWELT VON KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT TÜRKISCHEM MIGRATIONSHITERGRUND
2.1 Die historische Entwicklung der Zuwanderung türkischer Familien nach Deutschland
2.2 Die Bedeutung der Familie
2.2.1 Zur Bedeutung des Begriffs ‚Familie‘ in der türkischen Sprache
2.2.2 Die Rolle der Mutter
2.2.3 Die Rolle des Vaters
2.2.4 Die Rolle des Kindes
2.3 Die Erziehungsstile in türkischstämmigen Familien
2.4 Die Erziehungsziele in türkischstämmigen Familien
2.4.1 Die Erziehung zum Lernen und Leistungsstreben
2.4.2 Die Erziehung zum Respekt vor Autorität
2.4.3 Die Erziehung zur Ehrenhaftigkeit
2.4.4 Die Erziehung zur Zusammengehörigkeit
2.4.5 Die Erziehung zur türkischen Identität
2.4.6 Die Erziehung zur religiösen Identität
2.5 Die geschlechtsspezifische Erziehung
2.5.1 Jungenerziehung im Vorschul- und Schulalter
2.5.2 Mädchenerziehung im Vorschul- und Schulalter
2.6 Die Modifizierung der Erziehungsstile in türkischstämmigen Familien im Migrationkontext
2.7 Gewalt in der Erziehung
2.8 Die Familienstruktur türkischstämmiger Kinder
2.9 Die Bedeutung von Freundschaften und sozialen Kontakten
3. DIE BILDUNGSTEILHABE VON KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT EINEM TÜRKISCHEN MIGRATIONSHINTERGRUND
3.1 Die Bildungsaspiration türkischstämmiger Eltern
3.2 Der Besuch von Bildungseinrichtungen
3.2.1 Die Teilnahme an frühkindlicher Bildung
3.2.2 Türkischstämmige Kinder beim Übergang in die Grundschule
3.2.3 Der Übergang von der Grundschule zur Sekundarstufe
3.3 Die Bildungsabschlüsse von Schülern mit türkischem Migrationshintergrund
3.4 Ergebnisse über Schulische Leistungen
3.5 Die Wahrnehmung außerschulischer Bildungseinrichtungen
3.5.1 Die Teilnahme an offener Ganztagsschule und Hort
3.5.2 Die Mitgliedschaft in Vereinen
3.5.3 Der Besuch von Einrichtungen der freien Jugendhilfe
3.6 Erklärungsansätze für die Misserfolge von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Bildungssystem
3.6.1 Die Kulturell-defizitäre Erklärung
3.6.2 Die Humankapitaltheoretische Erklärung
3.6.3 Die Erklärung durch institutionelle Diskriminierung
4. AUSWERTUNG DER „BEDEUTUNG DES FAMILIÄREN UND SOZIALEN KONTEXT FÜR DIE BILDUNGSTEILHABE“
4.1 Das Interesse der Eltern an der Bildungsteilhabe ihrer Kinder
4.2 Eine abschließende Bewertung
5. ANFORDERUNGEN AN DIE WEITERENTWICKLUNG DES ANGEBOTS VON GANZTAGSSCHULE
5.1 Rückblick auf die Entstehung von Ganztagsschulen in Deutschland
5.2 Anforderungen an das Konzept Offene Ganztagsschule
5.2.1 Anforderungen an die Konzeption
5.2.2 Anforderungen an die Bildungsarbeit
5.2.3 Anforderungen an die Elternarbeit
5.3 Anforderungen an das Forschungsfeld Ganztagsschule
5.4 Anforderungen an die Bildungspolitik
6. SCHLUSSREFLEXION
Die Arbeit untersucht die Bedeutung des familiären und sozialen Kontextes für die Bildungsteilhabe von Kindern und Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund und leitet daraus Anforderungen für die Weiterentwicklung des Offenen Ganztagsangebots ab.
2.4.1 Die Erziehung zum Lernen und Leistungsstreben
Bei dem Erziehungsziel zum Lernen und Leistungsstreben findet man eine historische und sozioökonomische Ursache. Hierzu erläutert Toprak: „In den türkischen Schulbüchern wurden und werden die Erfolge der Osmanen mit Leistung und Leistungsstreben der einzelnen Bürger des Osmanischen Reiches begründet. Es gibt viele Hinweise aus Überlieferungen, die darauf hindeuten, dass Diener mit Leistung und Fleiß in hohe Positionen gelangt sind. Heute wird der Untergang des Osmanischen Reiches damit begründet, dass man bei der Besetzung der Ämter nicht mehr das Prinzip Leistung angewendet hatte. Dies wird seit Gründung der Republik immer wieder hervorgehoben, um die armen Bevölkerungsschichten zum Lernen und zur Leistung zu motivieren.
