Bachelorarbeit, 2014
48 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Soziale Netzwerke – Definition, Funktionen und Eigenschaften
3. Zum Medienumgang Jugendlicher – eine Auswahl der JIM-Studie 2013
4. Gründe für die Beliebtheit sozialer Netzwerke
5. Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Medienbildung und Einstellungen zur Bildung mit sozialen Netzwerken
6. Datenschutz und Privatsphäre
6.1. Das Problem mit dem Datenschutz: Vorschriften und ‚Facebook-Realität'
6.2. Das Privatsphäre-Verständnis Jugendlicher
7. Facebook – Potenzial für eine unterrichtliche Nutzung
7.1. Altersüberlegungen, Gefahren und Voraussetzungen der unterrichtlichen Nutzung
7.2. Facebook und moderner Unterricht – Gemeinsamkeiten
7.3. Konformität: die literarische Gattung des Dramas, identitätsorientierter Literaturunterricht und Facebook
8. Friedrich Schillers Kabale und Liebe – exemplarische Darstellung im sozialen Netzwerk Facebook
8.1. Begründung der Textauswahl
8.2. Vorgehensweise
8.2.1. Erste Phase – Die Dramenfiguren erwachen zum (virtuellen) Leben & Facebook-Gruppen als virtuelle Orte
8.2.2. Zweite Phase – Erstellung eines Drehbuchs und Aufführung
8.2.3. Dritte Phase – Reflexion
9. Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, dass die Integration sozialer Netzwerke wie Facebook in den Deutschunterricht einen didaktischen Mehrwert bieten kann. Die Arbeit untersucht, wie ein identitätsorientierter Literaturunterricht durch die Nutzung digitaler Kommunikationsformen bereichert werden kann und welche Potenziale für die Arbeit mit dramatischen Texten entstehen.
Konformität: die literarische Gattung des Dramas, identitätsorientierter Literaturunterricht und Facebook
Warum die literarische Gattung des Dramas für eine Inszenierung im sozialen Netzwerk Facebook so gut geeignet ist, kann zunächst ganz banal darauf zurückgeführt werden, „dass ein Drama auf seine Transformation in eine […] [A]ufführung hin konzipiert ist, dass also das Drama kein reiner Lesertext ist, sondern auch und gerade als Schauspiel sein Publikum findet“ (Paule, 2010: 159). Eine nicht auf den ersten Blick erschließbare Begründung für das Zusammenbringen des sozialen Netzwerks und des Dramas wird unter Betrachtung des Kommunikationsaspekts deutlich: Während Facebook besonders auf Selbstinszenierung und Kommunikation zwischen Menschen abzielt (vgl. Abschnitt 2), „[repräsentiert] [d]asDrama[…] die grundlegende gesellschaftliche Kommunikationsform des Menschen: seine dialogische Existenz“ (Pfeiffer, 2010: 59, Hervorhebung im Original). Im Gegensatz zur Sprechsituation in narrativen Texten fehlt dem Dramentext das „vermittelnde Kommunikationssystem“ (Pfister, 2001: 22), der Erzähler, was zur Folge hat, dass monologische und dialogische Figurenrede im Drama vorherrschen (ebd.: 23). „Figurenrede, und vor allem dialogische Figurenrede, ist somit die sprachliche Grundform dramatischer Texte“ (ebd.), welche – aufgrund des fehlenden Erzählers im Gegensatz zu narrativen Textformen – einfacher in ein System übertragen werden kann, das selbst mitunter auf dialogische (zum Beispiel in Form des Chats) Kommunikationsformen ausgerichtet ist.Neben diesem Charakteristikum muss dem Dramentext auch die „Plurimedialität der Textpräsentation“ (ebd.: 24) zugeschrieben werden. Diese „Mehrschichtigkeit“ des Dramentextes (ebd.: 25) ergibt sich aus der Textschicht des „sprachlich manifestierte[n] Text[es]“ (ebd.) und seiner „szenische[n] Komponente der Bühnenaufführung“ (ebd.), die sich „auch außersprachlich-akustischer und optischer Codes“ bedient (ebd.:24f). Solche außersprachlichen Codes sind „selbst bei der werkgetreuesten Inszenierung immer gegeben, da der plurimediale Text in seiner physischen Konkretheit immer einen Überschuß [sic!] an Informationen gegenüber dem literarischen Textsubstrat einbringt“ (ebd.: 25). Diese Informationen können ihren Ursprung einerseits im Nebentext des Dramas, also den „sprachliche[n] Textsegmente[n] [...], die in der Bühnenrealisierung nicht gesprochen manifestiert werden“ haben (ebd.: 35).
