Bachelorarbeit, 2015
47 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Handelsrecht
2.2 Steuerrecht
2.3 Begriff der Rückstellungen
2.3.1 Rückstellungsbegriff nach Handelsrecht
2.3.2 Rückstellungsbegriff nach Steuerrecht
3 Rückstellungsarten nach Handelsrecht
3.1 Vorbemerkung
3.2 Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten
3.3 Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften
3.4 Rückstellungen für Gewährleistungen, ohne Erbringung rechtlicher Verpflichtung
3.5 Rückstellungen für unterlassene Instandhaltung
3.6 Rückstellungen für unterlassene Abraumbeseitigung
3.7 Sonderfall – passive latente Steuern
4 Rückstellungsarten nach Steuerrecht
4.1 Vorbemerkung
4.1.1 Maßgeblichkeitsprinzip
4.1.2 Nichtabziehbarkeit von Ausgaben und Abhängigkeit von künftigen Gewinnen
4.2 Rückstellungen für die Verletzung fremder Schutzrechte
4.3 Rückstellungen für Zuwendungen anlässlich eines Dienstjubiläums
4.4 Drohverlustrückstellungen
4.5 Pensionsrückstellungen
4.6 Rückstellungen im Zusammenhang mit in künftigen Perioden zu aktivierenden Aufwendungen
4.7 Rückstellungen im Zusammenhang mit Kernbrennstoffen
5 Kategorisierung der Rückstellungsarten
5.1 Vorbemerkung
5.2 Kategorisierung nach statischen und dynamischen Aspekten
5.2.1 Dynamische und statische Rückstellungen
5.2.2 Schuld- und Aufwandsrückstellungen
5.2.3 Rückstellungen mit Innen- und Außenverpflichtungscharakter
5.2.4 Kategorisierung nach Verpflichtungsart
5.3 Kategorisierung der Rückstellungen nach dem Ausweis
5.3.1 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
5.3.2 Steuerrückstellungen
5.3.3 Sonstige Rückstellungen
5.4 Kategorisierung nach Ansatzpflicht und Ansatzverbot in der Steuerbilanz
5.5 Spezielle Kategorisierungsmöglichkeiten
5.5.1 Kategorisierung in Einzel- und Sammelrückstellungen
5.5.2 Kategorisierung in Verteilungs- und Ansammlungsrückstellungen
5.5.3 Anpassungsrückstellungen
5.5.4 Umweltschutzrückstellungen
6 Systematisierung der Rückstellungsarten
7 Abschließende Betrachtung
Diese Arbeit zielt darauf ab, die im Handels- und Steuerrecht bestehenden Arten von Rückstellungen ausgehend von der aktuellen Gesetzeslage darzustellen und in ein kategorisiertes System zu überführen, um die bestehenden Abhängigkeiten und Überschneidungen transparent zu machen.
3.2 Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten gemäß § 249 Abs. 1 S. 1 HGB müssen gebildet werden, sofern folgende zwei Merkmale erfüllt sind:
• Der relevante Tatbestand muss einen Schuldcharakter aufweisen. Das heißt, es muss eine Verbindlichkeit gegenüber einem Dritten bestehen oder die Verbindlichkeit mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintreten. Die Verbindlichkeit kann sowohl eine Geldverbindlichkeit, als auch eine andere Leistung sein.25
• Der relevante Tatbestand muss das Merkmal der Ungewissheit aufweisen. Das bedeutet, dass die Höhe der Verbindlichkeit, bzw. das Bestehen oder Entstehen einer Verbindlichkeit zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung noch unbekannt ist, bzw. sind.26
Aus dem Gesetzeswortlaut geht nicht hervor, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, unter denen eine Bildung dieser Art von Rückstellungen möglich bzw. nötig ist. In der Literatur und durch Rechtsprechung wurde dies konkretisiert. Demnach ist eine Verbindlichkeitsrückstellung zu bilden, wenn:
• eine nicht kompensierte,
• quantifizierbare
• Leistungsverpflichtung gegenüber einem Dritten besteht,
• die Existenz bzw. die Höhe dieser Verpflichtung ungewiss ist,
• die Verursachung dieser Verpflichtung wirtschaftlich vor dem Bilanzstichtag liegt und
• die Inanspruchnahme mit einer hinreichenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann.27
Zu dieser Rückstellungsart gehören beispielsweise Rückstellungen für Provisionen, Steuern und Abgaben, Prozessrisiken, Pensionen, Patentverletzungen, Aufwendungen für die Dokumentation und Aufbewahrung von Unterlagen nach § 257 HGB und § 147 AO.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Begriffs der Rückstellungen ein und definiert die Problemstellung sowie die Forschungsfragen der Arbeit.
2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen im Handels- und Steuerrecht sowie die grundlegenden Definitionen der Rückstellungsbildung.
3 Rückstellungsarten nach Handelsrecht: Hier werden die gesetzlich zulässigen Rückstellungsarten gemäß § 249 HGB detailliert behandelt und erläutert.
4 Rückstellungsarten nach Steuerrecht: Dieses Kapitel beleuchtet die steuerrechtlichen Besonderheiten und Einschränkungen bei der Rückstellungsbildung im Vergleich zum Handelsrecht.
5 Kategorisierung der Rückstellungsarten: Hier findet eine umfassende Analyse der verschiedenen Kategorisierungsmöglichkeiten wie statische/dynamische Bilanztheorie oder der Ausweis in der Bilanz statt.
6 Systematisierung der Rückstellungsarten: In diesem Kapitel werden die vorangegangenen Kategorien in einer schematischen Darstellung zu einem System zusammengefügt.
7 Abschließende Betrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit der Systematisierung für eine bessere Bilanzanalyse.
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Die Arbeit behandelt die Rückstellungsarten im Handels- und Steuerrecht mit einem expliziten Fokus auf deren Kategorisierung und Systematisierung.
Die zentralen Themen sind die gesetzlichen Regelungen zur Rückstellungsbildung, die bilanztheoretischen Hintergründe und die systematische Einordnung der verschiedenen Rückstellungsarten.
Ziel ist es, ausgehend von der aktuellen Gesetzeslage ein strukturiertes System der Rückstellungsarten zu entwickeln, um Überschneidungen und Abhängigkeiten in der Bilanzierung verständlich zu machen.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und systematische Einordnung auf Basis von Gesetzestexten, Rechtsprechung und betriebswirtschaftlichen Bilanztheorien.
Im Hauptteil werden die handels- und steuerrechtlichen Rückstellungsarten einzeln analysiert sowie verschiedene Kategorisierungsansätze wie statische/dynamische Bilanztheorie oder Verpflichtungsart untersucht.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Rückstellungen, Handelsrecht, Steuerrecht, Bilanzierung, Kategorisierung und Bilanztheorie.
Während das Handelsrecht primär dem Vorsichtsprinzip und der periodengerechten Erfolgsermittlung folgt, sind steuerrechtlich strengere Anforderungen für den Ansatz von Rückstellungen festgelegt, um Gewinnverlagerungen zu vermeiden.
Die Systematisierung hilft, die hohe Anzahl an unterschiedlichen Rückstellungsarten zu ordnen, ihre Zusammenhänge und Überschneidungen sichtbar zu machen und so die Bilanzgestaltung transparenter für Bilanzierende und Adressaten zu machen.
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