Masterarbeit, 2014
95 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Grundzüge der internationalen Unternehmensbesteuerung
2.1 Unternehmensbesteuerung im US-amerikanischen Steuerrecht
2.1.1 Die Hinzurechnungsbesteuerung im US-amerikanischen Steuerrecht
2.1.2 Die „Check-the-box“ – Regelung
2.1.3 Die „Same Country Exception“ – Regelung
2.1.4 Die „Manufacturing Exception“ – Regelung
2.2 Grundzüge der Unternehmensbesteuerung innerhalb der EU
2.2.1 Grundzüge der Unternehmensbesteuerung in Irland
2.2.2 Grundzüge der Unternehmensbesteuerung in den Niederlanden
2.2.3 Grundzüge der Unternehmensbesteuerung in Luxemburg
2.3 Die Problematik der Doppelbesteuerung
2.3.1 Unilaterale Maßnahmen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
2.3.2 Bilaterale Maßnahmen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
2.4 Die Identifikation von Steueroasen und Steuervermeidung
2.4.1 Begriffsabgrenzung
2.4.2 Die größten Steueroasen auf Basis der investierten Auslandsvermögen
3 Internationale Gestaltungsstrategien der Steuerplanung
3.1 Gestaltungsstrategien zur optimalen Repatriierung von Dividendenerträgen
3.1.1 Treaty Shopping
3.1.2 Directive Shopping
3.1.3 Participation Exemption Shopping
3.1.4 Deferral Shopping
3.2 Gestaltungsstrategien in Zusammenhang mit der Umformung und der Verlagerung von konzerninternen Einkünften
3.2.1 Rule Shopping
3.2.2 Tax Rate Shopping
3.3 Gestaltungsstrategien zur optimalen Allokation von konzernexternen Einkünften
3.3.1 Capital Gain Exemption Shopping
3.3.2 Deduction Shopping
3.3.3 Debt-push-down
3.3.4 (Cross Border) Group Relief Shopping
4 Rekonstruktion der Steuervermeidungsstrategien ausgewählter internationaler Großkonzerne
4.1 Das IKEA Konglomerat
4.1.1 Indizien für eine aggressive Steuervermeidung innerhalb von IKEA
4.1.2 Die Inter IKEA Group
4.1.3 Die INGKA Group
4.1.4 Die IKANO Group
4.1.5 Zusammenfassung der Steuervermeidungsstrategie von IKEA
4.2 Der Konzern um die Apple Inc.
4.2.1 Indizien für eine aggressive Steuervermeidung der Apple Inc.
4.2.2 Die globale Konzernstruktur des Apple – Konzerns
4.2.2.1 Apple Operations International (AOI)
4.2.2.2 Apple Operations Europe (AOE)
4.2.2.3 Apple Sales International (ASI)
4.2.3 Das Cost-Sharing Agreement zwischen Apple Inc. und der ASI
4.2.4 Zusammenfassung der Steuervermeidungsstrategie von Apple
4.3 Der Konzern um die Google Inc.
4.3.1 Indizien für eine aggressive Steuervermeidung der Google Inc.
4.3.2 Die globale Konzernstruktur des Google – Konzerns
4.3.2.1 Die Google Deutschland GmbH
4.3.2.2 Die Google Ireland Ltd.
4.3.2.3 Die Google Netherlands Holdings B.V.
4.3.2.4 Die Google Holdings Ireland Ltd.
4.3.3 Zusammenfassung der Steuervermeidungsstrategie von Google
4.4 Der Konzern um die Caterpillar Inc.
4.4.1 Indizien für eine aggressive Steuervermeidung der Caterpillar Inc.
4.4.2 Die globale Konzernstruktur des Caterpillar – Konzerns
4.4.3 Die Steuervermeidungsstrategie der Caterpillar Inc.
5 Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Master-Thesis ist die Analyse und forensische Rekonstruktion aggressiver Steuervermeidungsstrategien bei multinationalen Großkonzernen, um die eingesetzten Mechanismen zur Gewinnverlagerung und Steuerminimierung aufzudecken.
4.2.3 Das Cost-Sharing Agreement zwischen Apple Inc. und der ASI
Um die Lizenzgebühren in die Verrechnungspreise zwischen der ASI und der ADI einpreisen zu können, ist in der Regel eine Übertragung der Apple-Lizenzrechte von der Apple Inc., der Lizenzrechteinhaberin, auf die ASI erforderlich. Apple löste dies, indem die Apple Inc. ein sogenanntes cost-sharing agreement mit der ASI abschloss. In dieser Vereinbarung stimmten beide Parteien zu, die Forschungs- und Entwicklungskosten für Apple Produkte untereinander aufzuteilen, um im Gegenzug einen Anteil der Lizenzrechte an diesen entwickelten Produkten für eine bestimmte geografische Region zu erlangen. Ausgangspunkt bei der Berechnung der jeweiligen Kostenanteile bilden die weltweit angefallenen Forschungs- und Entwicklungskosten des Applekonzerns. Die jeweilige Kostenbeteiligung der Gesellschaften richtet sich nach den anteiligen Umsatzerlösen ihrer Zuständigkeitsbereiche.