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet das Vorhaben, soziale Netzwerke als sinnvolles Medium im Deutschunterricht zu etablieren und ordnet die Arbeit in den bildungspolitischen Kontext ein.
2. Soziale Netzwerke – Definition, Funktionen und Eigenschaften: Dieses Kapitel definiert soziale Netzwerke als netzwerkbasierte Kommunikationsplattformen und beleuchtet zentrale Funktionen wie Identitätsmanagement und Netzwerkawareness.
3. Zum Medienumgang Jugendlicher – eine Auswahl der JIM-Studie 2013: Es wird der Medienalltag von Jugendlichen skizziert, wobei die hohe Bedeutung von Online-Communities für die alltägliche Kommunikation und Freizeitgestaltung hervorgehoben wird.
4. Gründe für die Beliebtheit sozialer Netzwerke: Das Kapitel erläutert die psychologischen und sozialen Beweggründe für die intensive Nutzung sozialer Netzwerke durch Jugendliche.
5. Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Medienbildung und Einstellungen zur Bildung mit sozialen Netzwerken: Die staatlichen Vorgaben und Empfehlungen zur Medienbildung in Bayern werden analysiert und kritisch hinterfragt.
6. Datenschutz und Privatsphäre: Das Kapitel behandelt die datenschutzrechtliche Problematik sozialer Netzwerke und die subjektive Wahrnehmung von Privatsphäre durch Jugendliche.
7. Facebook – Potenzial für eine unterrichtliche Nutzung: Es werden didaktische Potenziale und Voraussetzungen diskutiert, um Facebook sinnvoll in den Literaturunterricht zu integrieren.
8. Friedrich Schillers Kabale und Liebe – exemplarische Darstellung im sozialen Netzwerk Facebook: Dieses Kernkapitel stellt ein konkretes Unterrichtsprojekt dar, in dem das Drama durch die Schüler im sozialen Netzwerk inszeniert wird.
9. Ausblick: Der Ausblick fasst die Ergebnisse zusammen und fordert dazu auf, die Möglichkeiten digitaler Medien statt nur deren Risiken für den Unterricht zu prüfen.
Facebook, Soziale Netzwerke, Deutschunterricht, Literaturunterricht, Kabale und Liebe, Identitätsorientierung, Medienkompetenz, Digital Natives, Drameninszenierung, Identitätsmanagement, Datenschutz, JIM-Studie, Produktionsorientierter Unterricht, Jugendliche, Online-Communities
Die Arbeit untersucht, wie soziale Netzwerke, insbesondere Facebook, didaktisch sinnvoll als Medium in den Literaturunterricht integriert werden können.
Das Projekt nutzt Friedrich Schillers bürgerliches Trauerspiel „Kabale und Liebe“ für eine exemplarische Darstellung in einem sozialen Netzwerk.
Das Ziel ist es, Literaturunterricht durch produktionsorientierte Verfahren schülerorientiert zu gestalten und die Identitätsbildung durch die Auseinandersetzung mit Dramenfiguren im virtuellen Raum zu fördern.
Die Arbeit stützt sich auf aktuelle fachdidaktische Literatur, Medienstudien (JIM-Studie) sowie die Auswertung von Bildungsstandards und Leitfäden zur Medienbildung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einbettung der Mediennutzung und eine detaillierte Ausarbeitung einer Unterrichtssequenz zur Drameninszenierung.
Zentrale Begriffe sind Identitätsorientierter Literaturunterricht, Medienkompetenz, Produktionsorientierung und die spezifische mediale Transformation dramatischer Texte.
Die Privatsphäre ist ein kritisches Thema; die Arbeit thematisiert den Schutz persönlicher Daten und empfiehlt, bei der Arbeit mit Facebook datenschutzbewusste Einstellungen und ggf. fiktive Accounts zu nutzen.
Die Schüler übernehmen im Projekt die Rollen der Dramenfiguren, erstellen virtuelle Profile und entwickeln ein Drehbuch, um das Drama interaktiv in Facebook-Gruppen nachzuspielen.
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