Bachelorarbeit, 2010
69 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Künstler und Gesellschaft
2.1. Künstler nehmen die Gesellschaft im 19. Jahrhundert unterschiedlich wahr
2.2. Auseinandersetzung mit sozialen Missständen
3. Lebensdaten – persönlicher Lebensweg
3.1. Herkunftsfamilie - Entwicklung in Kindheit und Jugendzeit
3.2. Künstlerischer Werdegang – Finden ihres persönlichen Stils
3.3. Privatstunden in Malerei bei bekannten Künstlern in Dresden
4. Erkenntnis – Kunst ist ihr Weg und ihre Aufgabe im Leben
4.1. Christliche Lebenseinstellung – Motivation für ihre Kunst
4.2. Tiefe Natur- und Heimatverbundenheit – Inspiration und Kraftquelle
4.3. Heimatmalerin nicht im herkömmlichen Sinne
4.4. Zwiespalt zwischen Dasein als Künstlerin und familiären Verpflichtungen
4.5. Sehnsucht und Bestreben nach Weiterbildung
4.6. Außenwahrnehmung ihrer Persönlichkeit
5. Malen als Ausdruck ihrer Gesinnung und ihres Mitgefühls für einfache arbeitende Menschen
5.1. Auffassung von Armut – Demut vor Gott
5.2. Interesse und Kommunikation für die Lebensverhältnisse der kleinen Leute in Sebnitz
5.3. Motive mit arbeitenden Menschen
5.4. Aquarell – Kinder bei der Heimarbeit
6. Ihr Leben – geprägt von Widerspruch, Rastlosigkeit, Vertrauen und Sensibilität
6.1. Zweifel als Künstlerin – Verantwortung als Künstlerin
6.2. Ihre Auffassung von Arbeit
6.3. Wahrnehmung der zeitgeschichtlichen Ereignisse und deren Konsequenzen
6.4. Zeitmangel – zeitlebens ein Problem
7. Fazit
Die Arbeit untersucht den künstlerischen Werdegang und die soziokulturelle Motivation der Sebnitzer Malerin Ilse Ohnesorge (1866–1937). Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, warum die Künstlerin trotz ihrer bürgerlichen Herkunft und familiärer Belastungen den schwierigen Weg der Malerei wählte und wie es ihr gelang, die Lebensrealität der einfachen Bevölkerung so authentisch festzuhalten.
4.2. Tiefe Natur- und Heimatverbundenheit – Inspiration und Kraftquelle
Um innere Ruhe zu finden und die nötige Ausgeglichenheit zu erlangen, genoss sie, so oft es die Zeit zuließ, die Fülle der Natur im ewigen Wechsel der Jahreszeiten. Ilse Ohnesorge liebte die Atmosphäre der freien Natur und es bedeutete für sie das Höchste, einsam durch die Wiesen und Wälder zu streifen. Sie freute sich fernab vom alltäglichen Einerlei, die himmlische Ruhe zu finden, wo ihre Seele Kraft tanken konnte. In ihren Tagebüchern finden sich oft ausführliche Beschreibungen ihrer Eindrücke und Gefühlsregungen von einsamen Spaziergängen. Besonders mochte sie, hoch oben auf dem Berg, den fernen Kirchenglocken von Sebnitz und Einsiedel lauschen. Dem Himmel ein Stück näher, überkam sie ein Gefühl von Erhabenheit und Sicherheit.
„Ein Glockenton kann noch so leise und ferne herkommen; wenn wir auf der stillen einsamen Höhe sind, müssen wir ihn ja hören, und er greift uns ans Herz wie Gottes Stimme.“
Die landschaftliche Schönheit ihrer Heimat lieferte ihr unendlich viele Motive für ihr immerwährendes Streben nach Studien unter freien Himmel. Sehnsüchtig und voller Hoffnung wartete sie auf das Frühlingserwachen. Immer wieder zog es sie magnetisch hinaus in die Natur, und sie entfaltete sogar dichterische Fähigkeiten, um Wald und Flur zu preisen. Ihre Freude an der Natur ist im doppelten Sinne greifbar, weil es eine nie versiegende Quelle von Bildmotiven hervorbrachte sowie Trost und Ruhe spendend auf sie wirkte. In poesievoller Sprache beschreibt sie in vergleichender Art das Kornfeld als wogende Welle und die Wiesen und Ränder als Blumenteppiche. Sie erfindet einfallsreiche sprachliche Mittel und Ausdrucksformen für ihre ganzheitliche Ergriffenheit für die wundervolle Natur. „Du bist so schön, du stille Waldwiese, die eine Morgenstunde zu dir geführt hat.“ Sie personifizierte die Wiese und führte mitunter innere Zwiesprache mit ihnen.
