Bachelorarbeit, 2013
79 Seiten, Note: 1,5
1 EINLEITUNG
1.1 Vorstellung des Forschungsfeldes und der Forschungsfragen
1.2 Methoden der Arbeit
1.3 Gliederung
2 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN
2.1 Lebensqualität
2.1.1 Kerndimensionen nach Schalock & Verdugo
2.1.2 Objektive Wohlfahrt und subjektives Wohlbefinden nach Allardt
2.1.3 Wohlfahrtskonstellationen nach Zapf
2.1.4 Subjektive Lebensqualität
2.1.5 Zufriedenheit
2.1.6 Besonderheiten der Lebensqualitätskonzepte
2.2 Geistige Behinderung und Psychosoziale Dimension
2.2.1 Medizinische Klassifizierung
2.2.2 Psychodynamische Relation
2.2.3 Behinderung und Stigma
2.2.4 Systemtheoretischer Kontext
2.2.5 Behinderung im Bio-Psycho-Sozialen Modell
2.2.6 Kritische Ansätze und deren Bedeutung
2.3 Wohnheim
2.3.1 Wohnform ‚Wohnheim’ in der Praxis
2.3.2 Kritik an der Wohnform
2.3.2.1 Das Wohnheim als totale Institution nach Goffman
2.3.2.2 Das Wohnheim für Menschen mit Behinderung aus der Sicht der Eltern
2.3.3 Gruppenwohnen
2.3.4 Örtliche Besonderheiten und der Begriff „Wohnstätte“
3 METHODOLOGISCHER BEZUGSRAHMEN
3.1 Erhebung
3.1.1 Fragenleitfaden für Bewohner
3.1.2 Fragenleitfaden für Betreuer
3.1.3 Beschreibung der Durchführung der Interviews
3.1.3.1 Eigene Rolle als Interviewer
3.1.3.2 Ablauf der Befragungen
3.2 Aufbereitung und Auswertung
4 DARSTELLUNG UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
4.1 Ergebnisse Befragungstandem X/V
4.2 Ergebnisse Befragungstandem Y/W
4.3 Theorieabgleich und Verdichtung der Ergebnisse
5 FAZIT
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Lebensqualität von Menschen mit geistiger Behinderung in einer stationären Wohneinrichtung unter Berücksichtigung von Inklusions- und Teilhabeaspekten zu untersuchen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die qualitative Erhebung der Sichtweisen von betroffenen Klienten sowie deren Betreuern, um subjektive Einschätzungen und professionelle Bewertungen zur Lebensqualität in der Behindertenhilfe vergleichbar zu machen.
2.3.2.1 Das Wohnheim als totale Institution nach Goffman
Wohnheime gehören neben anderen Einrichtungen, wie zum Beispiel Anstalten und Krankenhäusern, zu den Prototypen einer stationären Form der Unterbringung, in dessen Bereich auch die atypischen modernen „Anbauten“ dieser Unterbringungsform für Menschen mit „geringerer Betreuungsintensität“ fallen, wie beispielsweise Außenwohngruppen oder (nicht ambulantes) betreutes Wohnen. Mit einem kritischen Blick haben Wohnheime für Menschen mit Behinderung je nach Ausprägung das Potential in Goffmans Modell der „totalen Institution“ aufzugehen. Unter totaler Institution versteht er eine Unterform der sozialen Institutionen (zum Beispiel Räume, Wohnungen, Gebäude oder Betriebe), in welchen regelmäßig eine bestimmte Tätigkeit ausgeübt wird. Totale Institutionen unterscheiden sich demnach in Bezug auf Kriterien wie zum Beispiel Zugänglichkeit, Zielsetzung und Umfänglichkeit von normalen sozialen Institutionen. Bezogen auf diese letztgenannten Aspekten seien totale Institutionen Extremfälle, da sie durch „Beschränkungen des sozialen Verkehrs mit der Außenwelt“ einen “allumfassenden oder totalen Charakter“ annähmen, während soziale Institutionen nur einen Teil des Lebens beanspruchten. Der Einzelne erfahre, so Goffman, in solchen totalen Institutionen unter Anderem eine Beschränkung seiner Selbst und unterstehe Rationalisierungsprozessen mit demoralisierender und herabwürdigender Wirkung, die das Ziel hätten, „den Tagesablauf einer großen Zahl von Menschen auf beschränktem Raum und mit geringem Aufwand an Mitteln zu überwachen“.
