Bachelorarbeit, 2004
110 Seiten, Note: 100%
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
2. Die Geschichte von Bildzeichen und Sprachzeichen
2.1. Prähistorische Höhlenmalerei
2.2. Hieroglyphen und Entwicklung der Schriftsprache
2.3. Chinesische Schrift
2.4. Heraldik, Markenzeichen und andere Symbole
2.5. Entwicklung international verständlicher Piktogramme im 20. Jahrhundert
2.6. Icon Language
2.8. Icons im digitalen Zeitalter
3. Wahrnehmungs- und Kognitionspsychologie
3.1. Wahrnehmung allgemein
3.2. Visuelle Wahrnehmung
3.2.1. Physiologische Aspekte
3.2.2. Psychologische Aspekte
3.2.3. Gestaltpsychologie und Erscheinungsbild von Icons auf dem Screen
3.2.4. Gestaltungsdimensionen
3.2.5. Räumlichkeitsempfinden
3.2.6. Wechselbeziehung zwischen Größe und Erscheinungsbild
3.2.7. Einfluss von Zustandsänderung und Aufmerksamkeit
3.2.8. Einfluss von Erwartung und Kultur
3.3. Kognition und Gedächtnis
3.4. Unterschiede in der Wahrnehmung und Verarbeitung von Bildern und Begriffen
3.4.1. Zweidimensionale Abbildungen
3.4.2. Verbale Begriffe
3.4.3. Gegenüberstellung von Bild und Begriff
4. Kommunikation und Semiotik
4.1. Kommunikationstheorie
4.1.1. Grundlagen
4.1.2. Probleme bei der Kommunikation
4.2. Semiotik
4.2.1. Grundlagen zur Zeichentheorie
4.2.2. Allgemeine Zeichentheorie nach Peirce
4.2.5. Begriffs- bzw. Objektklassen und Polysemie
4.2.3. Syntaktik, Semantik und Pragmatik nach Morris
4.2.4. Untersuchung des Abstraktionsgrades von Icons nach syntaktischen Merkmalen, die das semantische Verständnis beeinflussen
5. Experteninterview mit Ben Erben
6. Research Ergebnisse
7. Empirischer Teil
7.1. Gestaltung der Icons für die Kupferwerk Homebase
7.1.1. Grundgedanke
7.1.2. Grundsätzliche Überlegungen zur Gestaltung
7.1.3. Syntaktische und ästhetische Gestaltungskriterien
7.1.4. Semantische Gestaltungskriterien
7.2. Test durch Befragung
7.2. Ergebnisse der Evaluierung
7.3. Verbesserungen diverser Icons
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Icons auf die Usability interaktiver Medien durch eine Analyse wahrnehmungspsychologischer und semiotischer Faktoren. Ziel ist es, Gestaltungskriterien zu definieren, die eine intuitivere und effizientere Nutzung von Benutzeroberflächen ermöglichen, indem die visuelle Zeichenverarbeitung besser verstanden und optimiert wird.
Die Geschichte von Bildzeichen und Sprachzeichen
Schon lange vor der Entwicklung der Schrift kommunizierte der Mensch mit Bildern. Jedoch ist auch dies eine in der Geschichte der Menschheit junge Entwicklung. Vor bereits ca. 2 Mio Jahren lebten die ersten Werkzeug bauenden Menschen. Die erste Höhlenmalerei stammt erst aus der Zeit der Aurignacien vor ca. 350000 Jahren.
Die sichtbare Welt musste erst visuell strukturiert und zeichenhaft formuliert werden, bevor sie sprachlich erfasst werden konnte. Die Entwicklung visuellen Denkens ist also eng mit der Fähigkeit verknüpft, bewusst wahrzunehmen, das Wahrgenommene zu bestimmen und es begrifflich zu benennen. In der Lascoux-Höhle in Frankreich, die vor ca. 17.000 Jahren bemalt wurde, findet man bereits Malereien mit Farbe. Pigmente wurden aus dem Boden der Höhle und der Umgebung gewonnen. Eisenoxide lieferten Rottöne von gelbrot bis zum tiefen braunrot. Gelbe Farben wurden aus Lehm gewonnen. Magnesiumoxid, Eisenoxid und Steinkohle gaben Grautöne und Kalkpulver lieferte das Weiß. Die Mineralien wurden mit Sand und Ton gemischt, mit dem Mörser zerkleinert und schließlich mit Wasser gebunden.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz von Icons im digitalen Zeitalter ein und formuliert die These, dass deren Einsatz die Usability interaktiver Anwendungen signifikant steigern kann.
2. Die Geschichte von Bildzeichen und Sprachzeichen: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der visuellen Kommunikation von prähistorischen Höhlenmalereien über Hieroglyphen bis hin zur modernen "Icon Language" nach.
3. Wahrnehmungs- und Kognitionspsychologie: Hier werden die physiologischen und psychologischen Grundlagen der Wahrnehmung untersucht, um zu erklären, warum bildhafte Darstellungen oft schneller erfasst werden als verbale Begriffe.
4. Kommunikation und Semiotik: Es werden die theoretischen Grundlagen der Kommunikation sowie die Zeichentheorie nach Peirce und Morris erörtert, um die Bedeutung und Polysemie von Icons zu analysieren.
5. Experteninterview mit Ben Erben: Ein Interview mit einem erfahrenen Experten aus der Designbranche dient als praktische Validierung der theoretischen Erkenntnisse.
6. Research Ergebnisse: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung eines einheitlichen, reduzierten Designansatzes.
7. Empirischer Teil: Die Arbeit endet mit der konkreten Entwicklung eines Iconsystems für die Kupferwerk Homebase und dessen Evaluierung durch Nutzertests.
Icons, Usability, Wahrnehmungspsychologie, Semiotik, Piktogramme, GUI, Zeichentheorie, Bildsprache, Visuelle Kommunikation, Abstraktionsgrad, Interaktive Medien, Kognition, Designkriterien, Benutzerfreundlichkeit, Polysemie
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss der gezielte Einsatz von Icons auf die Benutzerfreundlichkeit (Usability) von interaktiven Anwendungen hat und wie diese optimal gestaltet werden sollten.
Die Untersuchung deckt die Geschichte der Bildzeichen, wahrnehmungspsychologische Grundlagen, semiotische Zeichentheorien sowie praktische Gestaltungsdimensionen ab.
Die Forschungsfrage ist, ob die Usability interaktiver Medien durch den Einsatz von Icons deutlich verbessert werden kann und welche formalen Gestaltungskriterien dafür ausschlaggebend sind.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturrecherche zu Psychologie und Semiotik, ergänzt durch ein Experteninterview sowie eine empirische Untersuchung mit Nutzertests.
Der Hauptteil analysiert, wie Menschen Bilder und Sprache verarbeiten, welche semantischen Probleme bei der Zeicheninterpretation auftreten können und wie Icons syntaktisch gestaltet sein müssen, um im Kontext effizient zu funktionieren.
Zentrale Begriffe sind Icons, Usability, Semiotik, kognitive Entlastung, Wahrnehmungspsychologie und visuelle Kommunikation.
Das entwickelte System wurde in mehreren Phasen durch 15 Testpersonen geprüft, wobei die Erkennungsrate und korrekte Interpretation der Icons unter verschiedenen Kontextbedingungen abgefragt wurde.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Icons zwar zur schnellen Orientierung beitragen, aber bei abstrakten Begriffen oft textorientierte Navigation ergänzen sollten, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.
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