Bachelorarbeit, 2009
56 Seiten
1 Einleitung
2 Konsumgesellschaft
2.1 Definition Konsum und Konsumgesellschaft
2.2 Merkmale einer Konsumgesellschaft
2.2 Geschichte der Konsumgesellschaft (17.-20.Jahrhundert)
2.4 Entwicklung der Konsumgesellschaft in Deutschland im 20. Jahrhundert
2.4.1 Ernährung
2.4.2 Bekleidung
2.4.3 Wohnen und Haushaltsgeräte
2.4.4 Freizeitgestaltung und Mobilität
2.5 Konsumverstärker
2.6 Begleiterscheinungen und Auswirkungen des Konsums
2.7 Konsumkritik
3 Kaufsucht
3.1 Definition Kaufsucht
3.2 Eingliederung der Kaufsucht in die Suchtkrankheiten
3.3 Entstehung der Kaufsucht
3.3.1 Genetische Ursachen
3.3.2 Neurotransmitter Dopamin und Serotonin
3.3.3 Erziehung und Elternhaus
3.3.4 Bestimmte Lebenssituationen und traumatische Erlebnisse
3.3.5 Gesellschaftliche und kulturelle Einflüsse
3.3.6 Geschlechtsspezifische Motivationen
3.4 Häufigkeit/Ausprägung
3.5 Symptome
3.6 Folgen für den Betroffenen
3.7 Behandlung/Therapie des Betroffenen
4 Fazit
Die Bachelor-Thesis untersucht den Zusammenhang zwischen der modernen Konsumgesellschaft und dem Entstehen von Kaufsucht (Oniomanie). Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu analysieren, inwieweit gesellschaftliche Strukturen, Marketingmechanismen und kulturelle Leitbilder pathologische Kaufmuster begünstigen und aufrechterhalten.
3.3.5 Gesellschaftliche und kulturelle Einflüsse
Die gesellschaftlichen und kulturellen Einflüsse können als weitere Faktoren für die Entstehung der Kaufsucht angesehen werden.
Als ein Faktor können die Meme genannt werden. Hiermit sind „der kulturellen Evolution zugrunde liegenden Informationseinheiten, gemeint. Meme sind beispielsweise Produktionsverfahren, Elemente der Kleidermode, Bauformen, Melodien, Begriffe, Ideen, Theorien, Glaubenssätze, Leitbilder […] und werden von Gehirn zu Gehirn durch Lernvorgänge weitergegeben“ (Scherhorn, Reisch, Raab 1991 S. 68).
Meme können Leitvorstellungen sein, z.B. „wie Kinder sind und wie sie sein sollten, wie man sie behandeln muss, wie man mit Enttäuschungen, Konflikten, Gefühlen umgeht, welches die Rechte des Mannes und die Pflichten der Frau sind […] und sie können Suchtanfälligkeit bewirken, wenn sie in einer Weise vermittelt werden, die Menschen die emotionale Selbständigkeit verwehrt und sie zur Inkompetenz erzieht (Scherhorn, Reisch, Raab 1991 S. 69).
Wir leben in einer Gesellschaft, die uns einerseits viele Möglichkeiten bietet und uns andererseits zu leistungsfähigen, anpassungsbereiten und kaufwilligen Menschen formt. Das Konsumieren und Kaufen spielt dabei eine zentrale Rolle und besitzt einen hohen Symbolgehalt. Es ist in, kurbelt die Wirtschaft an und gehört zum täglichen Leben wie Essen und Schlafen. Der Besitz von bestimmten Waren und Dienstleistungen ist ein Muss um seine Identität zu unterstreichen. Das Kaufen symbolisiert „Belohnung, Größe, Selbständigkeit, Fülle“ und Sicherheit und ist Teil eines umfassenderen Systems von Einflüssen, denen jedes Mitglied unserer Gesellschaft mehr oder weniger folgt. Bei der Mehrheit der Konsumenten ruft diese Symbolik eine Neigung zu kompensatorischem Verhalten hervor und eine Minderheit wird dadurch so stark beeinflusst, dass sie mit Kaufsucht reagiert (Scherhorn, Reisch, Raab 1991, S. 69).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Konsumgesellschaft und die Relevanz der Kaufsucht als pathologisches Phänomen.
2 Konsumgesellschaft: Historische Entwicklung und Merkmale der Konsumgesellschaft sowie Analyse der Faktoren, die den Massenkonsum in Deutschland geprägt haben.
3 Kaufsucht: Detaillierte Betrachtung der psychischen Störung, ihrer Ursachen, Symptome sowie der Therapiemöglichkeiten im Kontext der Gesellschaft.
4 Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Reflexion über die zukünftige Entwicklung von Konsumverhalten und Suchtpotenzial.
Kaufsucht, Konsumgesellschaft, Oniomanie, Konsumverstärker, Massenkonsum, Suchtverhalten, Konsumkritik, Bedürfnispyramide, Kaufhandlung, Identitätsgewinnung, Symptome, Verhaltenstherapie, Geldmanagement, Gütersymbolik, Sozialisation.
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen der modernen Konsumgesellschaft und dem Entstehen von Kaufsucht als psychische Störung.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte und Merkmale der Konsumgesellschaft, die psychologischen Ursachen der Kaufsucht sowie Ansätze zur Behandlung und Prävention.
Es soll untersucht werden, ob und wie die Konsumgesellschaft das Entstehen von Kaufsucht durch kulturelle Leitbilder und Konsumanreize begünstigt.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie die Einbeziehung empirischer Studien, insbesondere der Hohenheimer Kaufsuchtstudie.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Konsumgesellschaft, der Konsumverstärker sowie eine umfassende Betrachtung der Kaufsucht, inklusive genetischer, biologischer und sozialer Entstehungsfaktoren.
Kaufsucht, Konsumgesellschaft, Onimanie, Konsumverstärker, Identitätssicherung und Suchtprävention.
Werbung versieht Produkte mit Symbolen wie Status oder Glück, was bei Konsumenten Kaufanreize schafft und insbesondere bei emotionaler Labilität zur Kompensation von Defiziten durch den Kaufakt führen kann.
Die Verhaltenstherapie, insbesondere in Gruppensitzungen, hat sich als effektiv erwiesen, da Patienten lernen, ihre Konsummuster zu hinterfragen und den Kaufimpuls zu kontrollieren.
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