Bachelorarbeit, 2013
45 Seiten, Note: 1,3
1. Kontext
2. Intervention
2.1 Content and Language Integrated Learning (CLIL)
2.2 Evaluation von CLIL-Maßnahmen
3. Methodik
3.1 Das Rubin Causal Model als methodische Grundlage
3.1.1 Definition des kausalen Effektes der CLIL-Maßnahme
3.1.2 Kausale Effekte in randomisierten Studien
3.1.3 Kausale Effekte in nichtrandomisierten Studien
3.2 Interne Validität
3.2.1 Die Stable Unit Treatment Value Assumption (SUTVA)
3.2.2 Verzerrung und Konfundierung
4. Einbezug der Fallstudien
4.1 Kontext und Methodik der Fallstudie Jexenflicker (2009), Dalton-Puffer (2010)
4.1.1 Ergebnisse der Fallstudie Jexenflicker (2009), Dalton-Puffer (2010)
4.1.2 Schlussfolgerung und Validität der Fallstudie Jexenflicker (2009), Dalton-Puffer (2010)
4.2 Kontext und Methodik der Fallstudie Ruiz de Zarobe (2008)
4.2.1 Ergebnisse der Fallstudie Ruiz de Zarobe (2008)
4.2.2 Schlussfolgerung und Validität der Fallstudie Ruiz de Zarobe (2008)
4.3 Kontext und Methodik der Fallstudie Gregorczyk (2012)
4.3.1 Ergebnisse der Fallstudie Gregorczyk (2012)
4.3.2 Schlussfolgerung und Validität der Fallstudie Gregorczyk (2012)
4.4 Kontext und Methodik der Fallstudie Várkuti (2010)
4.4.1 Ergebnisse der Fallstudie Várkuti (2010)
4.4.2 Schlussfolgerung und Validität der Fallstudie Várkuti (2010)
5. Ausblick und Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von CLIL-Maßnahmen (Content and Language Integrated Learning) anhand ausgewählter empirischer Fallstudien, um festzustellen, ob sich das Erlernen einer Fremdsprache durch den bilingualen Unterricht verbessert, ohne dabei den Erwerb von Sachfachkenntnissen negativ zu beeinflussen.
3.1 Das Rubin Causal Model als methodische Grundlage
Bei der Überprüfung der Wirksamkeit des CLIL-Unterrichts eignet sich das Kausalmodell möglicher Ergebnisse von Donald Rubin. Das Modell ist bekannt unter dem Namen Rubin Causal Model (RCM), welches zur Analyse des kausalen Effektes einer unabhängigen Variablen (UV) auf eine abhängige Variable (AV) dient. D. h. inwieweit sind die Ergebnisse in der L2 und dem unterrichteten Schulfach kausal auf den CLIL-Unterricht zurückzuführen. Die größte Schwierigkeit bei der Beurteilung der Kausalität stellt die Tatsache dar, dass jedes Individuum nur eine Existenz hat. Grundidee des RCM ist jedoch, dass jedes Individuum potenziell zwei verschiedene Ergebnisvariablen annehmen kann, aufgrund der einmaligen Existenz jedoch nur eine annimmt.
Paul W. Holland, Mitbegründer des RCM, bezeichnet diese Tatsache als „Fundamental Problem of Causal Inference“ (Holland 1986: 947). Da es unmöglich ist, Auswirkungen einer Maßnahme auf ein und dieselbe Person unter Teilnahme als auch unter Nicht-Teilnahme zu beobachten, fehlen die kontrafaktischen Daten. Bei jedem CLIL-Unterricht kann somit zwar auf individueller Ebene faktisch jede Schülerleistung beurteilt werden, aber nicht kontrafaktisch. Somit sind kausale Rückschlüsse auf individueller Ebene nicht möglich und der Maßnahme kann keine Wirkung zugeschrieben werden. Um dennoch einen kausalen Effekt aus den Differenzen der Ergebnisvariablen für den faktischen und kontrafaktischen Fall zu erhalten, werden in den Studien durchschnittliche kausale Effekte von Gruppen betrachtet. Diese Vorgehensweise beschreibt Holland als „statistische Lösung“ des Problems (vgl. Holland 1986: 947). Hierfür wird stets eine Teilnehmergruppe (CLIL) und Kontrollgruppe bzw. Vergleichsgruppe (NonCLIL) gebildet.
1. Kontext: Beschreibt die zunehmende Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen in Europa und die bildungspolitische Zielsetzung der Europäischen Union zur Förderung der Mehrsprachigkeit.
2. Intervention: Erläutert das Konzept des bilingualen Unterrichts (CLIL) als Methode, um Fachinhalte und Fremdsprachenerwerb zu verknüpfen, und diskutiert die Herausforderungen der externen Evaluation.
3. Methodik: Führt das Rubin Causal Model als analytischen Rahmen ein und erläutert die Bedeutung von interner Validität sowie die Anforderungen an Vergleichsgruppen.
4. Einbezug der Fallstudien: Analysiert vier spezifische empirische Studien (Jexenflicker, Ruiz de Zarobe, Gregorczyk, Várkuti) unter Anwendung der zuvor definierten methodischen Kriterien.
5. Ausblick und Schlussfolgerung: Synthetisiert die Ergebnisse der Fallstudien, diskutiert die methodischen Limitationen der CLIL-Forschung und plädiert für künftige randomisierte Studien.
CLIL, Content and Language Integrated Learning, Rubin Causal Model, Interne Validität, Kausaler Effekt, SUTVA, Fremdsprachenerwerb, Bilingualer Unterricht, Empirische Fallstudien, Selektionseffekt, Bildungsforschung, Mehrsprachigkeit, Sprachkompetenz, Kontrafaktische Daten, Statistik.
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeitsprüfung von CLIL (Content and Language Integrated Learning) an europäischen Schulen unter Verwendung eines kausalanalytischen Modells.
Sie thematisiert die Verknüpfung von Fremdsprachenunterricht und Sachfachunterricht, methodische Ansätze zur Kausalitätsprüfung in der Bildungsforschung sowie die Evaluation bestehender Fallstudien.
Das Ziel ist die kritische Analyse, inwiefern CLIL-Unterricht tatsächlich kausale positive Effekte auf die Fremdsprachenkenntnisse und das Sachfachwissen von Schülern hat.
Die Autorin nutzt das Rubin Causal Model (RCM), um Daten aus verschiedenen nichtrandomisierten Fallstudien methodisch einzuordnen und auf ihre interne Validität zu prüfen.
Im Hauptteil werden vier konkrete Fallstudien aus Österreich, dem Baskenland, Polen und Ungarn detailliert dargestellt, hinsichtlich ihrer Ergebnisse ausgewertet und methodisch kritisiert.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kausalität, interne Validität, CLIL, statistisches Matching und Selektionseffekte gekennzeichnet.
Ein zentrales Problem ist die Selbstselektion der Teilnehmer, wodurch die Gruppen vor Beginn der Maßnahme bereits systematische Unterschiede aufweisen können, was die Kausalität der Ergebnisse erschwert.
Die SUTVA-Annahme (Stable Unit Treatment Value Assumption) ist entscheidend für die interne Validität, da sie voraussetzt, dass keine gegenseitige Beeinflussung der Schüler stattfindet und die Maßnahme für alle vergleichbar bleibt, was in der Praxis oft schwer einzuhalten ist.
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