Bachelorarbeit, 2012
68 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Zu Aspekten des Volksmärchens
2.1 Entstehung und Entwicklung der KHM
2.2 Die erzieherisch angelegte Überarbeitung der KHM durch Wilhelm Grimm und sein Bild von Gut und Böse
2.3 Struktur und Aufbau von Volksmärchen
2.4 Funktion des Märchens
3. Das bürgerliche Frauenideal in Spätromantik und Biedermeier
4. Analysen der Märchen
4.1 Frau Holle
4.1.1 Struktur und Frauenfiguren
4.1.2 Das Frauenbild in Frau Holle
4.2 Aschenputtel
4.2.1 Struktur und Frauenfiguren
4.2.2 Das Frauenbild in Aschenputtel
4.3 Die drei Männlein im Walde
4.3.1 Struktur und Frauenfiguren
4.3.2 Das Frauenbild in die Die drei Männlein im Walde
5. Schlusswort
Gegenstand dieser Arbeit ist die Analyse der weiblichen Hauptfiguren in ausgewählten Märchen der Kinder- und Hausmärchen (KHM) der Brüder Grimm, um zu untersuchen, mit welchen Eigenschaften diese dargestellt werden, ob sie moralische Botschaften vermitteln und inwiefern sie das bürgerliche Frauenideal des 19. Jahrhunderts widerspiegeln.
Das bürgerliche Frauenideal in Spätromantik und Biedermeier
Die Ausgabe letzter Hand der KHM stammt aus der Zeit der Spätromantik und des Biedermeier. Während in der Romantik, der „Zeit der materiell anspruchslosen, gesellschaftlich lässigen Salons“ Frauen am öffentlichen Leben rege teilnehmen, werden die bürgerlichen Frauen zur Zeit der Spätromantik und des Biedermeier auf Privatsphäre und Häuslichkeit beschränkt. Ein neues gesellschaftliches Bewusstsein keimt auf, welches sich unter anderem in der verschämten Sexualität des 19. Jahrhunderts bemerkbar macht. Bei der Erziehung der Jungen und Mädchen wird deutlich unterschieden. Mädchen aus adligem Haus bekommen gerade so viel Bildung um zu wissen, „daß Amsterdam noch in Europa liegt“.
In der bürgerlichen Gesellschaft ist die Rollenverteilung klar strukturiert und bindet die Frauen an das Haus. Gesellschaftlich nehmen sie eher eine Randposition ein. In den Unterschichten ist diese Beschränkung der Frauen allein auf Hausarbeit aus finanziellen Gründen nicht möglich. Hier arbeiten alle fähigen Familienmitglieder im produktiven Bereich. Das Ideal der Frau ändert sich mit Beginn des Biedermeier zu einem Typ Frau, der komplett der Familie und deren Gedeihen verschrieben ist. Ihre Aufgaben sind dabei das Putzen des Hauses, die Erziehung der Kinder, Kochen und Backen, Einmachen und Konservieren, Nähen und Stopfen, Häkeln und Handarbeiten. Die Frau zeichnet sich besonders durch Tugenden wie Fleiß, Gehorsam, Sittsamkeit und Sparsamkeit aus. Das Ziel dieser Erziehung ist eine angemessene Heirat. Die bürgerliche Frau verlässt das Elternhaus und eröffnet mit ihrem Ehemann einen eigenen Haushalt. Somit schließt sich der Kreis. Sie ist jetzt als Ehefrau, Hausfrau und Mutter der Mittelpunkt ihrer eigenen Familie.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung zur Darstellung und Funktion weiblicher Hauptfiguren in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ein.
2. Zu Aspekten des Volksmärchens: Hier wird die gattungsgeschichtliche Entwicklung der Märchensammlung und deren didaktische Überarbeitung durch Wilhelm Grimm analysiert sowie Max Lüthis strukturelle Theorie angewandt.
3. Das bürgerliche Frauenideal in Spätromantik und Biedermeier: Das Kapitel beleuchtet die historisch-gesellschaftliche Rolle der Frau sowie das Mutterbild im 19. Jahrhundert als Kontext für die Märchenanalyse.
4. Analysen der Märchen: In diesem Hauptteil werden Frau Holle, Aschenputtel sowie Die drei Männlein im Walde hinsichtlich Struktur, Figuren und Frauenbild detailliert untersucht.
5. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die weiblichen Figuren stark an bürgerlichen Idealen ausgerichtet sind und das Märchen eine moralische Kategorisierung in richtig und falsch vornimmt.
Kinder- und Hausmärchen, Brüder Grimm, Wilhelm Grimm, Volksmärchen, Frauenbild, Biedermeier, Mädchengestalten, Heldinnen, Moral, Didaktik, Max Lüthi, Geschlechterdiskurs, Frau Holle, Aschenputtel, Die drei Männlein im Walde
Die Arbeit analysiert die Darstellung und Funktion von weiblichen Hauptfiguren in ausgewählten Märchen der Brüder Grimm vor dem Hintergrund des bürgerlichen Frauenideals des 19. Jahrhunderts.
Zu den zentralen Themen gehören die Entstehungsgeschichte der KHM, die didaktische Überarbeitung durch Wilhelm Grimm, die Struktur von Volksmärchen sowie die gesellschaftliche Rolle der Frau in Romantik und Biedermeier.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Kontrahentinnen (Heldin und Unheldin) in den Märchen beschrieben werden, warum dies geschieht und welche moralischen Botschaften durch diese Darstellung vermittelt werden.
Die Arbeit verwendet einen literaturwissenschaftlichen Ansatz, der gattungsgeschichtliche Aspekte mit einer figurenanalyse verbindet und sich dabei stark an der Theorie von Max Lüthi orientiert.
Der Fokus liegt auf der detaillierten Textanalyse von Frau Holle, Aschenputtel und Die drei Männlein im Walde im Hinblick auf Struktur, Figurenkonstellation und die Vermittlung bürgerlicher Tugenden.
Wichtige Begriffe sind Kinder- und Hausmärchen, Frauenideal, moralische Erziehung, Polarisierung (Gut vs. Böse), Fleiß und Gehorsam.
Diese Fassung wurde gewählt, da sie die vollständigste Sammlung der Grimms darstellt und die Märchen in dieser Form am häufigsten rezipiert wurden.
Die Stiefmutter wird als Symbol für die Abweichung vom bürgerlichen Mutterideal dargestellt, wobei Wilhelm Grimm diese Figur gezielt einsetzte, um das moralische Verhalten der anderen Figuren in den Vordergrund zu rücken.
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