Während die Apple Inc. den gesamten amerikanischen Markt mit Apple-Produkten bedient, liegen Europa und Asien im Zuständigkeitsbereich der ASI. In 2013 beispielsweise entfielen etwa 37% der gesamten Umsatzerlöse Apples auf Amerika, was bedeutet, dass die Apple Inc. 37% der Forschungs- und Entwicklungskosten trug und 63% von der ASI gestemmt wurden. Jedoch findet die tatsächliche Forschungs- und Entwicklungsarbeit in Cupertino, der Zentrale der Apple Inc. statt. In 2011 z.B. wurden 95% der gesamten Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Apple in den USA durchgeführt. Die Kostenbeteiligung der ASI hingegen belief sich 2011 auf USD 1,4 Mrd., was etwa 58% der gesamten Kosten für die angefallenen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in 2011 entspricht. Es ist somit offensichtlich, dass das cost-sharing agreement nicht der verursachungsgerechten Aufteilung der angefallenen Forschungs- und Entwicklungskosten dient, sondern als Gewinnverschiebungsinstrument innerhalb des Apple – Konzerns fungiert.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die zunehmende Bedeutung aggressiver Steuerplanung globaler Konzerne infolge der Globalisierung und definiert den Rahmen der Untersuchung.
2 Grundzüge der internationalen Unternehmensbesteuerung: Dieses Kapitel liefert das steuerrechtliche Fundament für die Analyse der verschiedenen Unternehmensbesteuerungssysteme in den USA sowie in Irland, den Niederlanden und Luxemburg.
3 Internationale Gestaltungsstrategien der Steuerplanung: Hier werden spezifische steuerliche Methoden zur Repatriierung von Gewinnen und zur Gewinnverlagerung theoretisch hergeleitet und systematisiert.
4 Rekonstruktion der Steuervermeidungsstrategien ausgewählter internationaler Großkonzerne: Das Kernstück der Arbeit rekonstruiert die tatsächlichen Steuervermeidungsmodelle von IKEA, Apple, Google und Caterpillar anhand der jeweiligen Konzernstrukturen.
5 Fazit und Ausblick: Diese Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Wirksamkeit der von verschiedenen Finanzverwaltungen eingeleiteten Gegenmaßnahmen.
Aggressive Steuerplanung, Steuervermeidung, Konzernbesteuerung, Doppelbesteuerung, Gewinnverlagerung, Steueroasen, Verrechnungspreise, Cost-Sharing Agreement, Check-the-box, Treaty Shopping, Hinzurechnungsbesteuerung, internationale Steuerplanung, effektive Steuerbelastung, Offshore-Finanzzentren, Steuergerechtigkeit
Die Arbeit befasst sich mit den Methoden und Strategien, die internationale Großkonzerne nutzen, um ihre weltweite Steuerlast durch aggressive Steuerplanung zu minimieren.
Die Themen umfassen internationale Steuersysteme (insb. USA und ausgewählte EU-Länder), Doppelbesteuerungsabkommen, Mechanismen zur Gewinnverschiebung und die Analyse konkreter Konzernstrukturen.
Das primäre Ziel ist es, durch eine forensische Analyse der Steuerplanung von vier ausgewählten Großkonzernen die komplexen Mechanismen aufzudecken, die zur Reduzierung der effektiven Steuerquote eingesetzt werden.
Die Arbeit nutzt einen forensischen Ansatz zur Analyse von Konzernabschlüssen und internen Strukturen sowie eine theoretische Einordnung der steuerlichen Gestaltungsinstrumente.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der internationalen Besteuerung und gängige Gestaltungsstrategien dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Rekonstruktion der Steuervermeidungsstrategien von IKEA, Apple, Google und Caterpillar.
Zentrale Begriffe sind aggressive Steuerplanung, Gewinnverlagerung, Steueroasen, Verrechnungspreise und internationale Konzernsteuerstrukturen.
Es ist ein Steuersparmodell, das durch die Nutzung von zwei irischen Tochtergesellschaften in Kombination mit einer niederländischen Zwischengesellschaft gezielt die Quellenbesteuerung und die allgemeine Steuerlast auf Lizenzerträge im europäischen Raum minimiert.
Apple nutzt diese Vereinbarung, um Forschungs- und Entwicklungskosten künstlich auf ausländische Tochtergesellschaften zu verlagern, wodurch hohe Lizenzgebühren einpreist werden können, die den steuerpflichtigen Gewinn in Hochsteuerländern reduzieren.
Das IKEA-Konstrukt besteht aus mehreren, teilweise unabhängig agierenden Gruppen und Stiftungen, deren Abschlüsse aufgrund fehlender Börsennotierung nur eingeschränkt einsehbar sind, was die forensische Analyse erschwert.
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