Masterarbeit, 2012
130 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Forschungsfrage und Abgrenzung
1.3. Gang der Untersuchung
2. Mehrwert der stochastischen Unternehmensbewertung
2.1. Stochastische & deterministische Unternehmensbewertung im Vergleich
2.1.1. Rahmenbedingungen der Unternehmensbewertung
2.1.2. Qualitätskriterien der Unternehmensbewertung
2.1.3. Charakterisierung der Modellierungsalternativen
2.1.4. Bewertung der Modellierungsalternativen
2.2. Risikomanagement & wertorientierte Unternehmensführung
2.2.1. Risikomanagementprozess & -methoden
2.2.2. Wertschaffung durch Risikomanagement
3. Theorie & ein Modell der stochastischen Unternehmensbewertung
3.1. Theorie der stochastischen Unternehmensbewertung
3.1.1. Adjusted Present Value-Methode & Bewertungsmodul
3.1.2. Stochastikmodul
3.1.3. Makroökonomikmodul
3.1.4. Mikroökonomikmodul
3.1.5. Rechnungslegungsmodul
3.2. Modell der stochastischen Unternehmensbewertung für die K GmbH
3.2.1. Parameter der K GmbH
3.2.2. Auswertung der Simulationsergebnisse
4. Zukunft der stochastischen Unternehmensbewertung
4.1. Zusammenfassung
4.2. Ausblick
Diese Arbeit untersucht den Mehrwert stochastischer Unternehmensbewertungsmodelle im Vergleich zu deterministischen Ansätzen und entwickelt ein qualitativ hochwertiges Bewertungsmodell auf Basis der Adjusted Present Value-Methode. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob ein signifikanter Mehrwert durch stochastische Verfahren besteht und welche Rahmenbedingungen für ein erweitertes, präzises Bewertungsmodell erforderlich sind, um die Auswirkungen von Risiko- und Werttreibern abzubilden.
1.1. Problemstellung
Unternehmensbewertung ist der Prozess an dessen Ende ein Unternehmenswert ermittelt sein soll. Dabei ist Unternehmensbewertung nie Selbstzweck, sondern muss nach Auffassung des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) einem zu determinierendem Zweck dienen (IDW, 2008, 7). Ein solcher Zweck für den sich die, nicht selten aufwändige, „Quest for Value“ (Stewart, 1991, 1) lohnt, ist die wertorientierte Unternehmensführung. Der Unternehmenswert als Zielgröße des Managements hat dabei viele Vorteile gegenüber anderen Konzepten (Copeland et al., 2002, 12).
Unabhängig von der Zielgröße sind bei der Unternehmensführung die zahlreichen gesetzlichen Anforderungen u.a. an die externe Risikokommunikation (Marten et al., 2011, 286f.) und an ein internes Risikomanagement zu erfüllen (Cottin und Döhler, 2008, 14ff.). Das Risikomanagement im Unternehmen kann durch geeignete Maßnahmen den Unternehmenswert steigern und muss sich, ganz im Sinne der Wertorientierung, an seinem Wertbeitrag messen lassen (Gleißner, 2011, 314ff.). Dies wird durch risikopolitische Maßnahmen, wie Diversifikation, Versicherung und Hedging erreicht (Servaes et al., 2009, 63). So werden bewertungsrelevante Cash Flows (CF) und Diskontierungssätze beeinflusst, damit das gewünschte Risikoprofil zu erreicht wird. Um die Wertorientierung wirksam zu gestalten, ist eine umfassende Risikoanalyse notwendig. Nur nach präziser Analyse der wesentlichen Risiken und des Gesamtrisikos, sind die Auswirkung der Risikomanagementmaßnahmen auf den Unternehmenswert quantifizierbar (Gleißner, 2011, 111f.).
