Bachelorarbeit, 2009
28 Seiten, Note: 5
1. Einleitung
2. Der Goldene Zweig
3. Wittgensteins Bemerkungen
3.1 Die Idee des Symbolismus und die Sprache
4. Reaktionen auf Wittgensteins Bemerkungen
4.1 Magie und Metaphysik
4.2 Wittgensteins implizierter Anthropologismus
5. Schlussbemerkungen
6. Bibliographische Angaben
6.1 Verwendete Literatur
6.2 Weiterführende Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht Ludwig Wittgensteins kritische Auseinandersetzung mit dem Werk "The Golden Bough" von Sir James Frazer. Das Ziel ist es, Wittgensteins philosophische Einwände gegen Frazers genetisch-kausalen Ansatz in der Anthropologie zu analysieren und die geschichts-philosophischen Implikationen dieser Kritik herauszuarbeiten.
3. Wittgensteins „Bemerkungen über Frazers The Golden Bough“
Im Jahr 1929 kehrte Wittgenstein nach Cambridge zurück um neue philosophische Thesen auszuarbeiten. Anfang 1930 wurden ihm Teile von The Golden Bough vorgelesen. Im Sommer 1930 schrieb er seine Bemerkungen über Frazers Werk von Hand nieder, um sie ein Jahr später einem Schreiber zu diktieren. Die meisten dieser Notizen flossen mit in sein Manuskript ein, an dem er von 1930 bis 1932 arbeitete. Diese Schrift war eine von vielen Vorarbeiten, das zu erschaffen, was später unter dem Namen Philosophische Untersuchungen 1953 postum veröffentlicht werden sollte.
Wittgenstein war bereits wieder nach Cambridge zurückgekehrt und hatte seine Tätigkeit wieder aufgenommen, als er eine Begegnung mit einem italienischen Ökonomen hatte, die ihn dazu veranlasste, seine bisherigen Theorien betreff der Sprache und der Logik neu zu überdenken, die Sprache stärker als Bestandteil der menschlichen Art, und nicht so sehr als Gegenstand der Logik zu betrachten. Diese neue Herangehensweise, der Miteinbezug des praktischen Aspektes der Sprache, hat Wittgenstein vielleicht dazu veranlasst, sich ein Jahr später von Dr. Drury aus The Golden Bough vorlesen zu lassen.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in Frazers "The Golden Bough" als anthropologisches Standardwerk ein und skizziert Wittgensteins späteres Interesse an dessen rituellen Beschreibungen.
2. Der Goldene Zweig: Der Text beleuchtet die Entstehungsbedingungen von Frazers Werk sowie dessen wissenschaftshistorischen Kontext im viktorianischen Zeitalter.
3. Wittgensteins Bemerkungen: Hier wird der Entstehungsprozess von Wittgensteins Kommentaren zu Frazer dargelegt und der Übergang seiner Sprachphilosophie zu einem praktischen Verständnis menschlicher Lebensformen beschrieben.
3.1 Die Idee des Symbolismus und die Sprache: Dieser Abschnitt analysiert, wie Wittgenstein magische Praktiken nicht als Irrtümer, sondern als symbolische Handlungen begreift.
4. Reaktionen auf Wittgensteins Bemerkungen: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene kritische Positionen zur Wittgenstein-Frazer-Debatte.
4.1 Magie und Metaphysik: Der Autor diskutiert hier Thomas De Zengotitas Interpretation, die den Fokus auf die rituelle Tiefe und Sprache legt.
4.2 Wittgensteins implizierter Anthropologismus: Hier wird die Kritik von Rudich und Stassen behandelt, die Wittgenstein eine verkappte anthropologische Theorie vorwerfen.
5. Schlussbemerkungen: Der Autor resümiert, dass Wittgensteins rein deskriptiver Ansatz zwar wertvoll für die Interpretation, jedoch im Vergleich zu wissenschaftlichen Theorien erkenntnistheoretisch anders zu gewichten ist.
6. Bibliographische Angaben: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
6.1 Verwendete Literatur: Verzeichnis der direkt in der Arbeit zitierten Quellen.
6.2 Weiterführende Literatur: Zusätzliche Literaturquellen zur vertiefenden Auseinandersetzung mit der Thematik.
Wittgenstein, Frazer, The Golden Bough, Anthropologie, Magie, Riten, Sprachphilosophie, Lebensform, Symbolismus, Epistemologie, Hermeneutik, Religion, Beltane-Fest, Wissenschaftstheorie, Deskription.
Die Arbeit analysiert die philosophische Auseinandersetzung Ludwig Wittgensteins mit dem anthropologischen Werk "The Golden Bough" von Sir James Frazer und bewertet die Kritik an Frazers Vorgehensweise.
Die zentralen Felder sind die Differenz zwischen magischem und wissenschaftlichem Denken, das Verständnis von Ritualen als Ausdruck von Lebensformen und die Rolle der Sprache in der Philosophie.
Das Ziel ist es, Wittgensteins Ansicht aufzuzeigen, dass Rituale keine "irrtümlichen Theorien" sind, sondern symbolische Praktiken, die keiner wissenschaftlichen Erklärung bedürfen.
Es handelt sich um eine philosophische Analyse, die bestehende Interpretationen (De Zengotita, Rudich & Stassen) heranzieht und diese kritisch gegenüberstellt.
Der Hauptteil behandelt die Entstehungsgeschichte der Werke, Wittgensteins spezifische Einwände gegen Frazers Kausal-Ansatz und die Diskussion darüber, ob Wittgensteins eigene Kritik wiederum eine implizite Theorie bildet.
Magie, Wissenschaft, Ritus, Sprache, Symbolismus, Wittgenstein, Frazer, Deskription, Anthropologie.
Wittgenstein sah in Frazers Versuch, Rituale als falsche wissenschaftliche Hypothesen zu erklären, ein Missverständnis der Natur menschlicher Handlungen, da Rituale eher Ausdruck von Wünschen und Lebenshaltungen sind.
Das Beltane-Fest dient als konkretes Beispiel, anhand dessen Wittgenstein aufzeigt, dass historische Erklärungen über die Entstehung von Bräuchen spekulativ bleiben und die Tiefe des Ritus im Nachvollzug statt in einer Hypothese liegt.
Ja, unter anderem von Rudich und Stassen, die argumentieren, dass Wittgenstein in seiner Kritik an der Anthropologie selbst eine implizite anthropologische Theorie aufstellt und den kulturübergreifenden Vergleich vernachlässigt.
Der Autor stimmt Wittgensteins Sichtweise zur Eigenständigkeit der Magie zu, betont jedoch, dass wissenschaftliche Theorien aufgrund ihrer Falsifizierbarkeit eine andere, durchaus wichtige Ebene der Erkenntnis bieten als bloße deskriptive Beschreibungen.
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