Masterarbeit, 2014
71 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Forschungsbericht
3. Friedens - und Konfliktforschung
4. Historische Entwicklung auf dem Balkan bis 1989
5. Die jugoslawischen Zerfallskriege
5.1.Der serbisch-kroatische Konflikt
5.2.Der Konflikt in Bosnien-Herzegowina
5.3.Der Konflikt im Konflikt
5.4.Internationalisierung und Ende des Bosnienkrieges
5.5.Srebrenica
5.6.Der Kosovokrieg
6. Von Dünkirchen bis zur Westeuropäischen Union
6.1.Der Dünkirchen Vertrag und die Gründung der NATO
6.2.Die Westeuropäische Union
6.3.Reaktivierung der Westeuropäischen Union
6.4.Von den EVG-Verträgen bis zur GSVP
7. Entstehung und Wandel der NATO
7.1.Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Gründung 1949
7.2.Innere Spannung mit Frankreich
7.3.Restrukturierung und Politik bis zur Gegenwart
8. Zwischen institutionelle Beziehungen zwischen EU - WEU und NATO
9. Wandel der Außenpolitik der EU in Folge der Balkankriege
10. Fazit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen, die der Jugoslawienkonflikt für die Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union darstellte, und analysiert, ob diese Krisen eine vertiefte Integration der EU-Verteidigungspolitik sowie eine Emanzipation von der NATO ermöglichten.
5.5. Srebrenica
Das Massaker von Srebrenica spiegelt auf tragische Art und Weise das Scheitern und den Widerwillen zum Handeln der westlichen Welt wieder.
Dem Befehl vom 6. Juli 1995 war bereits die Weisung Karadzics vom 8. März 1995 voraus gegangen die muslimische Bevölkerung aus Srebrenica und Zepa zu entfernen. Der tatsächliche Angriff am Morgen des 11. Juli 1995 kam für die ca. 150 UN-Blauhelme trotzdem eher unerwartet.
Dafür gab es aus serbisch-bosnischer Sicht für General Mladic mehrere Gründe Srebrenica anzugreifen. So betrachteten die Serben Ostbosnien als serbisches Gebiet und die Dirna nicht wie von den westlichen Mächten festgelegt als Grenzfluss.
1. Einleitung: Stellt das Dilemma der europäischen Handlungsunfähigkeit bei Krisen auf dem Balkan vor und erläutert die Themenwahl im Kontext der EU-Integration.
2. Forschungsbericht: Beleuchtet die Schwierigkeiten bei der Quellenlage zum Jugoslawienkonflikt und begründet den deskriptiven methodischen Ansatz der Arbeit.
3. Friedens - und Konfliktforschung: Definiert die theoretischen Grundlagen von Konflikt und Frieden, um eine wissenschaftliche Einordnung der Ereignisse auf dem Balkan zu ermöglichen.
4. Historische Entwicklung auf dem Balkan bis 1989: Skizziert die Wurzeln der Spannungen im ehemaligen Jugoslawien, insbesondere das Nord-Süd-Gefälle und die ethnischen Gegensätze.
5. Die jugoslawischen Zerfallskriege: Analysiert detailliert die verschiedenen Konfliktphasen von den ersten Unabhängigkeitsbestrebungen bis zum Ende des Bosnien- und Kosovokrieges.
6. Von Dünkirchen bis zur Westeuropäischen Union: Beschreibt die Anfänge der europäischen Verteidigungszusammenarbeit und die Bedeutung verschiedener Verträge für die Sicherheit Europas.
7. Entstehung und Wandel der NATO: Untersucht die Geschichte des Nordatlantikpakts, die internen Spannungen mit Frankreich und die Anpassung an die neue geopolitische Lage nach 1989.
8. Zwischen institutionelle Beziehungen zwischen EU - WEU und NATO: Erörtert die komplizierten Abhängigkeiten und Kompetenzaufteilungen zwischen den sicherheitspolitischen Akteuren.
9. Wandel der Außenpolitik der EU in Folge der Balkankriege: Zeigt auf, wie die Krisen auf dem Balkan die EU dazu zwangen, ihre außenpolitischen Instrumente und Strukturen grundlegend zu reformieren.
10. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Balkankriege als Katalysator für eine vertiefte Integration im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik fungierten.
Jugoslawienkonflikt, Balkan, Europäische Union, NATO, WEU, Sicherheitspolitik, Außenpolitik, Zerfallskriege, Integration, Srebrenica, Kosovokrieg, Bosnien-Herzegowina, Krisenmanagement, Dayton-Abkommen, GSVP
Die Master-Thesis analysiert, inwieweit der Jugoslawienkonflikt die Europäische Union vor sicherheitspolitische Herausforderungen stellte und welche Auswirkungen dies auf die Entwicklung einer eigenen EU-Außen- und Sicherheitspolitik hatte.
Die Arbeit behandelt die Geschichte des Balkans bis 1989, die Dynamik der Zerfallskriege, die Entwicklung europäischer Sicherheitsstrukturen sowie das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen EU, WEU und NATO.
Es wird untersucht, ob die Kriege auf dem Balkan die EU zur Vertiefung ihrer sicherheitspolitischen Integration angetrieben und ob dies eine Emanzipation der Verteidigungspolitik von der NATO begünstigt haben.
Die Arbeit nutzt eine systematische deskriptive Analyse, um die historische Entwicklung und die sicherheitspolitischen Herausforderungen im Kontext der internationalen Beziehungen darzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Blöcke: die historischen Wurzeln und Zerfallskriege auf dem Balkan, die Entstehung europäischer Verteidigungsstrukturen sowie die Analyse der außenpolitischen Anpassung der EU infolge der Balkankriege.
Wichtige Schlagworte sind neben Jugoslawienkonflikt, Balkan, EU-Integration, NATO, Krisenmanagement und Sicherheitspolitik auch spezifische Begriffe wie Srebrenica, GASP, GSVP und Dayton-Abkommen.
Die WEU diente zeitweise als Plattform für die europäische Sicherheitszusammenarbeit, bevor die EU versuchte, diese mit der Schaffung einer eigenen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP/GSVP) in ihre Strukturen zu überführen.
Der Kosovokrieg 1999 diente als entscheidender Katalysator, da die Abhängigkeit von US-amerikanischer Militärunterstützung der EU deutlich machte, dass eine eigene, autonome Handlungsfähigkeit in sicherheitspolitischen Fragen unumgänglich ist.
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