Doch die eigentlichen Gründe für eine ausgeprägte Lern- und Leistungsorientierung sind eher sozioökonomischer Natur. Seit Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre wurde in der Türkei die Industrialisierung und die Technisierung der Landwirtschaft vorangetrieben. Seit dieser Zeit wird den privatwirtschaftlichen Initiativen sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Industrie Vorrang gegenüber dörflichen Kooperativen eingeräumt. Davon haben die Großinvestoren auf dem Land profitiert. Landflucht, weit verbreitete Armut und Massenarbeitslosigkeit waren die Folgen. Der Bevölkerungsteil, der unter diesen Bedingungen leidet, strebt zur Abhilfe nach Bildung und Leistung. Gerade diese Menschen, die von der Landflucht und Binnenmigration betroffen waren, sind nach Deutschland gekommen, um bessere Lebensbedingungen für ihre Familien zu ermöglichen. Da die Migranten sich hier beim Zugang zu höherer Schulbildung, besseren Arbeitsbedingungen, Ausbildungsmöglichkeiten etc. benachteiligt fühlen, gewinnt das Erziehungsziel Lernen und Leistungsstreben an Bedeutung. Nur durch viel Lernen, Leistungsstreben und persönlichen Ehrgeiz sind die Migranten türkischer Herkunft in der Lage, zu höheren gesellschaftlichen Positionen zu gelangen, so die Argumentation“ (ElMafaalani/Toprak 2011:49).
0 Einleitung: Vorstellung der Motivation für die Arbeit aus der beruflichen Praxis als Erzieherin und Definition der zentralen Fragestellungen.
1. BEGRIFFLICHKEITEN UND DEFINITIONEN: Klärung der wesentlichen Termini wie Migration, Migrationshintergrund, Bildungsteilhabe sowie des familiären und sozialen Kontextes.
2. DIE LEBENSWELT VON KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT TÜRKISCHEM MIGRATIONSHITERGRUND: Untersuchung der historischen Zuwanderung, familiärer Rollenstrukturen, Erziehungsstile und -ziele sowie der Bedeutung von Freundschaften.
3. DIE BILDUNGSTEILHABE VON KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT EINEM TÜRKISCHEN MIGRATIONSHINTERGRUND: Analyse von Bildungsaspirationen, Schulübergängen, Leistungsdaten und Erklärungsansätzen für bildungssystemische Misserfolge.
4. AUSWERTUNG DER „BEDEUTUNG DES FAMILIÄREN UND SOZIALEN KONTEXT FÜR DIE BILDUNGSTEILHABE“: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich elterlichen Engagements und der Korrelation zwischen Migrationsgeneration und Bildungserfolg.
5. ANFORDERUNGEN AN DIE WEITERENTWICKLUNG DES ANGEBOTS VON GANZTAGSSCHULE: Formulierung konkreter Anforderungen an Konzeption, Bildungsarbeit und Elternarbeit in Ganztagsschulen sowie an Forschung und Politik.
6. SCHLUSSREFLEXION: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Ausblick auf den Handlungsbedarf zur Förderung der Bildungsteilhabe.
Bildungsteilhabe, Türkischer Migrationshintergrund, Ganztagsschule, Erziehungsstile, Migrationsgenerationen, Elternarbeit, Lernleistung, Bildungsgerechtigkeit, Soziale Kompetenzen, Schulerfolg, Migrationsforschung, Bildungspolitik, Bildungsaspiration, Institutionelle Diskriminierung, Bildungsdokumentation.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss der familiäre und soziale Hintergrund von Kindern mit türkischem Migrationshintergrund auf ihre Bildungschancen in Deutschland hat.
Die Schwerpunkte liegen auf türkischen Familienstrukturen, Erziehungszielen, der Bedeutung von sozialer Einbindung und der Rolle der Ganztagsschule bei der Bildungsförderung.
Die Autorin möchte herausfinden, wie der familiäre und soziale Kontext die Bildungsteilhabe beeinflusst und wie Ganztagsschulen diese Bedingungen durch gezielte Konzepte verbessern können.
Die Bachelorarbeit stützt sich auf eine umfassende Literaturanalyse sowie die Auswertung vorhandener statistischer Daten und Studien zum Thema.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Lebenswelt türkischstämmiger Kinder, die Analyse ihrer Bildungsteilhabe sowie die Auswertung von Anforderungen an die Weiterentwicklung von Ganztagsschulen.
Wesentliche Begriffe sind Bildungsteilhabe, Migrationshintergrund, Ganztagsschule, Erziehungsstile und Generationenfolge.
Die Arbeit zeigt, dass Kinder der zweiten und dritten Generation in Leistungsdiagnostiken tendenziell besser abschneiden als Kinder der ersten Generation, da sie stärker in das deutsche Bildungssystem sozialisiert sind.
Sie sieht in der engen Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus einen Schlüssel zur Unterstützung der Kinder und schlägt gezielte Maßnahmen wie Elternlotsen vor, um Barrieren abzubauen.
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