1. Einleitung: Beleuchtet den historischen Kontext der Industrialisierung und die gesellschaftliche Rolle der Frau Ende des 19. Jahrhunderts im Kontext der künstlerischen Ambitionen von Ilse Ohnesorge.
2. Künstler und Gesellschaft: Analysiert die zeitgenössische Wahrnehmung der Gesellschaft durch Künstler sowie deren Umgang mit den sozialen Missständen der Epoche.
3. Lebensdaten – persönlicher Lebensweg: Zeichnet den familiären Hintergrund der Künstlerin in Sebnitz sowie ihren mühsamen künstlerischen Werdegang bis zur Findung ihres eigenen Stils nach.
4. Erkenntnis – Kunst ist ihr Weg und ihre Aufgabe im Leben: Untersucht die religiösen, naturverbundenen und familiären Motive, die das künstlerische Schaffen von Ilse Ohnesorge grundlegend bestimmten.
5. Malen als Ausdruck ihrer Gesinnung und ihres Mitgefühls für einfache arbeitende Menschen: Dokumentiert ihre Hinwendung zum alltäglichen Leben und die künstlerische Auseinandersetzung mit Armut, Heimarbeit und den arbeitenden Menschen.
6. Ihr Leben – geprägt von Widerspruch, Rastlosigkeit, Vertrauen und Sensibilität: Reflektiert über die inneren Konflikte der Künstlerin, ihren Umgang mit zeitgeschichtlichen Ereignissen und den zeitlebens präsenten Zeitmangel.
7. Fazit: Fasst das künstlerische Vermächtnis von Ilse Ohnesorge zusammen und ordnet ihre Rolle als Einzelkämpferin im bürgerlichen Rahmen ihrer Zeit ein.
Ilse Ohnesorge, Sebnitz, Heimatmalerei, Realismus, Frauenarbeit, soziale Verhältnisse, 19. Jahrhundert, Kaiserreich, Künstlerin, Tagebuch, Naturverbundenheit, Kunstblumenherstellung, Heimarbeit, Kunstgeschichte, Sozialgeschichte.
Die Abschlussarbeit beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken der Sebnitzer Malerin Ilse Ohnesorge und untersucht, wie sie ihre künstlerische Berufung unter den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ihrer Zeit realisieren konnte.
Die Themen umfassen die Rolle der Frau als Künstlerin im 19. Jahrhundert, das Spannungsfeld zwischen familiären Verpflichtungen und individueller künstlerischer Suche sowie die soziale Realität der arbeitenden Bevölkerung in der Region Sebnitz.
Das Ziel ist es, die Beweggründe und das Schicksal der Künstlerin Ilse Ohnesorge zu analysieren und zu erklären, wie eine Frau aus dem Bürgertum in der Lage war, die Lebensumstände einfacher Menschen treffend in ihrer Kunst abzubilden.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der Tagebuchaufzeichnungen der Künstlerin sowie der Auswertung kunsthistorischer und sozialgeschichtlicher Literatur und lokalgeschichtlicher Quellen.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der biografischen Entwicklung, dem Einfluss der christlichen Lebenseinstellung, der Verbundenheit zur Natur, der kritischen Auseinandersetzung mit Armut und der sozialen Lage der Arbeiter, sowie dem ständigen Ringen um Zeit für das künstlerische Schaffen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Heimatmalerei, soziale Missstände, Künstlerin, Sebnitz, Kaiserreich und die reflektierte, zerrissene Biografie von Ilse Ohnesorge charakterisiert.
Das Umgebindehaus dient als typischer regionaler Schauplatz für ihre Motive, der gleichzeitig das beengte Leben und die Arbeitsbedingungen der Heimarbeiter symbolisiert.
Das Fazit der Arbeit stellt fest, dass ihre Konzentration auf das lokale Umfeld, die mangelnde Anbindung an überregionale Künstlergruppen und der Verzicht auf eine konsequent "anklägerische" politische Kunst dazu führten, dass ihr Ruhm auf regionaler Ebene blieb.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