1 EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik der Lebensqualität von Menschen mit geistiger Behinderung unter dem Aspekt der UN-Behindertenrechtskonvention sowie Vorstellung der Forschungsfragen.
2 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN: Wissenschaftliche Fundierung der Begriffe Lebensqualität, geistige Behinderung sowie stationäres Wohnen anhand relevanter fachwissenschaftlicher Modelle.
3 METHODOLOGISCHER BEZUGSRAHMEN: Detaillierte Darstellung des Forschungsdesigns, insbesondere der Durchführung leitfadengestützter Tandem-Interviews mit Klienten und Betreuern.
4 DARSTELLUNG UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE: Präsentation der Interviewergebnisse in Bezug auf Schlüsselkategorien wie emotionales Wohlbefinden, Selbstbestimmung und soziale Beziehungen inklusive eines Theorieabgleichs.
5 FAZIT: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen sowie Diskussion der Erkenntnisse hinsichtlich der Anwendbarkeit qualitativer Forschung in diesem Feld.
Lebensqualität, Geistige Behinderung, Wohnheim, Qualitative Forschung, Tandem-Befragung, Selbstbestimmung, Teilhabe, Inklusion, Wohnstätte, Soziale Arbeit, Betreuer, Ergebnisqualität, Behindertenhilfe, stationäres Wohnen, Alltagserleben.
Die Bachelorarbeit untersucht die Lebensqualität von Menschen mit geistiger Behinderung, die in einer speziellen Wohneinrichtung stationär leben, unter Einbeziehung sowohl der Nutzer als auch deren Betreuer.
Die Themenfelder umfassen theoretische Konzepte zur Lebensqualität, die Auswirkungen institutionalisierten Wohnens auf die Autonomie sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Inklusion und Selbstbestimmung.
Das Ziel ist es, subjektive Einschätzungen zur Lebensqualität und Zufriedenheit zu erheben und zu hinterfragen, inwieweit diese durch institutionelle Rahmenbedingungen beeinflusst werden.
Es wird ein qualitativer Ansatz verfolgt, der in Form von leitfadengestützten Interviews durchgeführt wurde, wobei ein sogenanntes „Tandem-Design“ (Befragung von Bewohner und Betreuer) zum Einsatz kam.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Begriffe, die methodische Reflexion der Untersuchung und die anschließende Analyse und Interpretation der gewonnenen Interviewdaten.
Lebensqualität, Geistige Behinderung, stationäres Wohnen, Selbstbestimmung und qualitative Forschung sind die tragenden Begriffe der Arbeit.
Die Analyse zeigt Divergenzen in der Wahrnehmung: Während Betreuer oft pädagogische Konzepte und „Alltagsbegleitung“ im Fokus haben, betonen Bewohner häufig konkrete Einschränkungen ihrer Freiheit oder Bedürfnisse wie den Wunsch nach mehr Privatsphäre.
Die Untersuchung macht deutlich, dass viele Bewohner institutionelle Regeln (z.B. Essenszeiten, Mitbestimmung) als einschränkend empfinden und einige den Aufenthalt sogar als Zwangsmaßnahme erleben, was mit Goffmans Konzept der „totalen Institution“ korrespondiert.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Tandem-Befragungen bei ausreichendem Sprachvermögen der Klienten wertvolle Einblicke bieten, jedoch eine hohe Sensibilität für das Machtgefälle zwischen Betreuer und Bewohner erfordern.
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