Examensarbeit, 2015
161 Seiten, Note: 12
1. Einleitung
2. Grundlagen der Belastungs- und Stressforschung
2.1 Definition der Begrifflichkeiten
2.2 Die Begriffe „Stress“ und „Stressbewältigung“ und ihre theoretische Auseinandersetzung
2.2.1 Das allgemeine Adaptationssyndrom nach Selye (1936)
2.2.2 Die kognitive-transaktionale Stresstheorie nach Lazarus (1978)
2.2.3 Das Ressourcenmodell nach Hobfoll (1988)
2.3 AVEM – ein diagnostisches Verfahren zur Erfassung des beruflichen Bewältigungsverhaltens
2.3.1 Aufbau und Inhalt des Verfahrens
2.3.2 Musterverteilung im Lehrerberuf
3. Das Berufsbild von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst
3.1 Die allgemeinen Arbeitsanforderungen und schulorganisatorische Bedingungen des Lehrberufs
3.2 Aufbau und Ablauf des Vorbereitungsdienstes von Lehrkräften
3.2.1 Die Umsetzung in Hessen
3.2.2 Zentrale Anforderungen
4. Belastungen von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst
4.1 Berufsspezifische Belastungsmodelle
4.1.1 Modell des Lehrerstress nach Kyriacou & Sutcliffe (1978)
4.1.2 Rahmenmodell der Belastung und Beanspruchung nach Rudow(1994)
4.2 Belastungsfaktoren im Lehrerberuf
4.2.1 Faktoren auf der Organisationsebene
4.2.2 Faktoren auf der individuellen Ebene
4.2.3 Faktoren auf der Systemebene
5. Qualitativer forschungsmethodischer Ansatz und Erhebungsdesign
5.1 Methodische Grundlagen
5.2 Das Erhebungsinstrument: narratives leitfadengestütztes Interview
5.3 Der Dokumentations- und Auswertungsprozess
6. Dokumentation des Forschungsprozesses
6.1 Auswahl der interviewten Personen
6.2 Erhebung der arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmuster der interviewten Person
6.3 Aufbau und Ablauf der Interviews
7. Auswertung der Fallstudien
7.1 Fallstudie LiV-1
7.1.1 Vorbemerkung zur Fallstruktur
7.1.2 Belastungsfaktorenbezogene Auswertung des Interviews
7.2 Fallstudie LiV-2
7.2.1 Vorbemerkung zur Fallstruktur
7.2.2 Belastungsfaktorenbezogene Auswertung des Interviews
7.3 Fallstudie LiV-3
7.3.1 Vorbemerkung zur Fallstruktur
7.3.2 Belastungsfaktorenbezogene Auswertung des Interviews
7.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
8. Fazit
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht das Belastungsempfinden von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst (LiV). Ziel ist es, die spezifischen Faktoren zu identifizieren, die LiV als belastend, herausfordernd oder stressig wahrnehmen, und die Zusammenhänge zu analysieren, wie sich diese Belastungen in der zweiten Ausbildungsphase von denen berufserfahrener Lehrkräfte unterscheiden.
2.1 Definition der Begrifflichkeiten
Das Thema Belastung wurde in der fachwissenschaftlichen Literatur bereits ausgiebig diskutiert. Aus diesem Grund finden sich dort diverse Definitionen zum Thema Belastung. So besagt die Definition des Normenausschuss Ergonomie DIN 33 (1987) besagt, dass unter psychischen (psych.) Belastungen „die Gesamtheit der erfaßbaren Einflüsse, die von außen auf einen Menschen zukommen und auf ihn psychisch einwirken.“ zu verstehen sind. Diese Definition beruht auf den Ausführungen von Rohmert & Rutenfranz (1975, 8), die besagen, dass als Belastungen nur „objektive, von außen her auf den Menschen einwirkende Größen und Faktoren“ gelten sollten. Es wird demzufolge die äußere Komponente der Belastung betont, welche unabhängig vom Individuum auftritt. Der Belastungsbegriff soll entsprechend der von Rudow (1994) definierten Terminologie verwendet werden. Dieser bildet die Basis für das im weiteren Verlauf erläuterte und als Grundlage für die Arbeit dienende Rahmenmodell von Belastung und Beanspruchung. Rudow (vgl. 1994, 42) versteht unter Belastung all diejenigen körperlichen, geistigen und sozialen Anforderungen, die unabhängig vom Individuum existieren und eine potentielle Beanspruchung hervorrufen können. Als Beanspruchung wird demnach die subjektive Folge von Belastung sowie deren Auswirkungen im und auf den Menschen verstanden. Die DIN-Norm 33 (Normenausschuss Ergonomie, 1987) beschreibt den Terminus der psych. Beanspruchung „als die individuelle, zeitlich unmittelbare und nicht langfristige Auswirkung der psychischen Belastung im Menschen, in Abhängigkeit seiner individuellen Voraussetzungen und seinem Zustand“.
