Examensarbeit, 2014
37 Seiten
1. Einführung
2. Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS)
2.1 Definition
2.2 Funktionsweise des auditiven Systems
2.3 Beispiele von Teilleistungen auditiver Verarbeitung und Wahrnehmung sowie ihre möglichen Auswirkungen auf das Lernen
2.4 Auswahl einer Diagnostik und Förderung von AVWS an der IGS
3. Darstellung einer Fördereinheit für Schülerinnen und Schüler mit AVWS an der IGS
3.1 Auswahl der Schülerinnen und Schüler
3.2 Durchführung der Diagnostik und Therapieablauf
3.3 Problemstellung und Diagnose der Fördersequenz
3.3.1 S 1 (weiblich, 12 Jahre)
3.3.2 S 2 (weiblich, 12 Jahre)
3.3.3 S 3 (männlich, 12 Jahre)
3.3.4 S4 (männlich, 13 Jahre)
3.4 Verlauf der Fördereinheit mit dem Therapiematerial „The Voice“
3.6 Auswertung
3.6.1 Entwicklungen S1
3.6.2 Entwicklungen S2
3.6.3 Entwicklungen S3
3.6.4 Entwicklungen S4
4. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob ein gezieltes Förderprogramm für Schülerinnen und Schüler mit Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) im Schulalltag an einer Integrierten Gesamtschule (IGS) erfolgreich durchgeführt werden kann, um individuelle Lernfortschritte zu ermöglichen.
2.3 Beispiele von Teilleistungen auditiver Verarbeitung und Wahrnehmung sowie ihre möglichen Auswirkungen auf das Lernen
Vorausgeschickt werden kann, dass die Teilleistung der auditiven Aufmerksamkeit als eine Basisfunktion für den gesamten angesprochenen Bereich gelten kann. Sie stellt die Fähigkeit dar, sich auditiven Reizen zuzuwenden und diese bewusst wahrzunehmen. Wie von Kesper beschrieben können Kinder mit Störungen in diesem Bereich sich weder kurz noch langfristig auf auditive Reize wie z.B. Sprache konzentrieren. Als Reaktion darauf schweifen sie mit ihren Gedanken ab, scheinen zu träumen oder stören den Unterricht durch unruhiges Verhalten. Hier wird die Nähe zu Nachbarstörungen wie ADHS oder ADS deutlich. Eine AVWS kann in Zusammenhang mit ADHS/ADS vorkommen, muss jedoch nicht. Bei einem Verdacht sollte dies von Fachleuten abgeklärt werden.
Ein Beispiel aus der Praxis: Auf die Anweisung „Gleich ist Pause. Räumt bitte eure Stifte weg, schließt die Mappe und hört mir zu.“ Räumt Schüler X seine Mappe weg und will den Raum verlassen, die Stifte liegen verstreut auf seinem Platz. Er wird aufgehalten und reagiert mit Unverständnis. Hier zeigt sich das Unvermögen, nacheinander eintreffende akustische Informationen für die Weiterverarbeitung zu speichern. Eine Störung in der Teilleistung des auditiven Gedächtnisses kann zu Problemen im Kopfrechnen, Schreiben von Diktaten, Auswendiglernen von Vokabeln/Gedichten, Mitschreiben von Notizen führen. Längere Informationen werden nur bruchstückhaft behalten und wiedergegeben, oft „dichten“ die Betroffenen etwas Sinngemäßes dazu, da wird aus einem Wort wie Springseil plötzlich streng sein.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Förderung individueller Stärken angesichts zunehmender Inklusion und identifiziert AVWS als einen oft übersehenen Förderbedarf bei Schülern mit Stagnation im Lernprozess.
2. Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS): Dieses Kapitel definiert AVWS interdisziplinär, erläutert die Funktionsweise des auditiven Systems und beschreibt, wie spezifische Teilleistungsstörungen das schulische Lernen und Sozialverhalten beeinträchtigen können.
3. Darstellung einer Fördereinheit für Schülerinnen und Schüler mit AVWS an der IGS: Das Hauptkapitel beschreibt die Auswahl einer Schülergruppe, die methodische Durchführung der Diagnostik und Therapie mit dem Material „The Voice“ sowie die individuelle Entwicklung der vier beteiligten Kinder.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt die Effektivität des gewählten Förderprogramms im Schulalltag und unterstreicht die Bedeutung der Lehrerreflexion für eine verbesserte auditive Lernumgebung.
AVWS, Auditive Verarbeitungsstörung, Wahrnehmungsstörung, Fördereinheit, The Voice, Diagnostik, Auditive Aufmerksamkeit, Auditives Gedächtnis, Dichotisches Hören, Schulisches Lernen, Teilleistungsschwächen, Inklusion, Lehrerverhalten, Förderplanung, Lernfortschritt.
Die Arbeit befasst sich mit der Durchführung und Evaluation einer Fördersequenz für Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse, die von Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) betroffen sind.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des auditiven Systems, die Diagnostik von AVWS, die praktische Anwendung des Therapiematerials „The Voice“ und die Auswirkungen auf das Lern- und Sozialverhalten der Kinder.
Das Ziel ist zu prüfen, ob sich eine gezielte AVWS-Förderung effektiv und ohne übermäßigen zeitlichen Aufwand in den normalen Schulalltag einer Integrierten Gesamtschule integrieren lässt.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus standardisierten Diagnoseverfahren (Testmaterial „The Voice“), Lehrerbeobachtungsbögen und qualitativen Schülerselbstbeurteilungen, um Fortschritte messbar zu machen.
Der Hauptteil dokumentiert die konkrete Auswahl der Schülerinnen und Schüler, den Ablauf der täglichen Trainingssequenzen sowie die detaillierte Auswertung der Entwicklungen jedes einzelnen Kindes.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie AVWS, Diagnostik, auditive Aufmerksamkeit, auditives Gedächtnis, Schulförderung und Lehrerreflexion geprägt.
Es wurde gewählt, weil es die relevanten auditiven Teilleistungen abdeckt, ohne lange Einarbeitung durch Pädagogen anwendbar ist und in den „offenen Anfang“ des Schultages passt.
Die Untersuchung zeigt, dass neben dem speziellen Training auch eine reflektierte Lehrersprache – wie deutliches Sprechen und die Reduzierung von Störgeräuschen – wesentlich zu einer klareren auditiven Atmosphäre beiträgt.
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