Der Unternehmensbewertung und dem quantitativen Risikomanagement ist die intensive mathematische Beschäftigung mit der Zukunft des Unternehmens gemein. Der Unterschied besteht jedoch in der Modellierung der zukünftigen bewertungsrelevanten Cash Flows. Den bisher überwiegend deterministischen Berechnung der Unternehmensbewertung stehen die stochastischen Modelle der Risikoanalyse gegenüber. Jedoch weist MOXTER schon 1983 mit dem Mehrwertigkeitsprinzip darauf hin, dass es notwendig ist, die Mehrwertigkeit der Ergebnisse der Unternehmensbewertung aufzuzeigen (Moxter, 1983, 122ff.). Dieses Prinzip ist mit deterministischen Bewertungsmodellen nicht erfüllbar, da nur einwertige Ergebnisse berechnet werden können.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Unternehmensbewertung ein, definiert die Problemstellung und leitet die Forschungsfrage sowie den Gang der Untersuchung ab.
2. Mehrwert der stochastischen Unternehmensbewertung: Hier werden die theoretischen Rahmenbedingungen und Qualitätskriterien für Bewertungsmodelle definiert und der stochastische gegenüber dem deterministischen Ansatz bewertet, inklusive einer fundierten Einordnung des Risikomanagements.
3. Theorie & ein Modell der stochastischen Unternehmensbewertung: Dieses Kernkapitel entwickelt das theoretische Bewertungsmodell basierend auf der Adjusted Present Value-Methode und veranschaulicht die Anwendung an einem konkreten Beispiel der K GmbH.
4. Zukunft der stochastischen Unternehmensbewertung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Anwendung stochastischer Methoden in der Praxis.
Stochastische Unternehmensbewertung, Wertorientierte Unternehmensführung, Risikomanagement, Adjusted Present Value, Monte-Carlo-Simulation, Risikotransfer, Kapitalkosten, Unternehmenswertverteilung, Mehrwertigkeitsprinzip, Interdependenzmodellierung, Commodity Swaps, Value at Risk, Expected Shortfall, Kapitalmarkt, Finanzmodellierung
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmensbewertungsmodelle von einem deterministischen, einwertigen Ansatz hin zu stochastischen, mehrwertigen Modellen weiterentwickelt werden können, um den Mehrwert für die Unternehmensführung und das Risikomanagement zu steigern.
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung stochastischer Bewertungsmodelle, die Integration des quantitativen Risikomanagements, die Modellierung von Cash-Flow-Interdependenzen sowie die praktische Anwendung mittels der Adjusted Present Value-Methode.
Die Forschungsfrage lautet: Besteht ein hoher Mehrwert der stochastischen Unternehmensbewertung und wie muss innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen ein qualitativ hochwertiges Unternehmensbewertungsmodell dafür erweitert werden?
Die Arbeit verwendet eine Kombination aus theoretischer Herleitung auf Basis finanzwissenschaftlicher Literatur und der Anwendung der Monte-Carlo-Simulation zur quantitativen Risikoaggregation und Unternehmenswertverteilung.
Im Hauptteil wird zunächst der theoretische Mehrwert und die Methodik gegenübergestellt. Anschließend folgt die detaillierte mathematische und konzeptionelle Entwicklung des stochastischen Bewertungsmodells, unterteilt in verschiedene Module wie Stochastik, Makroökonomik, Mikroökonomik und Rechnungslegung, sowie die Anwendung auf die K GmbH.
Die wichtigsten Begriffe sind stochastische Unternehmensbewertung, wertorientierte Führung, Risikomanagement, Monte-Carlo-Simulation, Adjusted Present Value und Unternehmenswertverteilung.
Das Risikomanagement trägt durch die Reduzierung von Insolvenzrisiken, die Senkung von Fremdkapitalkosten (Credit Spreads) und die Absicherung von Cash-Flows (z.B. mittels Commodity Swaps) bei, wodurch das Unternehmen in die Lage versetzt wird, werterhöhende Investitionen trotz Risiken durchzuführen.
Das Roll Back-Verfahren ist notwendig, da im mittelstreng informationseffizienten Kapitalmarkt mit nicht-stationären Preisen eine Abhängigkeit zwischen aufeinanderfolgenden Perioden besteht. Es erlaubt die schrittweise Ermittlung bedingter Sicherheitsäquivalente von der letzten Periode rückwärts bis zum Stichtag.
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