Folglich ist die Beanspruchung als die Auswirkungen von Stress zu verstehen, bei der im Körper pathologische Prozesse stattfinden. Diese Prozesse finden sowohl im psych. als auch im physischen (phys.) Bereich des Körpers statt, werden allerdings nicht notwendigerweise von der betroffenen Person wahrgenommen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesundheitliche Problematik im Lehrerberuf und legt das Ziel fest, das Belastungsempfinden von LiV im Vergleich zu erfahrenen Lehrkräften mittels qualitativer Forschung zu untersuchen.
2. Grundlagen der Belastungs- und Stressforschung: In diesem Kapitel werden zentrale theoretische Modelle von Stress und Belastung (Selye, Lazarus, Hobfoll) sowie das diagnostische AVEM-Verfahren zur Erfassung beruflichen Bewältigungsverhaltens dargestellt.
3. Das Berufsbild von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst: Dieses Kapitel erläutert die komplexen Arbeitsanforderungen an Lehrkräfte sowie den spezifischen Ablauf und die Organisation des Vorbereitungsdienstes, insbesondere in Hessen.
4. Belastungen von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst: Hier werden berufsspezifische Belastungsmodelle und eine detaillierte Aufschlüsselung potenzieller Belastungsfaktoren auf Organisations-, Individuums- und Systemebene vorgenommen.
5. Qualitativer forschungsmethodischer Ansatz und Erhebungsdesign: Es wird der methodische Ansatz der qualitativen Forschung erläutert, das narrative, leitfadengestützte Interview als Erhebungsinstrument begründet und der Dokumentationsprozess beschrieben.
6. Dokumentation des Forschungsprozesses: Dieses Kapitel beschreibt die Auswahl der LiV als Probanden sowie die Durchführung und Aufbereitung der Interviews für die anschließende Analyse.
7. Auswertung der Fallstudien: In diesem Kapitel werden drei individuelle Fallstudien von LiV anhand ihrer Interviews ausgewertet, ihre spezifischen Belastungsfaktoren analysiert und die Ergebnisse zusammengeführt.
8. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen, reflektiert den Forschungsprozess und gibt Ausblicke auf die Relevanz der Ergebnisse für die Lehrerbildung.
Belastungsempfinden, Vorbereitungsdienst, Lehrkräfte, Stressforschung, Bewältigungsverhalten, AVEM, Berufsbiographie, Arbeitsanforderungen, kognitive-transaktionale Stresstheorie, Ressourcenmodell, Beanspruchung, qualitative Forschung, Referendariat, Lehrergesundheit, Bewältigungsstrategien
Die Arbeit befasst sich mit dem subjektiven Belastungsempfinden von Lehrkräften, die sich im Vorbereitungsdienst (Referendariat) befinden, und analysiert deren Stresserleben sowie Bewältigungsstrategien.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Stress (nach Selye, Lazarus, Hobfoll), das Berufsbild im Vorbereitungsdienst, spezifische Belastungsfaktoren in der Schule sowie die empirische Analyse durch qualitative Interviews.
Ziel ist es, zu ergründen, welche Faktoren Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst als besonders belastend empfinden und wie sie diese Anforderungen in ihrer zweiten Ausbildungsphase bewältigen.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz. Konkret wurden narrative, leitfadengestützte Interviews mit Lehrkräften im Vorbereitungsdienst geführt und anschließend mittels Fallstudien ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Stressmodellen und dem Lehrerberuf, eine Darstellung der Belastungsfaktoren sowie eine empirische Auswertung von drei Einzelfallstudien von LiV.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Belastungsempfinden, Vorbereitungsdienst, Lehrergesundheit, Stressbewältigung, AVEM-Modell und qualitative Fallanalyse charakterisiert.
Die Interviews zeigen individuelle Unterschiede, etwa hinsichtlich der Fächerkombination (z.B. Sport/Englisch oder Deutsch/Geschichte), der Bewertungssituation durch Ausbilder sowie der persönlichen Fähigkeit zur zeitlichen und psychischen Abgrenzung von schulischen Aufgaben.
Der Notendruck in den benoteten Unterrichtsbesuchen stellt für die Probanden eine erhebliche Belastung dar, die teilweise die eigene Arbeitsorganisation und das Wohlbefinden überlagert und zu einer Fokussierung auf die bloße Absolvierung der Prüfung führt.
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